Dow Jones verliert 175 Punkte, fragile US‑Iran‑Waffenruhe bröckelt, Öl erholt sich

Dow Jones verliert 175 Punkte, fragile US‑Iran‑Waffenruhe bröckelt, Öl erholt sich
Ananthu C U
09. Apr. 2026, 15:40 PM
  • US-Aktien fallen, da fragile Iran‑Waffenruhe bröckelt und Öl sich erholt.
  • Öl steigt stark, da der Durchgang durch die Straße von Hormus stockt und Druck auf Aktien ausübt.
  • Inflation bleibt stabil, Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung steigen; Märkte werden vorsichtiger.

Die US-Aktienmärkte eröffneten am Donnerstag tiefer und gaben die starke Rallye der Vor­sitzung ab, da Anleger die mit der fragilen Waffenruhe zwischen den USA und Iran verbundenen Risiken neu bewerteten und frische Konjunkturdaten beobachteten.

Der Dow Jones Industrial Average verlor rund 175 Punkte bzw. 0,37 %, während S&P 500 und Nasdaq 100 um 0,15 % bzw. 0,12 % nachgaben.

Der Rückschlag folgte auf eine deutliche Erholung am Mittwoch, als der Dow um mehr als 1.300 Punkte bzw. 2,9 % zulegte, während der S&P 500 um 2,5 % stieg und der Nasdaq Composite um 2,8 % zulegte.

Unsicherheit über Waffenruhe belastet die Stimmung

Die Märkte blieben gegenüber Entwicklungen im Nahen Osten sensibel, nachdem US-Präsident Donald Trump zugestimmt hatte, Angriffe auf Iran für zwei Wochen auszusetzen, um Verhandlungsraum zu schaffen.

Das Abkommen sah die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor, einer wichtigen Schifffahrtsroute, die während des fünf Wochen andauernden Konflikts gestört gewesen war.

Es traten jedoch schnell Anzeichen von Spannungen in der Waffenruhe auf. Der Parlamentspräsident Irans, Mohammad Bagher Ghalibaf, warf den USA vor, das Abkommen bereits verletzt zu haben, und nannte die anhaltenden Angriffe Israels auf den Libanon, einen Drohnenvorfall im iranischen Luftraum sowie Streitigkeiten um Urananreicherung.

Trump bekräftigte einen harten Kurs und erklärte, dass US-Streitkräfte in der Region stationiert bleiben würden, bis Iran vollständig dem „wirklichen Abkommen“ nachkomme, und warnte, dass jeder Verstoß zu einer erheblichen Eskalation führen würde.

Trotz des Rahmens für den Waffenstillstand hat sich der Verkehr durch die Straße von Hormus noch nicht normalisiert; es wurde nur eine begrenzte Schiffsbewegung gemeldet, was die Sorgen der Anleger über die Belastbarkeit des Waffenstillstands verstärkt.

Öl-Erholung setzt Aktien unter Druck

Die Rohölpreise erholten sich am Donnerstag, da die Unsicherheit über Energieexporte anhielt. Die Futures auf West Texas Intermediate stiegen um etwa 5 % auf über 99 USD je Barrel, während Brentöl um rund 4 % auf über 98 USD zulegte.

Der Anstieg der Ölpreise folgte auf begrenzte Fortschritte bei der Wiederherstellung des Verkehrs durch die Straße von Hormus, die einen erheblichen Anteil der globalen Ölströme abwickelt. Der erneute Preisanstieg bei Energie belastet die Aktienmärkte, insbesondere nach der Erholungsrallye der vorherigen Sitzung.

Konjunkturdaten und Kursbewegungen im Fokus

Anleger werteten zudem eine Reihe von Konjunkturdaten aus, die gemischte Signale für die US-Wirtschaft lieferten.

Der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), das von der Federal Reserve bevorzugte Inflationsmaß, stieg im Februar um 0,4 % gegenüber dem Vormonat und um 2,8 % im Jahresvergleich und entsprach damit den Erwartungen. Die Kern-PCE, die Nahrungsmittel und Energie ausschließt, entsprach ebenfalls den Prognosen.

Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung für die Woche zum 4. April lagen bei 219.000 und damit leicht über den Konsensschätzungen von 210.000. Frühere Daten zeigten zudem ein US-Wirtschaftswachstum von 0,5 % im vierten Quartal, unter den Erwartungen von 0,7 %.

Unter Einzelwerten fielen die Aktien von Applied Digital um 5 %, nachdem der Rechenzentrumsbetreiber einen ausgeweiteten Nettoverlust im dritten Quartal gemeldet hatte. CoreWeave stieg etwa 2,6 %, nachdem ein 21‑Milliarden‑USD‑Cloud‑Deal mit Meta Platforms angekündigt wurde, wobei die Gewinne durch die Nachricht über ein 3‑Milliarden‑USD‑Wandelschuldverschreibungsangebot begrenzt wurden.

Da geopolitische Unsicherheit und Inflationssorgen weiterhin bestehen, scheinen die Märkte für anhaltende Volatilität in nächster Zeit gerüstet zu sein.