US-Stromnachfrage erreicht bis 2027 neue Höchststände durch KI-Boom

US-Stromnachfrage erreicht bis 2027 neue Höchststände durch KI-Boom
Invezz Team
07. Apr. 2026, 19:33 PM
  • US‑Stromnachfrage erreicht aufgrund von KI‑Wachstum bis 2027 Rekordwerte.
  • Erneuerbare gewinnen, während der Kohleanteil im US‑Energiemix sinkt.
  • Gasnachfrage verlagert sich angesichts der Elektrifizierung hin zur Stromerzeugung.

Laut dem neuesten Ausblick der Energy Information Administration (EIA) wird die US‑Stromnachfrage ihren Rekordlauf bis 2027 fortsetzen, angetrieben vom raschen Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz, Krypto‑Betrieben und der weitergehenden Elektrifizierung der Wirtschaft.

Die Behörde erklärte, der Stromverbrauch, der 2025 zum zweiten Mal in Folge ein Jahresrekord war, werde in den nächsten zwei Jahren weiter ansteigen.

Die EIA rechnet damit, dass die Nachfrage von 4.195 Milliarden Kilowattstunden (kWh) im Jahr 2025 auf 4.244 Milliarden kWh im Jahr 2026 und weiter auf 4.381 Milliarden kWh im Jahr 2027 steigen wird.

KI, Krypto und Elektrifizierung treiben die Nachfrage an

Der Anstieg des Stromverbrauchs wird größtenteils durch wachsende Rechenzentren für künstliche Intelligenz und Kryptowährungen sowie durch zunehmende Elektrifizierung im Wohn‑ und Gewerbesektor befeuert.

Haushalte und Unternehmen nutzen mehr Strom, da sie beim Heizen und im Verkehr von fossilen Brennstoffen weg zur Elektrizität wechseln, was zur Aufwärtsentwicklung der Stromnachfrage beiträgt.

Die EIA erwartet, dass der Stromabsatz in wichtigen Verbrauchersegmenten im Jahr 2026 zunehmen wird.

Der Haushaltsverbrauch wird voraussichtlich 1.520 Milliarden kWh erreichen, nach einem Rekordwert von 1.515 Milliarden kWh im Jahr 2025. Der gewerbliche Verbrauch wird auf 1.528 Milliarden kWh steigen und damit den bisherigen Höchststand von 1.493 Milliarden kWh aus 2025 übertreffen.

Der industrielle Verbrauch wird hingegen voraussichtlich 1.053 Milliarden kWh erreichen und damit unter seinem historischen Höchststand von 1.064 Milliarden kWh aus dem Jahr 2000 bleiben.

Erneuerbare gewinnen Anteile, während Kohle zurückgeht

Mit steigendem Strombedarf verschiebt sich auch die Zusammensetzung der US‑Stromerzeugung.

Die EIA erwartet, dass der Kohleanteil im Strommix weiter sinkt, von 17 % in 2025 auf 16 % in 2026 und 15 % in 2027.

Für Erdgas wird ein relativ stabiles Bild prognostiziert: Es soll 2025 rund 40 % der Erzeugung ausmachen, leicht auf 39 % in 2026 sinken und 2027 wieder auf 40 % steigen.

Erneuerbare Energien sollen an Boden gewinnen; ihr Anteil steigt von etwa 24 % in 2025 auf 25 % in 2026 und 27 % in 2027.

Der Beitrag der Kernenergie dürfte hingegen über den gesamten Zeitraum bei 18 % stabil bleiben.

Die Verschiebung unterstreicht die wachsende Rolle erneuerbarer Energien bei der Deckung des steigenden Strombedarfs, auch wenn traditionelle Energiequellen weiterhin einen bedeutenden Anteil im Gesamtsystem behalten.

Gasnachfrage verlagert sich zur Stromerzeugung

Auch die Verbrauchsmuster beim Erdgas dürften sich in den kommenden Jahren verändern.

Die EIA prognostiziert, dass die Erdgasverkäufe an Haushalte, Gewerbe und Industrie im Jahr 2026 zurückgehen werden.

Der Haushaltsbedarf wird voraussichtlich auf 12,6 Milliarden Kubikfuß pro Tag (bcfd) sinken, verglichen mit einem historischen Höchststand von 14,3 bcfd im Jahr 1996.

Der gewerbliche Bedarf dürfte auf 9,4 bcfd zurückgehen, unter dem Höhepunkt von 9,9 bcfd in 2025, während der industrielle Verbrauch bei 23,2 bcfd prognostiziert wird, nach einem Rekordwert von 23,8 bcfd im Jahr 1973.

Demgegenüber wird die Nachfrage nach Erdgas für die Stromerzeugung voraussichtlich auf 36,1 bcfd steigen und sich dem Allzeithoch von 36,8 bcfd aus 2024 annähern.

Der Ausblick verdeutlicht, dass Erdgas weiterhin eine zentrale Rolle bei der Stromerzeugung spielt, selbst wenn sich die gesamten Verbrauchsmuster verändern und erneuerbare Energien Marktanteile gewinnen.