Invezz

Nikkei stürzt 2.000 Punkte ab, Asien startet uneinheitlich; Sensex klettert

Nikkei stürzt 2.000 Punkte ab, Asien startet uneinheitlich; Sensex klettert
Devesh Kumar
20. März 2026, 05:29 AM
  • Nikkei stürzt um 2.000 Punkte ab, da der Ölschock Japan hart trifft.
  • Indiens Sensex und Südkoreas Kospi steigen trotz regionaler Spannungen.
  • Ölpreise geben nach wegen möglicher Aufhebung von US‑Sanktionen gegen iranisches Rohöl.

Die asiatischen Märkte eröffneten am Freitag uneinheitlich, wobei Japans Nikkei 225 fast 2.000 Punkte einbrach und sich bei rund 53.372,53 Punkten bewegte, während die Märkte in Indien und Südkorea zulegten.

Der Kontrast unterstrich, dass der US‑Iran‑Krieg nicht alle asiatischen Märkte gleichermaßen trifft.

Die Entwicklung folgte, nachdem die Ölpreise weiter nachgegeben hatten, weil die US‑Administration signalisiert hatte, dass Sanktionen gegen an Bord von Tankern gelagertes iranisches Rohöl aufgehoben werden könnten.

Die Ölpreise zeigten gestern nach iranischen Angriffen auf Qatars Haupt-LNG-Anlage deutliche Schwankungen.

Japan taumelt, als der Ölschock zuschlägt

Japan erlitt den Großteil der frühen Verkäufe, wobei der Nikkei im Morgenhandel fast 2.000 Punkte fiel.

Der starke Verkauf folgte auf die Entscheidung der Bank of Japan, die Zinsen am Donnerstag unverändert zu lassen. Die Zentralbank mahnte, die Inflation angesichts der anziehenden Ölpreisschocks genau zu beobachten.

Diese Sorge ist in Tokio besonders ausgeprägt, da Japan rund 95 % seiner Ölimporte aus dem Nahen Osten bezieht.

Zudem passieren etwa 70 % der japanischen Energiezufuhr die strategisch wichtige Straße von Hormuz. Das macht japanische Aktien ungewöhnlich anfällig für jede Bewegung beim Rohöl.

Seoul und Mumbai trotzen dem Abwärtsdruck

Der südkoreanische Kospi und Indiens Sensex legten im frühen Handel zu, was darauf hindeutet, dass Anleger in diesen Märkten trotz der angespannten regionalen Lage weiterhin Puffer sehen.

In Seoul erklärt sich ein Teil dieser Widerstandsfähigkeit durch die Dynamik innenpolitischer Reformen. Der Index notierte am Freitag rund 0,62 % höher bei etwa 5.798,96 Punkten.

Der Kospi war Anfang dieser Woche bereits um mehr als 5 % gestiegen, nachdem Präsident Lee Jae Myung seine Vorstöße für Reformen der Kapitalmärkte erneuert hatte.

Die vorgeschlagenen Reformen zielen darauf ab, den "Korea‑Discount" zu verringern und das von ihm sogenannte "Korea‑Premium" aufzubauen.

Der indische Sensex sprang um mehr als 800 Punkte und notierte zum Zeitpunkt der Berichterstattung am Freitag bei rund 75.020,84 Punkten.

Die Gesamtstimmung war ebenfalls eindeutig positiv: Rund 1.846 Aktien legten zu, gegenüber nur 446 Rückgängen, während 123 unverändert blieben.

Zu den großen Gewinnern gehörten Tech Mahindra, Infosys, Tata Steel, SBI und HCL Technologies.

Der Hang Seng in Hongkong gab um 0,65 % nach und verlor etwa 167 Punkte und notierte bei 25.333 Punkten.

Unterdessen zeigte sich der SSE Composite in China weitgehend unverändert und stieg nur um 0,16 %, ein bescheidener Zuwachs von etwa 7 Punkten.

Öldiplomatie

Über dem Handel am Freitag hing die Möglichkeit einer weiterreichenden politischen Kursänderung aus Washington.

US‑Finanzminister Scott Bessent sagte, die Trump‑Administration könnte bald die Sanktionen für rund 140 Millionen Barrel iranischen Öls, das "on the water" lagert, aufheben.

Das ist wichtig, weil das Weiße Haus bereits gezeigt hat, dass es bereit ist, Öldiplomatie als Marktstabilisator einzusetzen.

Anfang dieses Monats hat die Administration Maßnahmen ergriffen, um den Tankerverkehr durch den Golf mit Versicherungen und finanzieller Unterstützung zu sichern, und die Sanktionen gegen russisches Öl gelockert.

Für asiatische Aktien rückt damit der nächste Schritt der Ölpolitik in den Vordergrund.