Oracle-Aktie fällt wegen KI-Ausgaben-Bedenken – warum Analysten dennoch Aufwärtspotenzial sehen

Oracle-Aktie fällt wegen KI-Ausgaben-Bedenken – warum Analysten dennoch Aufwärtspotenzial sehen
Ananthu C U
02. Juni 2026, 17:44 PM

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Invezz
Oracle (ORCL) – Kaufen

Kaufen ORCL. Die Aktie steht unter Druck wegen Sorgen um KI-Capex, doch der Kernblick von UBS/Colville ist, dass das Nachfragemomentum intakt ist und Oracle in der Lage ist, Finanzierung und Umsetzung sicherzustellen und gleichzeitig einen Teil des Kostenaufwands auszugleichen (Personalkürzungen/OpEx-Einsparungen). Bestätigen die Ergebnisse, dass Projekte im Zeitplan sind und Kundenfeedback keinen Nachfragerückgang zeigt, verblasst das Markt­narrativ „KI-Ausgaben sind zu teuer“ und ORCL dürfte sich in Richtung der Ertragskraft für 2027 neu bewerten.

Kernrisiko: Oracle meldet deutlich höhere Capex, während die Kundennachfrage schwächer ist oder Rechenzentrums‑Zeitpläne sich verzögern, womit der Ausgabenstressor real wird und nicht nur Inflation.

Thema KI-Infrastruktur: Hyperscaler-Gewinner (Kaufen)

Kaufen Sie die breitere These der „KI-Infrastruktur-Gewinner“ durch Long-Positionen in Nutznießern der Hyperscaler-Infrastruktur — speziell ORCL zusammen mit Alphabet (GOOGL) als Finanzierungsmotor. Die Capex-Aufstockung von Alphabet signalisiert, dass die Branche sich verpflichtet; der Folgeeffekt ist, dass Kunden zunehmend auf Anbieter mit bewährter Compute-Versorgung und Finanzierung setzen werden, was große, gut kapitalisierte Plattformen und deren Cloud-/GPU-as-a-Service-Ökosysteme begünstigt.

Kernrisiko: KI-Infrastruktur­ausgaben führen zu einer Nachfrageschwäche (Kunden setzen Migrationen/AI-Workloads aus), sodass höhere Capex nicht in Umsatzwachstum münden.

  • Oracle rutscht ab, da Anleger steigende KI-Infrastrukturausgaben abwägen.
  • UBS hebt Oracle-Kursziel an und verweist auf starkes Cloud- und KI-Momentum.
  • Analysten sehen Aufwärtspotenzial trotz Capex-Sorgen vor den Zahlen.

Die Oracle-Aktie fiel am Dienstag, da Anleger die wachsenden Kosten für KI-Infrastruktur abwägten, obwohl Analysten vor dem anstehenden Ergebnisbericht insgesamt positiv für die langfristigen Aussichten des Unternehmens bleiben.

Die ORCL-Aktie gab um 3,1% nach und drehte damit einen Teil der 9,9%-Rallye vom Montag um, die die Aktie auf den höchsten Stand seit November geführt hatte.

Der Rücksetzer erfolgte, als die Märkte auf Alphabets Ankündigung, dass es 80 Milliarden USD (ca. 69,8 Milliarden €) durch einen Aktiendeal aufnehmen will, reagierten, um KI-Infrastrukturinvestitionen zu finanzieren, und damit die enormen Kapitalanforderungen hervorhoben, denen Unternehmen im KI-Wettlauf gegenüberstehen.

Alphabet erklärte, die Erlöse, einschließlich einer 10 Milliarden USD (ca. 8,7 Milliarden €)-Beteiligung von Berkshire Hathaway, würden zum Ausbau seiner KI-Compute-Infrastruktur verwendet.

Das Unternehmen aktualisierte zudem im April seinen Ausblick auf die gesamten Investitionsausgaben für das Jahr und rechnet mit Ausgaben von bis zu 190 Milliarden USD (ca. 165,7 Milliarden €).

Die Ankündigung richtete den Fokus der Investoren erneut darauf, ob andere Technologieunternehmen, darunter Oracle, möglicherweise deutlich mehr Kapital bereitstellen müssen, um künftiges, KI-getriebenes Wachstum zu unterstützen.

Kosten für KI-Infrastruktur bleiben im Fokus

Die Aufmerksamkeit der Anleger verlagert sich zunehmend von der KI-Nachfrage hin zu den Kosten, die erforderlich sind, um diese Nachfrage zu bedienen.

Der Scotiabank-Analyst Patrick Colville geht davon aus, dass Oracles künftiger Investitionsbedarf letztlich die aktuellen Erwartungen an der Wall Street übersteigen könnte.

Vor dem Ergebnisbericht für Oracles viertes Fiskalquartal, der für Mittwoch geplant ist, nannte Colville die Ausgabenpläne als eine der wichtigsten Fragen, die Anleger beobachten werden.

Obwohl er sich vor den Zahlen als "etwas vorsichtig" beschrieb, behielt Colville eine positive längerfristige Sicht auf das Unternehmen bei.

Der Analyst argumentierte, dass die Wall-Street-Prognosen für Oracles Investitionsausgaben im Fiskaljahr 2027 zu niedrig sein könnten.

Er schätzt, dass Oracle während des Zeitraums nahezu 100 Milliarden USD (ca. 87,2 Milliarden €) ausgeben könnte, deutlich über der aktuellen Konsensschätzung von rund 71 Milliarden USD (ca. 61,9 Milliarden €).

Laut Colville könnte Hardware-Inflation ein Treiber höherer Ausgaben sein, mit Kosten, die potenziell um rund 15% steigen, während Oracle seine Cloud-Infrastruktur weiter ausbaut.

Wichtig ist, dass Colville betonte, die höhere Ausgabenschätzung spiegele keine schwächere Geschäftsentwicklung oder nachlassende Nachfrage wider.

Stattdessen hält er zusätzliche Investitionen für notwendig, um die in den Analystenprognosen bereits eingepreisten Cloud-Wachstumsprognosen zu stützen.

UBS sieht vor den Zahlen anhaltende Dynamik

Trotz Bedenken hinsichtlich steigender Investitionsanforderungen bleibt UBS konstruktiv bezüglich Oracles Aussichten.

Die Bank hob ihr Kursziel für Oracle-Aktien von 250 $ auf 285 $ an und bestätigte die Einstufung Kauf.

UBS-Analyst Karl Keirstead verwies auf anhaltende Geschäftsdynamik vor der Ergebnisveröffentlichung in der kommenden Woche.

Keirstead sagte, die Bank habe Rückmeldungen von vier großen Kunden und Partnern sowie von einem Auftragnehmer, der an Oracles KI-Rechenzentrumsprojekt in Abilene, Texas, beteiligt ist, geprüft.

Den Angaben von UBS zufolge ergab die Recherche keinen Hinweis darauf, dass Oracles Wachstumsmomentum nachlässt.

Die Bank stellte fest, dass sie Oracle mit dem 27‑fachen des Non-GAAP-Gewinns je Aktie für das Kalenderjahr 2027 bewertet und weiterhin positiv zum breiteren Investmentthema der großen Hyperscaler eingestellt ist.

Die Oracle-Aktien haben in diesem Jahr bereits deutliche Gewinne verzeichnet und liegen seit Jahresbeginn um 28,1% und in der vergangenen Woche um 28,5% im Plus.

Analysten bleiben trotz kurzfristiger Unsicherheit positiv

Colville räumte ein, dass Anleger nach wie vor nur begrenzte Einblicke in die Struktur von Oracles Kundenverträgen und die künftige Infrastrukturökonomie haben.

Dennoch sagte er, er fühle sich mit seinen Prognosen wohl und verwies auf Managementkommentare, wonach Entwicklungsprojekte "im Zeitplan oder vor den Erwartungen" lägen.

Der Analyst ist außerdem der Ansicht, dass Oracle Möglichkeiten hat, einen Teil des Kostenanstiegs durch Hardware-Inflation auszugleichen.

Sein Modell berücksichtigt ungefähr 800 Millionen USD (ca. 697,8 Millionen €) an annualisierten Betriebskosteneinsparungen durch Personalabbau, was ihn veranlasste, seine Gewinnschätzungen für das Fiskaljahr 2027 moderat anzuheben.

Blickt man voraus, erwartet Colville, dass Oracles Aktie volatil bleiben könnte, während Anleger die Ergebnisse, Ausgabenpläne und Aussagen des Managements bewerten.

Er bleibt jedoch konstruktiv für die langfristigen Aussichten des Unternehmens und argumentiert, dass das "Risiko/Rendite-Verhältnis zugunsten eines Aufwärtspotenzials" für Anleger ausschlägt, die bereit sind, einen längeren Anlagehorizont einzuhalten.

Generell ist Colville der Ansicht, dass Oracles GPU-as-a-Service-Angebote, die kundenneutrale Ausrichtung und der Zugang zu Finanzierung das Unternehmen gut positionieren, um in den kommenden Jahren vom wachsenden Bedarf an KI-Infrastruktur zu profitieren.