Dow Jones fällt um 600 Punkte, Trump signalisiert Eskalation im Iran, Öl klettert

Dow Jones fällt um 600 Punkte, Trump signalisiert Eskalation im Iran, Öl klettert
Ananthu C U
02. Apr. 2026, 15:41 PM
  • US-Aktien fallen, nachdem Trump eine Eskalation im Iran-Konflikt signalisiert hat.
  • Öl springt an, da die Spannungen zunehmen und die Hoffnungen auf Fed-Zinssenkungen schwinden.
  • Globalstar steigt, nachdem Übernahmegerüchte um Amazon die Raumfahrtaktien beflügeln.

Die US-Aktien eröffneten am Donnerstag tiefer, in der letzten Sitzung einer feiertagsverkürzten Woche, nachdem Präsident Donald Trump eine Eskalation im Iran-Konflikt signalisiert hatte, was die Hoffnungen auf eine kurzfristige Lösung dämpfte und die Ölpreise nach oben trieb.

Der Dow Jones Industrial Average fiel um etwa 637 Punkte bzw. 1,3 %, während der S&P 500 um 1,3 % nachgab und der Nasdaq 100 um 1,74 % sank.

Eskalationsängste belasten die Stimmung

In einer genau beobachteten Ansprache am Mittwoch deutete Trump an, dass sich die Militäroperationen gegen Iran in den kommenden Wochen verschärfen würden und kehrte damit frühere Erwartungen an einen raschen Abzug um.

„In den nächsten zwei bis drei Wochen werden wir sie zurück in die Steinzeit bringen, wo sie hingehören.“

Die Äußerungen folgten kurz nachdem Trump angedeutet hatte, die USA könnten „ziemlich schnell“ aus dem Iran heraus sein, was Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts schuf.

Die Märkte, die zuletzt auf Hoffnungen einer Deeskalation gestiegen waren, reagierten negativ auf den Tonwechsel.

Der Volatilitätsindikator von Wall Street, der CBOE VIX, stieg auf 27,54 Punkte, nachdem er in der vorherigen Sitzung ein Wochen­tief erreicht hatte, was die wachsende Anlegerunsicherheit widerspiegelt.

Öl-Rallye und Fed-Ausblick

Die Ölpreise schossen infolge der erhöhten geopolitischen Spannungen nach oben. Brent-Rohöl stieg um rund 7 % auf über 108 $ je Barrel, während WTI-Rohöl um 12 % auf über 112 $ je Barrel zulegte.

Die starke Bewegung in den Energiemärkten trieb ölbezogene Aktien: Exxon Mobil und Chevron legten jeweils um etwa 2,5 % bzw. 3 % zu.

Weitere Energieunternehmen wie APA, ConocoPhillips, Devon Energy und Occidental Petroleum verzeichneten Zugewinne von 3–4 %.

Steigende Energiepreise haben zudem die Erwartungen an die Geldpolitik verschoben.

Laut dem FedWatch Tool der CME Group erwarten Händler nun keine Zinssenkungen der Federal Reserve mehr, während vor dem Beginn des Konflikts noch zwei Senkungen eingepreist waren.

Aktien, Daten und Sektorbewegungen

Der Nahostkonflikt hatte die Märkte bereits im März erschüttert: S&P 500 und Nasdaq verzeichneten ihre größten Monatsverluste seit einem Jahr, während Brent-Rohöl seine stärkste Monatsperformance in der Geschichte aufwies.

Trotz der breiten Risikoaversion zeigten einige Sektoren und Titel deutliche Bewegungen.

Die Aktien von Globalstar sprangen beim Handelsauftakt um 9 %, nachdem Berichte erschienen waren, dass Amazon in Gesprächen über eine Übernahme des Satellitenunternehmens in niedriger Erdumlaufbahn steht.

Die Anleger richteten ihr Augenmerk auch auf SpaceX, das vertraulich eine US-Börsennotierung beantragt hat und Berichten zufolge eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar anstrebt.

Die Entwicklung beflügelte in der vorherigen Sitzung kleinere raumfahrtnahe Unternehmen wie Rocket Lab, Planet Labs und Intuitive Machines.

Auf makroökonomischer Ebene zeigten Daten, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 202.000 sanken für die Woche bis zum 28. März und damit unter den Erwartungen von Ökonomen in Höhe von 212.000.

Anleger blicken nun auf den am Freitag anstehenden Bericht zu den Nonfarm-Payrolls, obwohl die US-Märkte wegen des Karfreitags geschlossen sein werden.

Händler warten außerdem auf die später am Tag erwarteten Äußerungen der Präsidentin der Federal Reserve in Dallas, Lorie Logan, um weitere Hinweise zum geldpolitischen Ausblick zu erhalten.

Mit der sich verschärfenden geopolitischen Unsicherheit und den stark steigenden Ölpreisen scheinen die Märkte auf erneute Volatilität eingestellt zu sein, da Anleger Risiko- und Wachstumserwartungen neu bewerten.