ARM-Aktie klettert nach Vorstellung des ersten eigenen KI-Chips um 12 %

ARM-Aktie klettert nach Vorstellung des ersten eigenen KI-Chips um 12 %
Utkarsh Roshan
25. März 2026, 12:47 PM
  • Arm stellt ersten eigenen KI-Chip vor, Aktie schießt deutlich nach oben.
  • Unternehmen peilt $15 billion Umsatz aus der neuen CPU bis 2031 an.
  • Schritt markiert bedeutenden Wechsel vom Lizenzgeschäft hin zum direkten Wettbewerb.

Die Aktien von Arm Holdings schossen am Mittwoch im vorbörslichen Handel nach oben, nachdem das Unternehmen seinen ersten intern entwickelten Chip vorgestellt und ehrgeizige langfristige Umsatzziele skizziert hatte.

Die Aktie stieg im vorbörslichen Handel um rund 12.6%, nachdem sie in der vorherigen Sitzung um 1.4% gefallen war.

Das britische Halbleiter- und Software-Designunternehmen stellte seine AGI CPU bei einer Veranstaltung in San Francisco am Dienstag vor.

Der Prozessor ist für Inferenz-Workloads der künstlichen Intelligenz in Rechenzentren konzipiert, da die Nachfrage in diesem Bereich mit dem Ausbau agentenbasierter KI-Anwendungen steigt.

CEO Rene Haas sagte, der neue Chip allein werde voraussichtlich bis 2031 $15 billion an Umsatz generieren.

Er fügte hinzu, dass das Unternehmen für denselben Zeitraum einen jährlichen Gesamtumsatz von $25 billion und einen Gewinn je Aktie von $9 anstrebe.

Die Prognose stellt einen starken Anstieg gegenüber den etwa $4 billion Umsatz dar, die Arm 2025 erwirtschaftete, und unterstreicht das Ausmaß der Ambitionen im Markt für KI-Infrastruktur.

Meta hat sich als erster bestätigter Kunde für die AGI CPU herauskristallisiert, da das Unternehmen weiterhin stark in Rechenzentrumsinfrastruktur und künstliche Intelligenz investiert.

Weitere frühe Anwender sind OpenAI, Cloudflare und SAP, was die frühe Nachfrage bei Unternehmens- und Cloud-Anbietern hervorhebt.

Strategische Neuausrichtung jenseits des Lizenzgeschäfts

Jahrzehntelang betrieb Arm ein lizenzbasiertes Geschäftsmodell, lieferte Chip-Designs und erhielt Lizenzgebühren von Partnern, die Prozessoren auf Basis seiner Architektur fertigten.

Mit der Einführung des eigenen Chips tritt das Unternehmen nun in direkten Wettbewerb mit mehreren seiner wichtigsten Kunden, darunter Amazon, Microsoft, Nvidia und Google.

Der Schritt stellt eine grundlegende Änderung von Arms Strategie dar, da das Unternehmen versucht, einen größeren Anteil an der Wertschöpfungskette im Bereich KI-Computing zu erobern.

Analysten von Citi beschrieben die Ankündigung als die „bedeutendste Veränderung in der Unternehmensgeschichte“.

Sie erklärten, dass der Schritt in die Chipproduktion zwar erwartet worden sei, die Kombination aus einer vollständig entwickelten Server-CPU, Rückendeckung durch große Kunden wie Meta und OpenAI sowie das Ausmaß der Umsatzprognose den Markt jedoch überraschte.

„Arms Prognosen liegen deutlich über selbst den höchsten spekulierten Schätzungen“, schrieben die Citi-Analysten und fügten hinzu, dass der prognostizierte Umsatz in erheblichen zusätzlichen Gewinn und Cashflow übersetzt werden könnte, was Bedenken hinsichtlich möglicher Margendrucks durch die strategische Neuausrichtung dämpfen würde.

Optimistische Einschätzungen von der Wall Street

Raymond James hat die Aktie von „Market Perform“ auf „Outperform“ hochgestuft und ein Kursziel von $166 genannt.

Analyst Simon Leopold sagte, die Heraufstufung spiegele Arms Entscheidung wider, eigene Chips zu produzieren — eine Strategie, die er bereits bei Aufnahme der Berichterstattung unterstützt hatte.

Er merkte an, dass die Neuausrichtung stärkere operative Gewinne antreiben, das Wachstum stützen und eine neue strategische Dimension hinzufügen könne.

Separat hat HSBC die Aktie letzte Woche von „Reduce“ auf „Buy“ hochgestuft und ihr Kursziel von $90 auf $205 mehr als verdoppelt — eine der optimistischsten Einschätzungen an der Wall Street.

Analyst Frank Lee sagte, Arm vollziehe den Übergang von einem smartphone‑abhängigen Lizenzmodell zu einem zentralen Akteur bei KI-Serverprozessoren, ein Wandel, der erhebliches Kurspotenzial freisetzen könnte.

Lee fügte hinzu, dass Lizenzgebühren aus Server‑CPUs schließlich den derzeitigen Gesamtumsatz des Unternehmens erreichen könnten und möglicherweise $4 billion bis 2030 erreichen würden.

Er bemerkte außerdem, dass ein Erfolg im Markt für handelsübliche CPUs Arm ermöglichen könnte, die Preise zu erhöhen und die Profitabilität zu verbessern.