Dow Jones verliert 250 Punkte: Darum eröffneten US-Aktien tiefer

Dow Jones verliert 250 Punkte: Darum eröffneten US-Aktien tiefer
Ananthu C U
26. März 2026, 14:42 PM
  • US-Aktien fallen, weil Öl steigt und die Spannungen im Nahen Osten anhalten.
  • Öl-Anstieg und gemischte Signale zu Iran-Gesprächen halten die Märkte angespannt.
  • Die Hoffnungen auf Fed-Zinssenkungen schwinden, da Inflationsrisiken und Volatilität zunehmen.

US-Aktien eröffneten am Donnerstag tiefer und drehten damit die Gewinne der vorherigen Sitzung um, da Investoren angesichts der Entwicklungen im Nahen Osten und des unsicheren Pfads zu einer Deeskalation vorsichtig blieben.

Der Dow Jones Industrial Average verlor 256 Punkte bzw. 0,5 %, während der S&P-500-Index um 0,7 % nachgab und der Nasdaq-100-Index 1 % verlor.

Der Rücksetzer folgt auf einen höheren Schlusskurs an der Wall Street am Mittwoch, gestützt von Hoffnungen, dass diplomatische Bemühungen zwischen den USA und dem Iran die Spannungen mildern könnten. 

Widersprüchliche Signale beider Seiten haben Anleger jedoch weiterhin nervös gemacht.

Öl-Anstieg und gemischte Signale belasten die Stimmung

Die Rohölpreise zogen am Donnerstag kräftig an und übten zusätzlichen Druck auf Aktien aus. 

Brent-Öl stieg um 3,8 % auf $106,07 pro Barrel, West Texas Intermediate kletterte um 3,5 % auf $93,45.

Die Unsicherheit der Investoren wurde durch widersprüchliche Botschaften aus Washington und Teheran verstärkt. 

US-Präsident Donald Trump sagte, Iran sei darauf erpicht, ein Abkommen zu schließen, während Irans Außenminister andeutete, dass, obwohl ein US-Vorschlag geprüft werde, Teheran nicht die Absicht habe, Gespräche aufzunehmen.

Trump schrieb, Iran müsse „bald ernst werden, bevor es zu spät ist, denn sobald das passiert, gibt es KEIN ZURÜCK, und es wird nicht schön sein.“ Er beschrieb iranische Verhandler außerdem als „sehr anders“ und „seltsam“ und fügte hinzu, sie würden die USA „anflehen“, einen Deal zu schließen.

Das Fehlen klarer Signale hat die Märkte äußerst empfindlich gegenüber Schlagzeilen gemacht. 

Wirtschaftliche Risiken und geldpolitische Aussichten im Fokus

Die breiteren wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts treten ebenfalls deutlicher hervor. 

Die OECD warnte, dass eskalierende Spannungen das globale Wachstum bereits gestört haben und eine mögliche Schließung der Straße von Hormuz ein erhebliches Inflationsrisiko darstellt.

Dadurch stehen auch die Zentralbanken vor zunehmenden Herausforderungen. 

Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen Geldmarktteilnehmer inzwischen keine Zinssenkungen der Federal Reserve in diesem Jahr mehr ein, nachdem vor dem Konflikt noch zwei Senkungen erwartet worden waren.

Wirtschaftsdaten, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, zeigten, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 21. März um 21.000 stiegen und damit den Erwartungen entsprachen.

Investoren beobachten zudem Äußerungen von Federal‑Reserve-Vertretern Lisa Cook, Stephen Miran, Michael Barr und Philip Jefferson auf weitere Hinweise zur geldpolitischen Aussichten.

Aktien im Fokus und Sektorbewegungen

Unter den Einzelwerten schossen die Aktien von Olaplex Holdings um 50 % nach oben, nachdem der deutsche Konzern Henkel zugestimmt hatte, die Haarpflegemarke in einem Deal über 1,4 Mrd. $ zu übernehmen.

Goldminenwerte gaben nach, da der Goldpreis um mehr als 1,5 % fiel: Newmont minus 2 %, Sibanye Stillwater minus 3,6 % und Harmony Gold minus 3 %.

Aktien von Speicherchip-Herstellern wie SanDisk, Micron, Western Digital und Seagate Technologies fielen zwischen 2 % und 3 %, nachdem Google ein neues KI-Modell angekündigt hatte, das den Speicherbedarf großer Sprachmodelle reduziert.

Analysten sagen, die Märkte würden zunehmend von geopolitischen Entwicklungen und weniger von Fundamentaldaten getrieben. 

Mit steigenden Ölpreisen und weiterhin gemischten diplomatischen Signalen dürften Anleger vorsichtig bleiben, während sie sich in einem volatilen, von Schlagzeilen bestimmten Marktumfeld bewegen.