Spekulationen über Lagarde-Abgang werfen Fragen zu EZB-Plänen für digitalen Euro auf

Spekulationen über Lagarde-Abgang werfen Fragen zu EZB-Plänen für digitalen Euro auf
Diya Poddar
18. Feb. 2026, 14:03 PM

Spekulationen über ein mögliches vorzeitiges Ausscheiden von Christine Lagarde aus der Europäischen Zentralbank lenken die Aufmerksamkeit auf die Zukunft der Initiative für den digitalen Euro und die Prioritäten bei der Krypto-Regulierung.

Lagarde, die das Amt im November 2019 antrat, erwägt laut einem Bericht der Financial Times vom Mittwoch Berichten zufolge, ihr Amt vor Ende ihrer Amtszeit im Oktober 2027 niederzulegen.

Der Zeitpunkt könnte mit den für April 2027 geplanten Präsidentschaftswahlen in Frankreich zusammenfallen.

Die EZB hat Hinweise auf einen bestätigten Rücktritt zurückgewiesen und betont, dass Lagarde sich weiterhin auf ihre Aufgaben konzentriert, während die Reformen der digitalen Währung fortgesetzt werden.

Zeitpunkt der Nachfolge weckt politisches Interesse

Die Financial Times berichtete, dass Lagarde einen vorzeitigen Rückzug abwägt, damit Frankreich und Deutschland sich noch vor der französischen Präsidentschaftswahl auf eine Nachfolge einigen können.

Die Abstimmung zwischen dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz könnte den Ernennungsprozess für die mächtigsten Finanzpositionen Europas beeinflussen.

Die EZB erklärte, Lagarde habe noch keine Entscheidung über das Ende ihres Mandats getroffen und fühle sich ihrer Mission weiterhin verpflichtet.

Führungswechsel ändern die politischen Rahmenbedingungen nicht sofort, aber Übergänge können beeinflussen, wie Prioritäten in Zeiten finanziellen und technologischen Wandels kommuniziert und umgesetzt werden.

Pläne für den digitalen Euro bleiben in Vorbereitung

Der digitale Euro bleibt eines der wichtigsten Projekte der EZB.

Die Zentralbank ist in eine technische Vorbereitungsphase eingetreten und arbeitet mit Interessenvertretern zusammen, um sicherzustellen, dass die Währung im Falle einer Genehmigung weit verbreitet genutzt werden kann.

Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums, sagte am Mittwoch, dass die EU-Gesetzgeber voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 die Rechtsvorschriften verabschieden werden, die den digitalen Euro ermöglichen.

Im Falle einer Genehmigung könnte in der zweiten Jahreshälfte 2027 ein Pilotprogramm beginnen.

Das Pilotprojekt würde reale Transaktionen unter Beteiligung von Zahlungsdienstleistern, Händlern und Eurosystem-Teilnehmern umfassen.

Die EZB geht davon aus, dass sie bis 2029 für eine mögliche Ausgabe des digitalen Euro bereit sein wird, abhängig von der gesetzlichen Genehmigung und der technischen Einsatzbereitschaft.

Stablecoins und Krypto-Aufsicht bleiben zentral

Lagardes Amtszeit war von einer vorsichtigen Haltung gegenüber Kryptowährungen und privat ausgegebenem digitalem Geld geprägt.

Die EZB hat davor gewarnt, dass Stablecoins Risiken für die Geldpolitik und die Finanzstabilität darstellen könnten, selbst mit den Schutzmaßnahmen im Rahmen der Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) der Europäischen Union.

Beamte haben zudem die Notwendigkeit betont, dass auf Euro lautende Stablecoins mit dollarbasierten Alternativen konkurrieren müssen, was Bedenken hinsichtlich des Währungseinflusses in der globalen digitalen Finanzwelt widerspiegelt.

Lagarde kritisierte Kryptowährungen in einem Fernsehinterview im Jahr 2022 und bezeichnete sie als hochspekulativ und ohne inneren Wert.

Sie bekräftigte ähnliche Bedenken im November 2025, selbst als sich Bitcoin Rekordwerten näherte.

Nachfolgekandidaten teilen vorsichtige Haltung

Zu den potenziellen Nachfolgern, die von der Financial Times befragten Ökonomen genannt wurden, gehören Spaniens ehemaliger Zentralbankgouverneur Pablo Hernández de Cos und der niederländische Zentralbankchef Klaas Knot.

Auch das EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel und Bundesbankpräsident Joachim Nagel wurden als mögliche Kandidaten genannt.

Alle vier haben sich gegenüber den Kryptomärkten vorsichtig geäußert.

Hernández de Cos warnte, dass Kryptowerte eine strenge Aufsicht erfordern, während Knot koordinierte globale Regulierungsansätze unterstützte.

Nagel verknüpfte den digitalen Euro mit der Wahrung der finanziellen Souveränität Europas und kritisierte die mangelnde Transparenz von Bitcoin.

Schnabel bezeichnete Bitcoin als spekulativen Vermögenswert ohne klaren fundamentalen Wert.