Nikkei stürzt um 2.000 Punkte, Kospi fällt 6% – asiatische Märkte brechen ein

Nikkei stürzt um 2.000 Punkte, Kospi fällt 6% – asiatische Märkte brechen ein
Devesh Kumar
23. März 2026, 05:25 AM
  • Nikkei, Kospi stürzen bis zu 6% ab, da ein Öl-Schock Asien erschüttert.
  • Trumps Ultimatum an den Iran schürt Ängste vor einer verlängerten Schließung der Straße von Hormus.
  • Indien, China und Australien rutschen ebenfalls ab angesichts wachsender globaler Unsicherheit.

Asiatische Märkte verzeichneten am Montag einen starken Rückgang, nachdem ein 48‑Stunden-Ultimatum an den Iran in Bezug auf die Straße von Hormus gestellt worden war.

Trump stellte am Samstag ein Ultimatum, in dem die Vereinigten Staaten androhten, Irans Energieanlagen „auszulöschen“, falls Teheran die Straße nicht innerhalb von 48 Stunden vollständig wieder öffne.

Iran antwortete mit der Warnung, ein solcher Angriff würde Angriffe auf die US-Energieinfrastruktur im Golf und eine längere Schließung der Straße von Hormus zur Folge haben.

Die Eskalation ließ Händler in ganz Asien zu Wochenbeginn mit einem größeren Problem zurück, da keine diplomatische Ausstiegsoption in Sicht war, während eine eindeutige Frist näher rückte.

Nikkei 225, Kospi sanken um über 5%

Die stärksten Auswirkungen waren in Japan und Südkorea zu beobachten, wo Investoren angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen ihre Positionen eilig glattstellten.

Der Nikkei 225 Japans verlor beim Börsenstart rund 2.000 Punkte (-5%), und der breitere Topix fiel um etwa 4,4%.

Der Ausverkauf erfolgte, da Japan etwa 95% seiner Ölimporte aus dem Nahen Osten bezieht, wobei rund 70% durch die Straße von Hormus laufen.

Der Trend war in Südkorea ähnlich: Der Kospi brach um rund 6% ein, der Kosdaq verlor etwa 5%, da Investoren exportstarke und energieempfindliche Titel verkauften.

Südkoreanische Indizes lösten kurzzeitig eine Handelsunterbrechung aus, nachdem der Kospi-200-Futures-Index um mehr als 5% gefallen war – eine seltene Intervention, die die Schnelligkeit des Ausverkaufs verdeutlichte.

Der Hang-Seng-Index in Hongkong fiel um 2,6% auf 24.595,54, während der Hang Seng Tech Index um 2,4% nachgab.

Andernorts waren die Verluste breit gestreut, aber begrenzter. Australiens ASX 200 lag rund 2,4% im Minus, und auch die chinesischen Märkte zeigten Schwäche.

Der CSI-300-Index büßte 1,8% ein, und der Shanghai Composite Index gab um 2% nach.

Die indischen Märkte folgten dem Trend: Der Sensex lag 1.520,65 Punkte bzw. 2,04% im Minus bei 73.012,31, während der Nifty 464,65 Punkte bzw. 2,01% verlor und bei 22.649,85 stand.

Der Öl-Schock hinter dem Ausverkauf

Während der Haupttreiber des Aktienausverkaufs ist Öl, haben sich die jüngsten Entwicklungen über Rohöl hinaus ausgeweitet.

Letzte Woche griff Iran die wichtigste LNG-Anlage Katars an, die einen großen Teil des europäischen Gases liefert.

Die katarischen Behörden schlossen die Anlage, und Berichten zufolge werden die Reparaturen voraussichtlich drei bis fünf Jahre dauern.

Das ist relevant, weil sich ein Öl‑Schock so in einen breiteren Brennstoff‑Schock verwandelt, mit Folgen für Strompreise, Düngemittel, Schifffahrt und die industrielle Produktion in ganz Asien.

Zum Zeitpunkt der Berichterstellung notierte Brent bei rund 107 $ pro Barrel, während WTI bei 98,91 $ pro Barrel stand, ein Plus von 0,69%.

Für Märkte wie Japan und Südkorea ist der Schaden nicht theoretisch.

Höhere Rohölpreise schlagen sich direkt in Transportkosten, Energiekosten und Inputpreisen nieder und wirken sich dann schnell auf die Gewinnerwartungen aus.