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Warum der Brent-Preis bald unter 60 US-Dollar fallen könnte

Warum der Brent-Preis bald unter 60 US-Dollar fallen könnte
Crispus Nyaga
29. Mai 2026, 05:38 AM

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Short auf Brent‑Rohöl

Brent‑Rohöl‑Futures verkaufen (oder SCO/UKO‑Puts kaufen). Das Chart bricht zusammen: Doppeltop bei ~114.97 mit Nackenlinie bei ~86.15 deutet auf eine Bewegung in Richtung ~$58 hin, und der Preis liegt bereits unter $96 (38.2% Fibonacci‑Retracement) und dem 50‑Tage‑Durchschnitt (~$99) bei RSI <50. Die Wiederöffnung der Straße von Hormus und die Lockerung der Sanktionen gegen Iran sollten das Angebot erhöhen und den Druck auf die Preise aufrechterhalten.

Kernrisiko: Ein unterzeichneter, dauerhafter US‑Iran‑Waffenstillstand, der die Straße von Hormus vollständig wieder öffnet und den Tankerdurchsatz schnell genug erhöht, um die technische Abwärtsbewegung umzukehren.

Nachzügler im Bereich Öldienstleistungen

Ölfeld‑Dienstleister‑Aktien verkaufen, die an Nordsee‑/US‑Upstream‑Aktivitäten gebunden sind (z. B. Schlumberger SLB, Halliburton HAL). Wenn Brent weiter in Richtung ~$60 rutscht, kürzen Betreiber Bohr‑ und Fertigstellungsprogramme, was die Nachfrage nach Dienstleistungen und die Preise trifft. Dies ist der Aktienpfad der „Earnings‑Downgrades“, der einer anhaltenden Rohölschwäche folgt.

Kernrisiko: Rohöl stabilisiert sich schnell (oder erholt sich), weil Angebotsstörungen die Lockerung der Sanktionen überwiegen und dadurch Investitionsausgaben (Capex) und Serviceauslastung wiederhergestellt werden.

  • Der Brent‑Rohölpreis hat im Tageschart ein Doppeltop ausgebildet.
  • Dieses Muster deutet auf einen möglichen Rückgang auf $60 und darunter hin.
  • Donald Trump erwägt, ein Abkommen mit dem Iran zu unterzeichnen.

Der Brent-Rohölpreis gab drei Tage in Folge nach und erreichte sein niedrigstes Niveau seit dem 7. April dieses Jahres. Er ist von einem Hoch von $114 am 4. Mai auf aktuell $91 gefallen. Dieses Nachgeben könnte sich nach Bildung eines Doppeltops im Umfeld eines US‑Iran‑Abkommens fortsetzen.

Technische Analyse deutet auf einen stärkeren Brent‑Preisverfall hin

Das Tageschart zeigt, dass der Brent‑Preis deutlich nachgegeben hat und sich von $114 auf heute $91 bewegt hat. Am Montag bildete sich ein Abwärts‑Gap, als Details eines neuen US‑Iran‑Abkommens bekannt wurden.

Er ist unter das 38,2% Fibonacci‑Retracement bei $96 und unter den 50‑Tage‑Gleitenden Durchschnitt bei $99 gefallen. Gleichzeitig ist der Relative‑Stärke‑Index (RSI) unter den neutralen Wert von 50 gefallen und auf den tiefsten Stand seit dem 18. Dezember dieses Jahres gesunken.

Am wichtigsten ist, dass der Preis ein Doppeltop bei $114.97 und eine Nackenlinie bei $86.15 gebildet hat, dem Tiefpunkt vom 7. April. Dieses Muster hat eine Tiefe von $28. Zieht man diesen Betrag von der Nackenlinie ab, ergibt sich ein Ziel von $58. 

Brent crude oil

Brent‑Rohölpreis‑Chart | Quelle: TradingView

Abkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus rückt näher

Der Hauptauslöser für den anhaltenden Preisverfall bei Rohöl ist, dass sich die USA und Iran einem Abkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus für die erste Zeit seit Kriegsbeginn angenähert haben.

Dieses Abkommen würde sehen, dass Iran Öltankern erlaubt, die enge Meerenge ohne Gebühren zu passieren. Die USA würden außerdem ihre Blockade beenden und einige iranische Sanktionen lockern, die es Iran erlauben würden, Millionen Barrel Öl pro Tag zu verkaufen. Iran würde zudem wieder Zugriff auf Teile seiner im Ausland blockierten Gelder erhalten.

Dennoch hat Trump diesen 60‑tägigen Waffenstillstand noch nicht unterschrieben, und einige seiner engsten Verbündeten haben dessen Grundzüge scharf kritisiert. Dazu gehören Personen wie Ted Cruz und Lindsey Graham, die sich für weitere Kämpfe ausgesprochen haben.

Israel hat sich ebenfalls über das Abkommen empört und arbeitet daran, es zu untergraben. Es hat im Laufe der Woche Angriffe auf den Libanon gestartet. Und in einer weitreichenden Erklärung über Nacht ordnete er an, dass das israelische Militär 70% des Gazastreifens einnehmen solle, eine Maßnahme, die Iran erzürnen wird. Sie steht außerdem im Widerspruch zu dem Friedensabkommen, das Israel mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet hat.

Wahrscheinlich wird Trump einem Abkommen zustimmen, weil er gezeigt hat, dass er nicht erneut in einen Krieg zurückkehren will. Er hat zudem deutliche Warnungen von einigen der branchenführenden Personen erhalten. So warnte beispielsweise der Chef von Exxon in einer Erklärung am Donnerstag, dass die Ölbestände gefährlich niedrige Niveaus erreichen könnten, was die Preise stark ansteigen lassen würde.

Daten, die diese Woche veröffentlicht wurden, zeigten, dass die US‑Bestände in der vergangenen Woche um 3,3 Millionen Barrel gesunken sind – die zehnte Woche in Folge mit Rückgängen. Analysten hatten einen Rückgang um 4 Millionen Barrel erwartet.