Britische Aktien steigen – starke BIP‑Daten gleichen politische Unsicherheit aus

Britische Aktien steigen – starke BIP‑Daten gleichen politische Unsicherheit aus
Rivanshi Rakhrai
14. Mai 2026, 14:41 PM

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Invezz
Legal & General (LGEN)

Kaufempfehlung für LGEN. Das starke BIP für März reduziert Rezessionsängste und stützt die Nachfrage britischer Versicherer nach Produkten mit langer Laufzeit. Der Artikel weist zudem auf zunehmendes potenzielles Kaufinteresse hin, das eine Übernahmeprämie und eine Neubewertung erzeugen kann, selbst wenn das makroökonomische Momentum nachlässt. Konzentriert bleiben auf klare Katalysatoren: anhaltende Übernahmegerüchte plus ein stabiler Zinston der Bank of England.

Kernrisiko: Ein glaubwürdiges Übernahmeangebot bleibt aus und Zins‑/Inflationserwartungen drehen sich gegen Versicherer, wodurch die Bewertung unter Druck gerät.

3i Group (III)

Verkaufsempfehlung für 3i Group. Die Aktie bricht bereits ein aufgrund der nachlassenden Performance von Action, und das makroökonomische Umfeld ist kurzfristig nur „beruhigend“ – Analysten warnen, dass das Momentum nachlassen könnte. Sollte das Wachstum abkühlen, verschlechtern sich bei Leveraged‑Buyouts typischerweise Cashflows und Exit‑Multiples, wodurch das Abwärtsrisiko im Vergleich zu Peers asymmetrisch wird.

Kernrisiko: Die Verlangsamung bei Action kehrt sich schnell um und die Portfolioperformance von 3i stabilisiert sich, wodurch das Vertrauen in die Ertragskraft wiederhergestellt wird.

  • Die britische Wirtschaft verzeichnete im ersten Quartal ein stärker als erwartetes Wachstum.
  • Anleger bleiben hinsichtlich der politischen Zukunft von Keir Starmer vorsichtig.
  • Die Aktien von Legal & General legten nach Berichten über Übernahmeinteresse deutlich zu.

Britische Aktien legten am Donnerstag zu, nachdem stärker als erwartete Wirtschaftsdaten die Anleger beruhigten, obwohl die politische Unsicherheit rund um Premierminister Keir Starmer das Marktklima weiterhin belastete.

Der Blue‑Chip FTSE 100 stieg bis 11:09 Uhr GMT um 0,39 %, der Mid‑Cap FTSE 250 gewann 0,71 %.

Das Anlegervertrauen verbesserte sich, nachdem Daten zeigten, dass die britische Wirtschaft im März unerwartet gewachsen ist und damit ein starkes erstes Quartal abschloss.

Die Zahlen deuteten darauf hin, dass sich die Wirtschaft in einer besseren Lage befindet, als viele nach dem schwachen Wachstum im letzten Quartal des Vorjahres erwartet hatten.

Analysten warnen vor Risiken für die Nachhaltigkeit des Wachstums

Trotz der positiven Wirtschaftskennzahlen warnten Analysten, die Stärke spiegele möglicherweise nicht vollständig die zugrunde liegenden Nachfragebedingungen wider.

Einige Ökonomen sagten, Unternehmen könnten ihre Vorratskäufe ausgeweitet haben aus Sorge vor steigenden Kosten infolge von Lieferkettenstörungen durch den Konflikt im Nahen Osten.

Rob Wood, Chefökonom für Großbritannien bei Pantheon Macroeconomics, mahnte zur Vorsicht bei der Interpretation der Daten.

George Brown, leitender Ökonom bei Schroders, warnte ebenfalls, das Momentum könne später im Jahr nachlassen, wie in einem Reuters-Bericht zitiert.

Er fügte hinzu, dass der Trend bedeuten könnte, dass die Bank of England in Bezug auf die Inflation einen straffen Ton beibehält, dabei aber die von den Märkten aktuell erwarteten vollständigen Zinserhöhungen vermeidet.

„Das sollte bedeuten, dass die Bank of England zwar einen strengen Ton anschlägt, aber nicht so weit geht wie die von den Märkten eingepreisten Zinserhöhungen“, sagte Brown.

Laut Daten von LSEG erwarten die Märkte derzeit, dass die Zentralbank die Zinssätze in diesem Jahr mindestens zwei weitere Male anhebt.

Politische Unsicherheit trübt Anlegerausblick

Fragen zur politischen Zukunft von Starmer blieben für Anleger eine zentrale Sorge.

Der britische Premierminister sah sich zunehmendem Druck ausgesetzt, nachdem Berichte erschienen waren, wonach sein Gesundheitsminister zum Rücktritt bereit sei, während sein ehemaliger Stellvertreter ihn öffentlich dazu aufforderte, über seine Führungsposition „nachzudenken“.

Anleger befürchten zudem, dass ein möglicher Nachfolger eine stärker linksorientierte Wirtschaftsagenda mit höheren Staatsausgaben verfolgen könnte, obwohl die öffentlichen Finanzen bereits belastet sind.

Langfristige britische Kreditkosten stiegen Anfang dieser Woche auf ihren höchsten Stand seit fast 30 Jahren und unterstreichen wachsende Sorgen um die fiskalische Stabilität.

In einem Interview mit Bloomberg TV warnte Jamie Dimon, dass jede Maßnahme zur Erhöhung der Banksteuern, sollte Starmer ersetzt werden, Investitionspläne beeinträchtigen könnte.

Dimon sagte, JPMorgan Chase würde Pläne streichen, Milliarden in einen neuen Londoner Hauptsitz zu investieren, sollten solche Steuererhöhungen eingeführt werden.

Unter den einzelnen Aktien stieg Legal & General um 6,16 % und war damit der stärkste Wert im FTSE 100, nachdem die Financial Times von zunehmendem potenziellem Kaufinteresse an dem Unternehmen berichtet hatte.

Autowerte legten ebenfalls stark zu und stiegen um 3,23 %.

Die Gewinne am breiteren Markt wurden jedoch teilweise durch Schwäche bei Aktien aus dem Bereich Investmentbanking ausgeglichen.

Der Investmentbanking-Index fiel um 3,00 %, wobei ein starker Rückgang bei 3i Group die Entwicklung belastete.

Die Aktien der 3i Group fielen um 11,19 % und erreichten ihren niedrigsten Stand seit Mai 2023, nachdem sich die Performance des Discounthändlers Action, des wichtigsten Portfoliounternehmens der Firma, verlangsamt hatte.