Ist die Beiersdorf-Aktie nach 44%-Einbruch kaufenswert? UBS-Aufstufung gibt Hinweise

Ist die Beiersdorf-Aktie nach 44%-Einbruch kaufenswert? UBS-Aufstufung gibt Hinweise
Devesh Kumar
31. März 2026, 12:48 PM
  • UBS stuft Beiersdorf auf „Neutral“ hoch, senkt aber das Kursziel auf €80.
  • Aktienkurs binnen zwei Jahren um 44% gefallen, wodurch die Bewertung attraktiver erscheint.
  • Gewinnprognosen gesenkt, da Nivea und La Prairie unter Druck stehen.

Der lange Absturz der Beiersdorf-Aktie hat zuletzt ausgereicht, damit ein großer Broker seine negative Haltung überdenkt.

UBS hat den deutschen Hautpflege- und Konsumgüterkonzern am Dienstag von „Verkaufen“ auf „Neutral“ hochgestuft.

Die Analysten argumentierten, dass nach einem zweijährigen Kursrückgang die Bewertung nun deutlich weniger anspruchsvoll erscheine.

Die Maßnahme ist jedoch kaum als uneingeschränkte Zustimmung zu verstehen.

UBS kürzte zudem sein 12-Monats-Kursziel von €90 auf €80, was gegenüber dem Schlusskurs von Beiersdorf am March 30 von €75.40 nur ein begrenztes Aufwärtspotenzial lässt.

Das bedeutet, dass UBS nicht mehr eindeutig negativ zur Aktie steht, aber auch noch nicht bereit ist, eine positive Einschätzung abzugeben.

Beiersdorf-Aktie: Bewertungsaufwertung, kein Erholungszeichen

Das Timing spiegelt wider, wie stark die Aktie getroffen wurde.

Nach Angaben von UBS liegt die Beiersdorf-Aktie seit Jahresbeginn 2026 etwa 20% im Minus, verglichen mit einem Rückgang von rund 7% für den weiteren Sektor.

In den vergangenen 24 Monaten ist die Aktie um rund 44% gefallen, während der Sektor insgesamt weitgehend unverändert blieb.

Die Ratingänderung von UBS dreht sich hauptsächlich um die Bewertung und weniger um eine Verbesserung des operativen Momentums.

Die Bank schrieb, die Beiersdorf-Aktie werde nun mit etwa dem 17‑fachen der geschätzten Gewinne für 2026 und mit rund dem 7‑fachen EV/EBITDA gehandelt.

UBS sieht dies als etwa 20% Bewertungsabschlag gegenüber dem weiteren europäischen Sektor für Food, Household and Personal Care.

Die Kennzahl liegt deutlich unter dem eigenen 10-Jahres-Durchschnitt von Beiersdorf von einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27.

Einfach ausgedrückt sagt UBS, dass die Aktie so günstig geworden sei, dass eine Beibehaltung der „Verkaufen“-Einstufung schwerer zu rechtfertigen ist.

Diese Unterscheidung ist wichtig, da ein Neutral-Rating nicht bedeutet, dass das Geschäft eine Trendwende erreicht hat oder eine starke Erholung bevorsteht.

Operative Sorgen bleiben bestehen

Der Grund für die Zurückhaltung von UBS ist, dass das kurzfristige operative Bild weiterhin schwach erscheint.

Die Bank senkte ihre Erwartungen für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie 2026 auf €4.27 und für 2027 auf €4.21, beide unterhalb des Konsenses.

Sie erwartet auch ein schwaches erstes Quartal und prognostiziert einen organischen Umsatzrückgang im Konsumentengeschäft von 4.8% und einen Rückgang der Tesa-Umsätze um 2.5%.

Innerhalb der Konsumenten-Division sieht UBS La Prairie als die größte Belastung mit einem erwarteten Umsatzrückgang von etwa 20%, während Nivea einen organischen Umsatzrückgang von 6% prognostiziert wird.

Derma ist der positivere Bereich mit einem erwarteten Wachstum von rund 8% im Quartal.

Diese Mischung erklärt, warum die Aktie weiterhin schwer einzuschätzen ist.

Bei Beiersdorf wachsen Teile des Portfolios weiterhin, jedoch nicht ausreichend, um die Schwäche bei wichtigen Marken und Regionen auszugleichen.

Das Unternehmen selbst hat für 2026 bereits einen vorsichtigen Ton angeschlagen.

Im Finanzkalender wird der nächste wichtige Meilenstein am April 21 erwartet, wenn der Quartalsbericht für Januar bis März veröffentlicht wird.

Was die Beiersdorf-Geschichte jetzt nuancierter macht, ist, wie viel Negatives der Markt offenbar bereits eingepreist hat.