Delta-Aktie steigt um 11% nach Iran-Waffenstillstand und starken Quartalszahlen

Delta-Aktie steigt um 11% nach Iran-Waffenstillstand und starken Quartalszahlen
Ananthu C U
08. Apr. 2026, 15:55 PM
  • Delta-Aktie steigt um 11% nach Gewinnüberraschung und Ölpreisrückgang.
  • Waffenstillstand senkt Treibstoffkosten und hebt Airline-Aktien im gesamten Sektor.
  • Starke Nachfrage und Preissetzungsmacht helfen, den Druck durch Treibstoffkosten abzufedern.

Die Aktien von Delta Air Lines schossen am frühen Mittwochshandel kräftig nach oben, beflügelt durch besser als erwartete Quartalszahlen und Optimismus nach einem zweiwöchigen Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und Iran, das die Ölpreise einbrechen ließ.

Die Aktie stieg nach Handelsbeginn um mehr als 11% und steuert damit auf einen der stärksten Tagesgewinne seit über einem Jahr zu.

Die Rallye erfolgt, da fallende Rohölpreise Bedenken hinsichtlich der Treibstoffkosten—einer der größten Aufwendungen für Fluggesellschaften—lindern, während die robuste Reisesnachfrage das Umsatzwachstum weiter stützt.

Gewinnüberraschung mildert Treibstoffsorgen

Delta berichtete für das erste Quartal ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 64 US-Cent und übertraf damit Analystenschätzungen von 58 US-Cent, laut FactSet-Daten. Der Umsatz lag ebenfalls über den Erwartungen und stieg im Jahresvergleich um 12,9% auf 15,9 Milliarden USD (ca. 13,8 Milliarden €).

Trotz eines belastenden Treibstoffumfelds signalisierte die Fluggesellschaft Zuversicht in ihre Fähigkeit, die Profitabilität aufrechtzuerhalten.

Sie erwartet, im laufenden Quartal einen Vorsteuergewinn von 1 Milliarden USD (ca. 872,3 Millionen €) zu erzielen, obwohl die Treibstoffkosten voraussichtlich um mehr als 2 Milliarden USD (ca. 1,7 Milliarden €) steigen werden.

„Die Nachfrage bleibt stark, und wir ergreifen Maßnahmen, um unsere Margen und unseren Cashflow zu schützen“, sagte CEO Ed Bastian. „Dazu gehört eine deutliche Reduzierung des Kapazitätswachstums mit einer abwärtsgerichteten Tendenz, bis sich das Treibstoffumfeld verbessert, sowie das schnelle Weitergeben höherer Treibstoffkosten.“

Für das zweite Quartal erwartet Delta ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Allerdings lag die Ergebnisprognose je Aktie von $1 bis $1.50 unter den Erwartungen der Wall Street von $1.56.

Waffenstillstand und Ölpreisrückgang heben Sektorstimmung

Der Zeitpunkt von Deltas Ergebnisveröffentlichung fiel mit einem starken Einbruch der Ölpreise zusammen, da Rohöl-Futures nach der Waffenstillstandsankündigung um 16.5% einbrachen. Geringere Treibstoffkosten gelten allgemein als kurzfristiger Rückenwind für die Luftfahrtbranche.

Delta wies darauf hin, dass seine Anfang dieses Monats veröffentlichte Prognose auf Treibstoffannahmen vom 2. April basierte und den potenziellen Vorteil sinkender Kerosinpreise noch nicht berücksichtigt, falls der Waffenstillstand hält.

Der breitere Luftfahrtsektor zog ebenfalls an. Die Aktien von United Airlines stiegen um etwa 12%, American Airlines gewannen rund 9.8%, und Southwest Airlines kletterte um 11%. Der US Global Jets ETF legte zudem um 9.2% zu.

Schon vor den jüngsten Gewinnen hatte Delta seine Wettbewerber übertroffen und während der jüngsten geopolitischen Spannungen weitgehend seitwärts gehandelt, während der breitere Airline-ETF gefallen war.

Raffinerievorteil und Preissetzungsmacht im Fokus

Ein entscheidender Unterschied für Delta bleibt der Besitz einer Ölraffinerie, die dazu beitrug, die Treibstoffkosten im ersten Quartal um mehr als 2% pro Gallone zu senken. Das Unternehmen erwartet, dass diese Anlage den Aufwendungen im zweiten Quartal einen Vorteil von 300 Millionen USD (ca. 261,7 Millionen €) bringt.

Gleichzeitig hat Delta schnell reagiert, um höhere Treibstoffkosten durch Preisanpassungen auszugleichen.

Chief Commercial Officer Joe Esposito sagte zuvor, dass Treibstoffzuschläge auf internationalen Flügen bereits „eingeführt“ worden seien, während auch die Basispreise für Inlandsstrecken gestiegen seien. Die Fluggesellschaft hat zudem die Gebühren für aufgegebenes Gepäck erhöht, nachdem Wettbewerber Ähnliches getan hatten.

„Obwohl der jüngste Treibstoffanstieg derzeit die Ergebnisse belastet, bin ich zuversichtlich, dass dieses Umfeld letztlich Deltas Führungsposition stärkt und die langfristige Ertragskraft beschleunigt“, sagte Bastian.

Obwohl die Treibstoffkosten eine zentrale Unsicherheit bleiben, deuten Deltas Ergebnisse darauf hin, dass starke Nachfrage und operative Flexibilität dazu beitragen könnten, die Auswirkungen abzufedern.

Dennoch hängt die Nachhaltigkeit der aktuellen Trends stark davon ab, ob der Waffenstillstand hält und die Energiemärkte stabil bleiben.