Britische Aktien legen leicht zu, mildere Inflation dämpft Zinsangst

Britische Aktien legen leicht zu, mildere Inflation dämpft Zinsangst
Rivanshi Rakhrai
20. Mai 2026, 13:44 PM

Unterstützt von

Invezz
Babcock International (BAB.L)

Kaufen. Die schwächere Inflation im April verringert den Druck für Zinserhöhungen, was typischerweise zyklische britische Werte und langlaufende Industrieaktien stützt. Der Artikel nennt zudem einen greifbaren Katalysator: Peel Hunt hat Babcock auf „buy“ hochgestuft, und die Aktie hat bereits darauf reagiert – Momentum plus verbesserter makroökonomischer Rahmen.

Kernrisiko: Die von Öl/Energie getriebene Inflation beschleunigt wieder und die Bank of England nimmt erneut eine restriktivere Haltung ein, wodurch die Multiples britischer Industrieunternehmen stark unter Druck geraten.

Marks & Spencer (MKS.L)

Kaufen. M&S sprang um 4.2%, nachdem der Einzelhändler eine Rückkehr zu Gewinnwachstum in diesem Jahr prognostiziert hatte. Niedrigere Inflation verringert Sorgen um Verbraucherraten und stützt diskretionäre Ausgaben, während der unternehmensspezifische Ergebnisverlauf eine Bodenbildung bieten dürfte, falls die makroökonomische Entlastung nachlässt.

Kernrisiko: Die Inflation erholt sich aufgrund steigender Energiekosten und belastet die britische Verbrauchernachfrage, sodass M&S gezwungen sein könnte, die Prognose zu senken oder die Gewinnwende zu verschieben.

  • Die britische Inflation verlangsamte sich im April auf 2.8% und lag unter den Markterwartungen.
  • Analysten bezweifeln, ob schnelle Leitzinserhöhungen der Bank of England weiterhin notwendig sind.
  • Verteidigungs‑ und Einzelhandelswerte hoben die FTSE‑Indizes am Mittwoch an.

Britische Aktien notierten am Mittwoch leicht höher, nachdem die für April veröffentlichten Inflationsdaten schwächer als erwartet ausfielen und die Anlegerbefürchtungen vor aggressiven Zinsanhebungen dämpften, obwohl einige Analysten warnten, die Erleichterung könnte nur von kurzer Dauer sein.

Der Blue‑Chip‑Index FTSE 100 gewann bis 10:40 Uhr GMT 0,13%, während der Midcap‑Index FTSE 250 um 0,29% zulegte.

Die Gewinne folgten auf neue Daten, die zeigten, dass die Verbraucherpreise im April mit einer Jahresrate von 2.8% stiegen.

Das entsprach 3.3% im März und lag unter den Erwartungen von 3.0%.

Mildere Inflation verringert den Druck auf die Bank of England

Die niedrigere Inflationszahl veranlasste einige Analysten zu hinterfragen, ob die Bank of England die Geldpolitik weiterhin aggressiv straffen müsste.

Die Inflationszahlen folgten auf am Dienstag veröffentlichte Arbeitsmarktdaten, die zeigten, dass die Arbeitslosenquote leicht gestiegen war.

James Smith, Volkswirt für entwickelte Märkte im Vereinigten Königreich bei ING, sagte, die Märkte könnten die Bereitschaft der Zentralbank zu weiteren Straffungen überschätzen.

"Wir bleiben dabei, dass die Märkte die Bereitschaft der Bank of England, die Politik zu straffen, überschätzen", sagte Smith, wie in einem Reuters‑Bericht erwähnt.

Anfang dieser Woche deutete auch der Internationale Währungsfonds an, dass die Zentralbank die Zinssätze möglicherweise nicht weiter anheben muss, um die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen.

Analysten warnen, die Entlastung könnte nicht von Dauer sein

Trotz des schwächeren Inflationsbefunds warnten einige Marktbeobachter, dass der Preisdruck in den kommenden Monaten wegen höherer Ölpreise im Zusammenhang mit Störungen in der Straße von Hormus wieder steigen könnte.

Danni Hewson, Leiterin der Finanzanalyse bei AJ Bell, mahnte Anleger davor, davon auszugehen, die Inflation sei vollständig eingedämmt.

"Manche mögen sich wundern, dass die Gesamtinflationsrate für April bei nur 2.8% lag. Dieser Lichtblick wird jedoch in den kommenden Monaten der Vergangenheit angehören", sagte Hewson, zitiert in einem Reuters‑Bericht.

Die Äußerungen spiegelten anhaltende Sorgen wider, dass geopolitische Spannungen und steigende Energiekosten später in diesem Jahr wieder breitere Inflationstrends anheizen könnten.

Verteidigungs‑ und Einzelhandelswerte führen die Gewinne an

Luftfahrt‑ und Verteidigungswerte gehörten zu den stärksten Titeln der Sitzung, wobei der Sektorindex um 1.6% zulegte.

Die Aktien des Rüstungsunternehmens Babcock International Group stiegen um 3.2%, nachdem Peel Hunt die Aktie von „add“ auf „buy“ hochgestuft hatte.

Einzelhandelswerte unterstützten ebenfalls den Markt.

Die Aktien von Marks & Spencer stiegen um 4.2% und waren damit der stärkste Titel im FTSE 100, nachdem der Einzelhändler eine Rückkehr zu Gewinnwachstum in diesem Jahr prognostiziert hatte.

Politische Unsicherheit bleibt im Fokus

Anleger verfolgten auch die politischen Entwicklungen im Vereinigten Königreich, wobei die Unsicherheit rund um Premierminister Keir Starmer weiterhin auf der Stimmung lastete.

Der politische Hintergrund fügte eine weitere Vorsichtsebene für Anleger hinzu, die bereits mit Unsicherheiten bezüglich Inflation, Zinsen und der globalen Energiemärkte navigieren.