Jamie Dimon: Stablecoins mit Zinszahlungen sollten Bankregeln unterliegen

Jamie Dimon: Stablecoins mit Zinszahlungen sollten Bankregeln unterliegen
Devesh Kumar
04. März 2026, 19:41 PM

JPMorgan-Chase-CEO Jamie Dimon sagte, Stablecoin-Emittenten, die Zinsen auf Kundenguthaben zahlen, sollten wie Banken reguliert werden, und plädierte für gleiche Aufsicht, um Fairness und Sicherheit zu gewährleisten.

In einem Interview mit CNBC zog Dimon eine Grenze zwischen transaktionsbasierten Prämien und Zinsen auf gehaltene Guthaben, während Washington darüber debattiert, wie an den Dollar gekoppelte Token reguliert werden sollen.

Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Gesetzgeber und das Weiße Haus abwägen, ob Emittenten Renditen anbieten dürfen, und in der Verhandlungen über neue Regeln zur Marktstruktur feststecken.

Dimons Argument für bankähnliche Aufsicht

Dimon sagte gegenüber CNBC, dass das Zahlen von Zinsen auf Kundenguthaben im Kern eine Banktätigkeit sei und mit entsprechenden Anforderungen einhergehen sollte, darunter Kapital, Liquidität und Einlagensicherung.

„Prämien sind dasselbe wie Zinsen“, sagte er. „Wenn man Guthaben hält und Zinsen zahlt, ist das eine Bank. Man sollte wie eine Bank reguliert werden“, so CNBC.

Er sagte, Banken könnten einen Kompromiss akzeptieren, bei dem Plattformen transaktionsgebundene Prämien anbieten dürfen, nicht jedoch Zinsen auf gehaltene Guthaben.

Das Ziel, fügte er hinzu, sei ein „gleiches Wettbewerbsumfeld pro Produkt“, sodass gleichartige Leistungen einer ähnlichen Aufsicht unterliegen, damit sich Risiken nicht außerhalb des regulierten Systems aufbauen.

Konflikt mit Coinbase-Chef Armstrong

Die Äußerungen verschärfen einen anhaltenden Streit mit Coinbase-CEO Brian Armstrong, der sich dafür eingesetzt hat, Stablecoin-Prämien ohne bankähnliche Aufsicht zu erlauben.

Die beiden gerieten Anfang des Jahres öffentlich aneinander; Dimon soll Armstrong beim Weltwirtschaftsforum gesagt haben, er sei „full of s—“ und solle aufhören, im Fernsehen darüber zu lügen, dass Banken Gesetze sabotierten, berichtete Benzinga.

Armstrong sagte im Februar gegenüber CNBC, er sehe ein „Win-Win-Ergebnis“ für beide Seiten.

Dimon widerspricht: Es könne nicht sein, dass eine Gruppe von Firmen Zinsen ohne Regulierung zahle, während Banken strengere Regeln befolgten; er warnte, die Öffentlichkeit werde dafür bezahlen, wenn Lücken bestehen bleiben.

Politischer Streit um den CLARITY Act

Der CLARITY Act, von Benzinga als das Vorzeigegesetz von Präsident Donald Trump zur Marktstruktur im Krypto-Sektor beschrieben, verfehlte seine Frist des Weißen Hauses am 1. März ohne Einigung.

Der Knackpunkt ist, ob Plattformen Renditen auf Stablecoin-Guthaben anbieten dürfen.

Coinbase zog im Januar seine Unterstützung für das Gesetz zurück, nachdem der Senat versucht hatte, Prämienprogramme einzuschränken, und Gespräche zwischen Banken und Krypto-Führungskräften seien Berichten zufolge ins Stocken geraten.

Polymarket-Wettende bewerten dem CLARITY Act laut Benzinga derzeit eine 70%ige Chance, 2026 Gesetz zu werden.

Separat schlug das Office of the Comptroller of the Currency letzte Woche Regeln vor, die Plattformen wie Coinbase und PayPal untersagen würden, Prämien auf Drittanbieter-Stablecoins wie Circles USDC anzubieten, berichtete Benzinga.

Laut CNBC prüfen Gesetzgeber neuen Entwurfstext, den das Weiße Haus verteilt hat; Banken und Firmen aus dem Digital-Asset-Bereich sind jedoch noch nicht darüber einig, ob Emittenten Renditen auf Kundenguthaben anbieten dürfen.

Markt- und Branchenkontext

Dimon betonte, dass JPMorgan Wettbewerb unterstützt und die Blockchain in eigenen Prozessen nutzt, und wies auf das Einlagentoken der Bank, JPM Coin, sowie auf Distributed-Ledger-Tools hin, berichteten CNBC und Benzinga.

Breitere Marktbewegungen unterstreichen den Hintergrund. Bitcoin liegt laut Benzinga im Jahresverlauf rund 23% im Minus.

Die Coinbase-Aktie liegt mehr als 50% unter ihrem Allzeithoch von Juli 2025 nahe $420. JPMorgan erreichte laut Benzinga Ende Dezember ein Allzeithoch von $327.78.

Coinbases Q4-Umsatz fiel im Jahresvergleich um 22% auf $1.78 billion und verfehlte damit die Erwartungen der Analysten von $1.85 billion, berichtete Benzinga.

Worauf es als Nächstes zu achten gilt

Die Kernfrage ist, ob Zinsen auf Stablecoin-Guthaben wie Bankeinlagen behandelt werden.

Dimons Vorstoß für Gleichbehandlung setzt einen klaren Maßstab, während Kongress und Aufseher neue Leitplanken prüfen.

Da der CLARITY Act ins Stocken geraten ist und das OCC Grenzen für Prämien erwägt, dürfte die Entscheidung über Renditen maßgeblich bestimmen, wie Stablecoin-Geschäfte operieren — und wer sie beaufsichtigt.