Russland will ausländische Kryptobörsen unter neuen Regulierungen sperren

Russland will ausländische Kryptobörsen unter neuen Regulierungen sperren
Diya Poddar
18. Feb. 2026, 10:14 AM

Russland könnte bereits im Sommer 2026 damit beginnen, den Zugang zu ausländischen Kryptowährungsbörsen zu sperren, da die Behörden dazu übergehen, den Handel mit digitalen Vermögenswerten unter formale Aufsicht zu stellen.

Branchenexperten, die von RBC zitiert werden, sagen, dass die Maßnahmen mit einer neuen Krypto-Gesetzgebung übereinstimmen könnten, die voraussichtlich bis zum 1. Juli in Kraft tritt und den derzeitigen vorübergehenden Rahmen für digitale Vermögenswerte ersetzt.

Der Kryptomarkt des Landes wickelt ein tägliches Handelsvolumen von etwa 50 Milliarden Rubel ab, was seine Größe trotz begrenzter Aufsicht zeigt.

Die geplanten Beschränkungen signalisieren eine Verschiebung hin zu einer strengeren Kontrolle über Börsen, Blockchain-Transaktionen und Krypto-Investitionsströme, da die Behörden versuchen, die Aktivitäten zu regulieren und Einnahmen in die inländische Infrastruktur umzuleiten.

Inländische Plattformen werden zur Priorität

Die russischen Behörden scheinen entschlossen zu sein, den Krypto-Handel auf regulierte inländische Börsen zu verlagern.

Sergei Schwrezow, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Moskauer Börse, sagte, dass russische Nutzer derzeit jährlich etwa 15 Milliarden Dollar an Gebühren an ausländische Kryptoplattformen zahlen.

Neue Regulierungen könnten Händler dazu ermutigen, stattdessen lokale Börsen zu nutzen, um sicherzustellen, dass kryptobezogene Einnahmen innerhalb des russischen Finanzsystems bleiben.

Die Beamten streben danach, den Bitcoin-Handel, Altcoin-Transaktionen und Krypto-Wallet-Aktivitäten in regulierte Strukturen zu integrieren.

Derzeit findet der Handel mit Kryptowährungen in Russland weitgehend außerhalb der Aufsicht statt.

Die Unterstellung von Börsen unter die nationale Aufsicht würde es den Regulierungsbehörden ermöglichen, Transaktionen zu überwachen, die Einhaltung von Vorschriften durchzusetzen und die Kontrolle über die Ströme digitaler Vermögenswerte zu stärken.

Blockierungswerkzeuge werden geprüft

Experten sagen, dass technische Einschränkungen wahrscheinlich sind, sobald die Vorschriften eingeführt werden.

Nikita Zuborev, leitender Analyst bei Bestchange.ru, sagte in einem Bericht, dass eine großflächige Sperrung der Websites ausländischer Kryptobörsen das wahrscheinliche Szenario sei.

Roskomnadzor, Russlands Kommunikationsaufsichtsbehörde, könnte den Zugang mittels DNS-Sperren und Überwachung des Internetverkehrs einschränken.

Diese Werkzeuge würden auf Börsen abzielen, die die russischen regulatorischen Anforderungen nicht erfüllen.

Ausländische Kryptoplattformen könnten auch mit Einschränkungen konfrontiert werden, wenn sie die Gesetze zur Datenlokalisierung nicht einhalten.

Behörden verlangen von digitalen Diensten, dass sie Nutzerdaten im Inland speichern, und nicht konforme Börsen könnten gesperrt werden.

Roskomnadzor entwickelt KI-Systeme zur Überwachung von Online-Aktivitäten, um die Fähigkeit zu verbessern, den Zugang zu nicht lizenzierten Kryptodiensten zu erkennen und einzuschränken.

Risiko des Wachstums des Untergrundhandels

Experten warnen, dass die Sperrung ausländischer Börsen den Krypto-Handel über internationale Plattformen möglicherweise nicht eliminiert.

Stattdessen könnten Händler auf Peer-to-Peer-Transaktionen, dezentrale Börsen und VPN-Dienste ausweichen.

Zuborev sagte, solche Einschränkungen könnten Betrugsrisiken erhöhen, Kosten steigern und die Transparenz verringern.

Anstatt die Krypto-Aktivitäten zu reduzieren, könnten strengere Kontrollen Teile des Marktes in schwerer zu überwachende Kanäle drängen.

Die Beliebtheit globaler Börsen unter russischen Nutzern könnte die Durchsetzung ebenfalls erschweren.

Analysten glauben, dass die Nachfrage nach internationalen Plattformen trotz Einschränkungen anhalten könnte.

Russland übernimmt ein Modell ähnlich wie Belarus

Russland könnte einen Regulierungsansatz ähnlich wie Belarus wählen, wo der Handel mit Kryptowährungen nur an zugelassenen inländischen Börsen erlaubt ist, die unter rechtlichen Rahmenbedingungen operieren.

Dmitry Machikhin, Gründer von BitOK, sagte, ein solcher Ansatz würde den Krypto-Handel ermöglichen und gleichzeitig die regulatorische Aufsicht aufrechterhalten.

Die Beschränkung des Zugangs auf lizenzierte Börsen könnte den Behörden helfen, Transaktionen zu überwachen und die Einnahmen im Land zu halten.

Rechtsexperten stellen zudem fest, dass die Sperrung ausländischer Börsen unter den Anforderungen zur Datenlokalisierung gerechtfertigt sein könnte.

Dies würde es den Behörden ermöglichen, den Zugang einzuschränken, ohne ein vollständiges Verbot zu verhängen.