Wie Nvidia‑Chips über Supermicro nach China geschmuggelt wurden

  • USA klagen drei mit Supermicro verbundene Personen in einem $2.5B-Exportverfahren an.
  • KI-Server sollen angeblich über Taiwan und Südostasien nach China geleitet worden sein.
  • Nvidia-nahe Hardware im Zentrum der Ermittlungen; ein Tatverdächtiger weiterhin flüchtig.

Nvidia steht seit Jahren im Visier des US‑China-Technologiekonflikts.

China erzielte etwa $17 billion, bzw. 13% des Umsatzes im FY2025, doch dieser Anteil ist unter strengeren US-Exportkontrollen inzwischen auf rund 5% gesunken.

Zwischen Margendruck und verschärften Beschränkungen gefangen, sieht sich der Chip‑Riese nun im Zentrum von Vorwürfen, wonach eine ausgeklügelte Hintertür genutzt wurde, um fortschrittliche US‑KI‑Hardware nach China zu bringen.

Laut einer in New York öffentlich gemachten Bundesanklage werden drei mit Super Micro Computer in Verbindung stehende Männer, darunter Mitgründer Wally Liaw, beschuldigt, geholfen zu haben, Servertechnologie im Wert von mindestens $2.5 billion mit Exportbeschränkungen nach China zu verlagern.

Im Kern des Falls steht eine einfache, aber geopolitisch gewichtige Behauptung.

Server, die mit fortschrittlichen Nvidia‑Chips bestückt sind, durften ohne Lizenz der US‑Regierung nicht legal nach China exportiert werden.

Die Staatsanwälte behaupten jedoch, die Angeklagten hätten diese Beschränkung umgangen, indem sie das wahre Ziel der Geräte verschleierten.

Ein Weg zur Umgehung US‑Kontrollen

Den Staatsanwälten zufolge begann das angebliche Schema mit in den Vereinigten Staaten montierten Supermicro‑Servern, die über die Einrichtungen des Unternehmens in Taiwan geleitet wurden.

Und nachdem sie durch mehrere südasianische Staaten transportiert worden seien, seien die Server umverpackt und heimlich nach China weitergeschickt worden, heißt es in der Zusammenfassung der Anklage.

Der entscheidende Mittelsmann, so die Staatsanwälte, sei ein ungenanntes südostasiatisches Unternehmen gewesen, das als offizieller Käufer auftrat.

Auf dem Papier sah dieses Unternehmen wie der Endkunde für die Ausrüstung aus, doch Ermittler sagen, es diente tatsächlich als Durchlaufstelle für echte Kunden in China.

Diese Struktur war entscheidend, weil US‑Exportvorschriften maßgeblich darauf abstellen, wer der Endnutzer ist und wohin das Produkt letztlich gelangt.

Gefälschte Unterlagen und Attrappen

Was den Fall hervorhebt, ist der Detaillierungsgrad der angeblichen Vertuschung.

Staatsanwälte sagen, es sei keine Lizenz des US‑Handelsministeriums für die nach China bestimmten Sendungen eingeholt worden.

Das bedeutete, dass die ganze Vereinbarung darauf abzielte, das wahre Ziel sowohl vor dem Hersteller als auch vor den US‑Behörden zu verbergen.

Dabei seien sie angeblich weit über gefälschte Papiere hinausgegangen.

Dem Justizministerium zufolge inszenierte die Gruppe Tausende nicht funktionsfähige "Dummy"-Server für Inspektionen, während die echten Geräte bereits nach China geschickt worden waren.

Die Staatsanwälte behaupten außerdem, dass Seriennummern von Nvidia‑Chips dupliziert worden seien, um den Geräten Konformitätsprüfungen zu erleichtern.

In der Praxis habe sich die Operation laut Ermittlern auf gefälschte Endnutzer‑Papiere, inszenierte Hardware und veränderte Etiketten gestützt.

Zusammen erzeugten diese Maßnahmen die Illusion der Einhaltung der Vorschriften, während beschränkte KI‑Systeme durch die Hintertür bewegt wurden.

Ein umfangreiches Schema mit weitreichenden Folgen

Das Ausmaß ist einer der Gründe, warum der Fall so große Aufmerksamkeit erhält.

Staatsanwälte geben an, das angebliche Arrangement habe von 2024 bis 2025 rund $2.5 billion an Umsatz erzielt, darunter etwa $510 million Umsatz innerhalb eines dreiwöchigen Zeitraums im Jahr 2025.

Die drei Angeklagten sind Yih‑Shyan „Wally“ Liaw, Ruei‑Tsang „Steven“ Chang und der Auftragnehmer Ting‑Wei „Willy“ Sun.

US‑Behörden geben an, Liaw und Sun seien festgenommen worden, während Chang weiterhin auf der Flucht sei.

Supermicro erklärte nach der Veröffentlichung der Anklage, die drei stünden mit dem Unternehmen in Verbindung, zwei Mitarbeiter seien beurlaubt worden und die Zusammenarbeit mit dem Auftragnehmer sei beendet worden.