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BMW übertrifft Schätzungen trotz Gewinnrückgang: Ist die Aktie jetzt ein Kauf?

BMW übertrifft Schätzungen trotz Gewinnrückgang: Ist die Aktie jetzt ein Kauf?
Devesh Kumar
06. Mai 2026, 08:24 AM

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BMW (BMW.DE)

BMW kaufen. Das Unternehmen übertraf die Gewinnerwartungen, während die EBIT-Marge im Automobilgeschäft (5,0 %) trotz eines Gewinnrückgangs von 25 % über der Prognose (4,7 %) lag, was zeigt, dass die Belastungen durch Zölle und China besser absorbiert werden als befürchtet. Die Aktie ist günstig (≈6,4-faches Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der vergangenen Gewinne) und zahlt eine Dividende von etwa 5,7 % bei gleichzeitig aktivem Rückkaufprogramm, sodass Abwärtsrisiken abgefedert sind, solange die Margen im Korridor von 4–6 % bleiben.

Kernrisiko: Die Nachfrage in China fällt erneut deutlich und zwingt BMW zu Preis- und/oder Produktionssenkungen, die den Margenkorridor von 4–6 % durchbrechen.

Mercedes-Benz (MBG.DE)

Mercedes‑Benz verkaufen. Der Artikel weist darauf hin, dass Anleger die bevorstehenden Zahlen von Mercedes als Indikator für die gesamte Branche verwenden werden; zeigt Mercedes eine stärkere Margenenttäuschung als BMW (bei BMW hielten die Margen), dürfte der Markt Mercedes gegenüber BMW tendenziell abwerten. Da BMW bereits Widerstandskraft zeigt, wird relative Schwäche zum Auslöser.

Kernrisiko: Mercedes weist eine ähnliche Margen-/Ergebnisresilienz wie BMW auf, wodurch der Auslöser relativer Schwäche entfällt.

  • BMWs Q1-Vorsteuerergebnis von 2,3 Milliarden Euro übertraf den Konsens von 2,2 Milliarden.
  • Die Aktie stieg vor den Ergebnissen und wurde bei 77,19 Euro gehandelt.
  • Die Jahresprognose sieht einen weiteren Rückgang des Vorsteuerergebnisses um 5 % bis 9,9 % vor.

Die BMW-Aktie stand am Mittwoch im Fokus, als Anleger sich auf die Ergebnisse des ersten Quartals positionierten, die die Gewinnerwartungen deutlich übertrafen, obwohl das Vorsteuerergebnis um ein Viertel einbrach und der Umsatz stark sank.

Das Ergebnis bestätigte, dass die europäische Premium-Autoindustrie die doppelte Belastung durch US- und EU-Zölle sowie die anhaltende Schwäche in China absorbiert, dies jedoch mit größerer Widerstandsfähigkeit als vom Markt befürchtet.

Diese Kombination hat die BMW-Aktie über den Tiefstständen zur Jahresmitte gehalten, obwohl das breitere makroökonomische Umfeld weiterhin herausfordernd bleibt.

BMW Q1-Ergebnis: Zahlen im Überblick

BMW teilte am Mittwoch mit, dass das Vorsteuerergebnis im ersten Quartal 2026 bei 2,3 Milliarden Euro lag — entsprechend etwa 2,7 Milliarden US-Dollar — gegenüber dem vom Unternehmen ermittelten Analystenkonsens von 2,2 Milliarden Euro.

Das Ergebnis bedeutet dennoch einen deutlichen Rückgang um 25 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und spiegelt die kombinierte Wirkung niedrigerer Stückzahlen, engerer Preisgestaltung in China sowie die direkten Kosten von Zöllen auf Fahrzeuge und Komponenten, die zwischen den USA, Europa und Asien fließen, wider.

Der Konzernumsatz sank um 8,1 % auf 31,0 Milliarden Euro, während die EBIT-Marge im Kernbereich Automotive bei 5,0 % lag — über der Analystenprognose von 4,7 % und komfortabel innerhalb des von BMW angepeilten Jahreskorridors von 4 % bis 6 %.

Die Margenüberperformance ist bedeutsam, da BMW zuvor gewarnt hatte, dass allein Zölle der EBIT-Marge im Automobilgeschäft 1,25 Prozentpunkte im Jahr 2026 kosten würden.

Aktie und Aktionärsrenditen

Die Stammaktien von BMW schlossen am 5. Mai bei 77,185 Euro, nach 76,020 Euro beim vorherigen Schlusskurs und in einer Tagesspanne von 75,670 Euro bis 77,270 Euro.

Die 52-Wochen-Spanne der Aktie reicht von 70,94 Euro bis 97,92 Euro, sodass sie selbst nach jüngsten Gewinnen deutlich unter ihrem Höchststand liegt.

Auf aktuellem Niveau wird die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ungefähr 6,4 auf Basis der vergangenen Gewinne gehandelt.

Die historisch niedrige Bewertung spiegelt die Zurückhaltung des Marktes hinsichtlich des weiteren Verlaufs des Automobilzyklus wider und nicht eine strukturelle Verschlechterung des Geschäftsmodells von BMW.

Die Aktie wird am 14. Mai ex Dividende gehandelt, mit einer erwarteten Ausschüttung von 4,40 Euro je Aktie — was bei den aktuellen Kursen einer Dividendenrendite von etwa 5,7 % entspricht.

Das laufende Aktienrückkaufprogramm 2025–2027 von BMW, im Rahmen dessen Ende April 54.000 Aktien zurückgekauft wurden, bietet den Aktionären in einer Phase gedrückter Gewinne eine zusätzliche Kapitalrückführung.

Zölle und China belasten die Performance

Die Gegenwinde, mit denen BMW konfrontiert ist, sind struktureller Natur und nicht vorübergehend.

US-Einfuhrzölle — seit der Eskalation durch Präsident Trump Anfang dieses Jahres auf 25 % für europäische Pkw und Lkw festgesetzt — und EU-Anti-Subventionsmaßnahmen gegen in China hergestellte batterieelektrische Fahrzeuge verringern zusammen die Profitabilität über die Produktpalette des Konzerns hinweg.

Das Werk von BMW in Spartanburg, South Carolina, sein größtes weltweit, bietet einen gewissen natürlichen Hedge gegen US-Einfuhrzölle, doch die in China gefertigten MINI-Modelle der Gruppe bleiben EU-Abgaben ausgesetzt, was Kosten im niedrigen dreistelligen Millionenbereich verursacht.

Die globalen Fahrzeugauslieferungen fielen im ersten Quartal um 3,5 % auf 565.748 Einheiten, wobei die Verkäufe der Marke BMW um 4,6 % auf 496.050 Fahrzeuge zurückgingen.

Die US-Nachfrage nach BMW und MINI sank um 4,3 % auf 90.492 Fahrzeuge, während die Auslieferungen in Asien-Pazifik, Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika um 8,3 % nachgaben.

China, das ein Viertel des weltweiten Volumens von BMW ausmacht, bleibt der am stärksten herausgeforderte Markt.

Die Verkäufe in China sanken 2025 um 12,5 %, und BMW prognostiziert, dass die Auslieferungen 2026 weitgehend stabil bleiben werden.

Jahresprognose und Ausblick

BMW erwartet, dass das Konzernergebnis vor Steuern 2026 von den in 2025 verzeichneten 10,2 Milliarden Euro um weitere 5 % bis 9,9 % zurückgehen wird, wobei die EBIT-Marge im Automobilgeschäft voraussichtlich in einer Spanne von 4 % bis 6 % liegen wird — nach 5,3 % in 2025 und 6,3 % in 2024.

Diese Prognose wurde abgegeben, bevor die vollen Auswirkungen des US‑Iran‑Kriegs auf Energiepreise und Lieferketten bekannt waren, und Analysten haben seitdem zusätzliche Abwärtsrisiken durch höhere Kraftstoffkosten und ein schwächeres Verbrauchervertrauen in Schlüsselmärkten hervorgehoben.

CEO Oliver Zipse betonte, dass die technologieoffene Strategie von BMW — die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, Plug-in-Hybriden und batterieelektrischen Antrieben anbietet — die Gruppe besser positioniere als Wettbewerber, die stärker auf rein elektrische Modelle gesetzt haben, in einem Markt, in dem die Verbreitung von Elektrofahrzeugen uneinheitlich verlaufen ist.

„Wir haben in den letzten Jahren den richtigen Kurs eingeschlagen und müssen unsere strategische Ausrichtung nicht ändern“, sagte Zipse.

„Auf diese Weise können wir das Unternehmen auf langfristigen Erfolgskurs halten.“

BMW-Aktie: Kaufen?

Das Konsenskursziel der Analysten für BMW liegt bei 91,59 Euro, mit einem Höchstwert von 108 Euro und einem Tief von 69 Euro.

Von den Analysten, die die Aktie abdecken, empfehlen 10 einen Kauf, während vier einen Verkauf vorschlagen.

Bernstein bestätigte am 4. Mai eine Kaufempfehlung, während RBC Capital Markets eine Halteempfehlung mit einem Kursziel von 84 Euro aussprach und dabei Druck durch Rohstoffkosten sowie negative Währungseffekte als Hauptrisiken für die Margenprognose nannte.

JP Morgan behält eine Übergewichts-Einschätzung mit einem Kursziel von 100 Euro bei.

Mercedes‑Benz wird in den kommenden Tagen seine eigenen Ergebnisse für das erste Quartal 2026 veröffentlichen, und dessen Zahlen liefern einen direkten Vergleich, wie die deutschen Premiumhersteller mit der gleichen Kombination aus Zollkosten und uneinheitlicher Nachfrage in China umgehen.

Der Vergleich wird genau beobachtet — Mercedes verzeichnete im ersten Quartal 2025 einen Rückgang des Nettogewinns um 43 % auf 1,7 Milliarden Euro, ein deutlich steilerer Einbruch als bei BMW, und Anleger werden auf jede Veränderung dieser relativen Positionierung achten.