SpaceX hat einen chinesischen Rivalen – und der eilt ihr an die Börse voraus

SpaceX hat einen chinesischen Rivalen – und der eilt ihr an die Börse voraus
Invezz Team
01. Apr. 2026, 08:05 AM
  • CAS Space peilt einen Börsengang über 607 Mio. US-Dollar am STAR Market in Shanghai an.
  • Mittel zur Förderung von F&E für wiederverwendbare Raketen und zur Senkung der Startkosten.
  • Konkurrent SpaceX wirkt als Benchmark im globalen Rennen um Startdienste.

Während SpaceX sich einem möglicherweise rekordverdächtigen Börsengang, der bereits Anfang 2026 erwartet wird, nähert, prescht ein kleinerer chinesischer Wettbewerber bereits vor, um die Kapitalmärkte zu erschließen.

Die Entwicklung verdeutlicht, wie sich globale Raumfahrtunternehmen um Investorenkapital positionieren.

CAS Space Technology plant laut einer am Dienstag gemeldeten Einreichung bei Reuters, durch eine Notierung am STAR Market in Shanghai rund 4,18 Milliarden Yuan (607 Mio. US-Dollar) einzusammeln.

Das in Guangzhou ansässige Unternehmen gibt an, die Mittel hauptsächlich in die Entwicklung wiederverwendbarer Trägerraketen zu investieren, was mit Chinas jüngster politischer Unterstützung für private Raumfahrtfirmen und den Ende Dezember eingeführten gelockerten IPO-Regeln übereinstimmt.

IPO-Plan und Mittelverwendung

Das geplante Angebot würde Forschung und Entwicklung für wiederverwendbare Raketen finanzieren, während CAS Space einen kostengünstigeren und häufiger verfügbaren Zugang zur Umlaufbahn anstrebt.

Das Unternehmen bleibt unprofitabel und weist aufgrund hoher F&E-Ausgaben kumulierte Verluste von rund 2,5 Milliarden Yuan auf.

In den letzten drei Jahren überstiegen die Forschungskosten die Einnahmen, was die Kapitalintensität der Entwicklung von Trägerraketen unterstreicht.

Peking beschleunigt das Rennen um Raumfahrt-Börsengänge

Die Börse in Shanghai lockerte Ende Dezember die IPO-Regeln für Unternehmen, die an wiederverwendbaren Raketen arbeiten, als Teil einer umfassenderen Anstrengung, Chinas Rückstand gegenüber den Vereinigten Staaten in Raumfahrtfähigkeiten zu verringern.

Wiederverwendbare Raketen gelten als entscheidend, um Startkosten zu senken und die Bereitstellung von Satelliten für Anwendungen von militärischer Überwachung bis hin zu Breitbandkommunikation zu unterstützen.

CAS Space folgt anderen chinesischen Raumfahrtunternehmen, die versuchen, heimische Kapitalmärkte zu erschließen.

Das private Unternehmen LandSpace, das von Reuters als Chinas führende Firma für wiederverwendbare Raketen bezeichnet wird, plant, am STAR Market etwas mehr als 1 Mrd. US-Dollar aufzubringen.

China setzt auf Wiederverwendbarkeit

CAS Space teilte mit, dass seine neue Generation Kinetica-2 am Montag ihren Jungfernflug absolvierte und mehrere Satelliten sowie ein Prototyp-Raumschiff in die Umlaufbahn brachte.

Die Rakete ist für hochfrequente, kostengünstige Missionen konzipiert und verfügt über eine Architektur, die potenzielle Wiederverwendbarkeit ermöglicht, wodurch sie geeignet ist, Chinas wachsende Infrastruktur für Satelliten in der niedrigen Erdumlaufbahn zu unterstützen.

Laut Reuters hat bislang nur SpaceX die wiederverwendbare Starttechnologie zuverlässig gemeistert, ein Maßstab, der sowohl die Chance als auch die Herausforderung für neue Marktteilnehmer verdeutlicht.

CAS Space ist laut Reuters ein kommerzielles Spin-off der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, des größten staatlichen Forschungsinstituts des Landes, und hat seinen Sitz in Guangzhou.

Der Börsengangsplan des Unternehmens unterstreicht Chinas Bestreben, Kapital in private Startdienstleister zu lenken, um die Bereitstellung groß angelegter Satellitenkonstellationen zu unterstützen und die Abhängigkeit von staatlichen Anbietern zu verringern.

Bei Erfolg würde die Notierung am STAR Market CAS Space frisches Kapital verschaffen, um die Bemühungen zur Wiederverwendbarkeit voranzutreiben und auf dem Debüt der Kinetica-2 aufzubauen, während sie gleichzeitig das Anlegerinteresse an Chinas aufkommendem kommerziellem Startsektor testet.