Tesla‑Verkäufe steigen in Großbritannien und Südkorea, Lieferdefizit belastet Aktie

Tesla‑Verkäufe steigen in Großbritannien und Südkorea, Lieferdefizit belastet Aktie
Utkarsh Roshan
07. Apr. 2026, 11:30 AM
  • Tesla‑Zulassungen steigen in Großbritannien und Südkorea vor dem Hintergrund von Preiskonkurrenz.
  • Lieferverfehlung und Lagerlücke belasten weiterhin die Aussichten.
  • Behörden beenden Untersuchung zur Summon‑Funktion und bewerten Vorfälle als geringes Risiko.

Tesla meldete gemischte globale Verkaufstrends, mit Zuwächsen in ausgewählten internationalen Märkten, während breitere Lieferbedenken fortbestehen.

In Großbritannien stiegen Teslas Neuzulassungen um 20 % im Jahresvergleich auf 8.599 Einheiten, laut Daten der Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT).

Das Unternehmen blieb jedoch hinter BYD zurück, das im gleichen Zeitraum einen Anstieg von 133 % auf 15.162 Einheiten verzeichnete.

In Südkorea sprangen die Tesla‑Zulassungen im März im Jahresvergleich um 330 % auf 11.134 Fahrzeuge, so Angaben des Marktanalysten Carisyou.

Der Anstieg folgte auf Preissenkungen bei in China gefertigten Model Y‑ und Model 3‑Fahrzeugen, die den Wettbewerb unter den Herstellern von Elektrofahrzeugen im Land verschärften.

Lieferverfehlung unterstreicht anhaltenden Druck

Die Auslandserfolge kommen, nachdem Tesla in der vergangenen Woche schwächere als erwartete Auslieferungszahlen für das erste Quartal gemeldet hatte.

Das Unternehmen gab an, im Zeitraum Januar–März 408.386 Fahrzeuge produziert, aber nur 358.023 Einheiten ausgeliefert zu haben.

Damit blieb es hinter früheren Konsensschätzungen von rund 365.645 Fahrzeugen sowie hinter einer durchschnittlichen Prognose von 368.903 Einheiten, die von Visible Alpha erfasst wird.

Tesla produzierte 394.611 Model 3‑ und Model Y‑Fahrzeuge und lieferte 341.893 Einheiten aus.

Die Gesamtlieferungen gingen im Vergleich zum vierten Quartal 2025 um 14,4 % zurück, stiegen jedoch im Jahresvergleich um 6,3 %.

Die Ergebnisse unterstreichen eine sich vergrößernde Lücke zwischen Produktion und Nachfrage und schüren Sorgen über Lageraufbau und Preisdruck.

Die Tesla‑Aktie blieb nach der Veröffentlichung des Auslieferungsberichts unter Druck.

Sie brach um etwa 5 % am Donnerstag ein und um rund 2 % am Montag.

Zum Zeitpunkt der Niederschrift stand die Tesla‑Aktie im vorbörslichen Handel leicht im Plus.

Tesla sieht sich nun einer seltenen Phase anhaltender Lieferschwäche gegenüber.

Das Unternehmen verzeichnete zwei aufeinanderfolgende Jahre rückläufiger Jahresauslieferungen, und einige Analysten warnen, dass ein drittes Jahr der Kontraktion möglich ist.

In Europa wurde Teslas Gesamtperformance durch eine schwächere Nachfrage belastet, obwohl sich in bestimmten Märkten Erholungszeichen zeigen.

Frankreich hat sich als heller Punkt erwiesen. Die Zulassungen stiegen im ersten Quartal im Jahresvergleich um 203 % auf 9.569 Fahrzeuge, knapp unter dem Rekordniveau von Dezember 2023.

In China wuchsen Teslas lokal gefertigte Elektrofahrzeugverkäufe im ersten Quartal im Jahresvergleich um 23,5 %, nach 1,9 % Wachstum im Vorquartal.

Regulatorische Erleichterung bei Summon‑Funktion

Separat gewährten US‑Behörden auf der Sicherheitsebene etwas Entlastung.

Die National Highway Traffic Safety Administration teilte mit, sie habe eine Untersuchung zu fast 2,6 Millionen Tesla‑Fahrzeugen im Zusammenhang mit der Funktion „Actually Smart Summon“ eingestellt.

Das System ermöglicht es Nutzern, Fahrzeuge über kurze Distanzen per Smartphone‑App zu bewegen.

Die Behörde erklärte, dass die Funktion hauptsächlich mit Vorfällen bei niedriger Geschwindigkeit und geringfügigen Sachschäden in Verbindung gebracht wurde.

Die Untersuchung überprüfte etwa 100 gemeldete Unfälle, bei denen die Fahrzeuge meist auf unbewegliche Objekte wie geparkte Autos, Garagentore oder Schranken trafen.

Es wurden keine Verletzten oder Todesfälle gemeldet, und es wurden keine schweren Unfälle oder Airbag‑Auslösungen festgestellt.

Die Aufsichtsbehörden kamen zu dem Schluss, dass die geringe Häufigkeit und Schwere der Vorfälle keine weiteren Maßnahmen rechtfertigt.

Tesla hatte die Bedenken bereits durch Software‑Updates adressiert, die die Hinderniserkennung und das Fahrzeugverhalten in dynamischen Umgebungen verbessern sollen.

Außerdem stufte die National Highway Traffic Safety Administration im vergangenen Monat eine Untersuchung des Full‑Self‑Driving‑Systems von Tesla zu einer „engineering analysis“ hoch.

Dies ist ein weiter fortgeschritteneres Stadium, das typischerweise einem möglichen Rückruf vorausgeht, und erweitert die Überprüfung auf etwa 3,2 Millionen Fahrzeuge.