Britische Aktien geben nach wegen Inflationssorgen und schwächerer Geschäftstätigkeit
KI-Sentiment: 28/100 Bärisch
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Verkaufen: iShares Core FTSE 100 UCITS ETF (Ticker: ISF/UKX1). Der Artikel weist auf eine Abschwächung der britischen Aktivität hin (größter Rückgang seit über einem Jahr, Fabrikaufträge am schnellsten seit 2020), während das Risiko im Nahen Osten Öl‑/Inflationsängste aufrechterhält. Diese Mischung drückt typischerweise die Gewinnmultiplikatoren britischer Large‑Caps und erhöht die Diskontsätze. Der FTSE 100 bildet diesen makroökonomischen Schlag klarer ab als der widerstandsfähigere FTSE 250.
Kernrisiko: Ölpreise fallen schnell und die Inflationsängste schwinden, wodurch Bewertungen britischer Large‑Caps wieder ansteigen.
Verkaufen: Convatec Group (CTEC.L). Die Aktie ist bereits nach einer Warnung vor Margendruck gefallen, und das makroökonomische Umfeld (schwächere Geschäftstätigkeit + Inflationsunsicherheit) erschwert es dem Management, Kosten auszugleichen. In diesem Marktumfeld führt „Margendruck“ häufig zu weiteren Abwärtsrevisionen, insbesondere im Bereich Medizintechnik und -dienstleistungen, wo die Nachfrageempfindlichkeit steigt, wenn Budgets knapper werden.
Kernrisiko: Convatec erzielt eine deutliche Margenerholung (bessere Prognose oder Kostensenkungen), die weitere Gewinnherabstufungen stoppt.
- FTSE 100 gibt nach, da geopolitische Spannungen die Anlegerstimmung belasten.
- Schwache britische Geschäftszahlen schüren Sorgen über eine wirtschaftliche Abkühlung.
- Aktien von Auto Trader und Convatec führen die Verluste im FTSE 100 an.
Die Blue‑Chip‑Werte in London fielen am Donnerstag, da schwache Wirtschaftsdaten und die anhaltende Unsicherheit rund um den Nahostkonflikt die Anlegerstimmung belasteten.
Der Leitindex FTSE 100 stand um 11:15 Uhr GMT 0,43% im Minus, während der Midcap‑Index FTSE 250 um 0,18% zulegte.
Die Märkte blieben vorsichtig, nachdem Berichte darauf hindeuteten, dass sich die Spannungen zwischen Iran und den USA ungelöst fortsetzen könnten.
Der Oberste Führer Irans verfügte, dass angereichertes Uran in nahezu waffenfähigem Grad nicht ins Ausland gebracht werden solle, womit Teherans Position bei einer der zentralen Forderungen Washingtons in den Friedensgesprächen verhärtet wurde.
Nahost‑Spannungen schüren Inflationssorgen
Der andauernde Konflikt im Nahen Osten hat bereits zu höheren Ölpreisen beigetragen und verstärkt die Befürchtung, dass inflationsfördernde Effekte länger andauern könnten als erwartet.
Die Anlegerängste wurden durch neue Wirtschaftsdaten verstärkt, die auf eine Abschwächung der Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich hindeuten.
Eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage zeigte, dass britische Unternehmen den flächigsten Rückgang der Aktivität seit mehr als einem Jahr erleben, angetrieben durch die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs und inländische politische Unsicherheit.
Paul Dales, Chefökonom für Großbritannien bei Capital Economics, sagte, die jüngsten Zahlen könnten darauf hindeuten, dass anhaltende Inflationsdrucke noch nicht fest verankert sind.
"Diese Zahlen stützen einigermaßen vorsichtig andere Hinweise, die nahelegen, dass die Voraussetzungen für eine lange Periode hoher Inflation nicht gegeben sind", sagte Dales laut einem Reuters‑Bericht.
Anfang der Woche zeigten offizielle Daten, dass die britische Inflation im April schwächer als erwartet ausfiel.
Getrennte Zahlen deuteten zudem darauf hin, dass die Arbeitslosenquote leicht angestiegen ist.
Fabrikaufträge schrumpfen deutlich
Weitere wirtschaftliche Schwäche zeigte sich im verarbeitenden Gewerbe.
Daten der Confederation of British Industry zeigten, dass die Fabrikaufträge im Mai so stark zurückgingen wie zuletzt im September 2020.
Die Zahlen verstärkten die Befürchtung, dass die wirtschaftliche Dynamik Großbritanniens angesichts geopolitischer Unsicherheit und zunehmendem Druck auf Unternehmen nachlassen könnte.
Trotz der breiteren Schwäche bei Blue‑Chip‑Werten verbuchte der FTSE 250 moderate Zuwächse, was auf eine gewisse Widerstandsfähigkeit bei inländisch ausgerichteten Midcaps hindeutet.
Auto Trader und Convatec führen die Verluste an
Unter den Einzelwerten fielen die Papiere der Auto Trader Group um 9,1% nach Angaben des Unternehmens zu einem verlangsamten Umsatzwachstum.
Die Aktie war damit der größte Verlierer im FTSE 100 während der Sitzung.
Auch Gesundheitswerte gerieten unter Druck.
Der Bereich Medizintechnik und -dienstleistungen fiel um 2,7%, belastet durch Verluste bei Convatec.
Die Convatec‑Aktien gaben um 7,9% nach, nachdem der Medizintechnikhersteller vor Margendruck gewarnt hatte, was die Anlegerbesorgnis über die Unternehmensprofitabilität in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld verstärkte.
Die Kombination aus geopolitischen Risiken, schwächerer Geschäftstätigkeit und branchenspezifischen Belastungen dämpfte die allgemeine Marktstimmung; die Anleger beobachten weiterhin die Entwicklungen im Nahen Osten sowie die anstehenden britischen Wirtschaftsdaten.
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