Warum bevorzugen Schweizer weiterhin Bargeld gegenüber Zahlungs‑Apps?

Warum bevorzugen Schweizer weiterhin Bargeld gegenüber Zahlungs‑Apps?
Devesh Kumar
30. März 2026, 13:32 PM
  • Zahlungen über Mobile‑Apps sanken 2025 auf 17%, nach 18% im Vorjahr.
  • Debitkarten führten mit einem Anteil von 37%, während Bargeld insgesamt stabil bei 30% blieb.
  • Nur 2% der Befragten sprachen sich für die Abschaffung von Bargeld aus, was auf breite Unterstützung hinweist.

Die Nutzung mobiler Zahlungs‑Apps in der Schweiz stagnierte im vergangenen Jahr: Der Anteil der über Apps abgewickelten Transaktionen sank laut einer von Reuters berichteten Umfrage der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von 18% im Jahr 2024 auf 17% in 2025.

Debitkarten blieben mit 37% der Käufe die erste Wahl, während Bargeld bei Transaktionen vor Ort stabil bei 30% verharrte.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten sprach sich für die weitere Verwendung von Bargeld aus; nur 2% befürworteten dessen Abschaffung.

Was die SNB‑Umfrage zeigt

Die Studie der SNB ergab, dass mobile Apps wie Twint oder Apple Pay in einem geringeren Anteil der Zahlungen eingesetzt wurden als im Vorjahr.

Das deutet darauf hin, dass die Dynamik nach dem raschen Wachstum der letzten Jahre nachgelassen hat.

Trotz der breiten Verfügbarkeit mobiler Optionen dominierten Karten und Bargeld weiterhin den täglichen Zahlungsverkehr.

Die Umfrage zeigte außerdem eine starke öffentliche Unterstützung für den Verbleib von Banknoten im Umlauf.

Warum Bargeld weiterhin attraktiv ist

„Die Menschen schätzen die Anonymität des Bargelds“, sagte Marcel Stadelmann, Zahlungsforscher an der Zurich University of Applied Sciences, in von Reuters berichteten Äußerungen.

„Manche Menschen möchten beim Bezahlen mit Karten oder mobilen Apps keine Spuren in der digitalen Welt hinterlassen.“

Stadelmann verwies auf Regierungsmaßnahmen während der COVID‑19‑Zeit, die bei einigen das Bewusstsein für Datenschutz geschärft hätten.

Er fügte hinzu, dass viele auch das Bezahlen mit Scheinen und Münzen genießen und das Gefühl haben, dadurch Kontrolle zu haben.

Was das Verhalten verändern könnte

Stadelmann sagte, das Wachstum bei der Nutzung von Zahlungs‑Apps scheine ins Stocken geraten zu sein, weil die meisten Menschen in der Schweiz diese bereits nutzen und viele einen klaren Grund bräuchten, von Karten oder Bargeld zu wechseln.

„Bei Sofortzahlungen muss es etwas sein, das Zahlungen schneller, einfacher, bequemer macht oder den Menschen mehr Kontrolle über ihre Ausgaben gibt, indem es sofortiges Feedback liefert, wenn sie zu viel ausgegeben haben“, sagte er.

Banknoten bleiben Teil der Planung

Die SNB hat in diesem Monat die Designer für ihre nächsten Banknoten benannt, die voraussichtlich in den 2030er‑Jahren in Umlauf kommen.

Dieser Schritt unterstreicht, dass Bargeld weiterhin als geplanter Bestandteil des Zahlungsverkehrs betrachtet wird.

„Physisches Bargeld wird in der Schweiz noch längere Zeit wichtig bleiben“, sagte Stadelmann.

Der Zahlungsmix der Schweiz zeigt die Widerstandsfähigkeit des Bargelds und die Primat der Debitkarten, während die Nutzung mobiler Apps einen Plateau‑Effekt erreicht hat.

Ein stärkerer Wechsel zu einer höheren App‑Durchdringung dürfte von klaren, spürbaren Vorteilen in Bezug auf Geschwindigkeit, Komfort oder Ausgabenkontrolle abhängen.