Nvidias fünf Korea-Deals erklärt: Was SK Hynix, Naver und LG gewinnen

Nvidias fünf Korea-Deals erklärt: Was SK Hynix, Naver und LG gewinnen
Devesh Kumar
08. Juni 2026, 09:35 AM

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Invezz
SK Hynix (000660.KS)

Kaufempfehlung für SK Hynix. Nvidia sichert sich eine mehrjährige Technologiepartnerschaft und kauft bereits „Milliarden“ jährlich; die Ausgaben dürften deutlich steigen. Die These lautet, dass die HBM‑Nachfrage im Zusammenhang mit Nvidias KI‑Systemen weiter steigt und SK Hynix sich von Commodity‑Speicher zu kundenspezifischem, höherwertigem Angebot wandelt.

Kernrisiko: Das HBM‑Nachfragewachstum verlangsamt sich (oder Nvidia verlagert die Speicherbeschaffung), womit das erwartete Umsatzwachstum sinkt.

Naver (035420.KS)

Kaufempfehlung für Naver. Der Nvidia‑Deal liefert einen klaren Fahrplan für den Ausbau einer KI‑Fabrik (55 MW bis Anfang 2027) sowie Unterstützung durch die Nemotron Alliance für HyperCLOVA X. Sekundäre Effekte: Wenn Naver seine eigene KI‑Rechenkapazität skaliert, kann es Stückkosten senken und die Margen bei generativer KI und Suche verbessern – was die Aktie weniger abhängig von einer Erholung des Werbemarktes macht.

Kernrisiko: Die KI‑Infrastruktur‑Capex läuft der Monetarisierung voraus, und Navers KI‑Produkte finden keine ausreichende Marktakzeptanz.

  • Nvidia schließt bedeutende KI‑Partnerschaften im südkoreanischen Technologiesektor.
  • SK Hynix vertieft seine Rolle in Nvidias KI‑Speicherlieferkette.
  • Deals mit LG und Doosan erweitern Nvidias Vorstoß in Robotik und Hardware.

Nvidia hat sein Engagement in Südkorea mit einer Reihe von Vereinbarungen vertieft, die zeigen, wie zentral das Land für die nächste Phase des KI‑Booms geworden ist.

Die während Jensen Huangs hochkarätigem Besuch in Seoul angekündigten Vereinbarungen rücken Nvidia näher an SK Hynix, SK Telecom, Naver, die Doosan Group und die LG Group.

Die Strategie wirkt ehrgeizig: Nvidia versucht, die Versorgung mit fortschrittlichem Speicher zu sichern, die Nachfrage nach KI‑Rechenzentren zu steigern und Südkorea als Drehkreuz für „physische KI“ in Robotik, Fabriken und Cloud‑Infrastruktur zu positionieren.

Die Deals wurden an dem Tag bekanntgegeben, an dem die südkoreanischen Märkte einen der schlimmsten Ausverkäufe erlebten, wobei der KOSPI‑Index um mehr als 8 % fiel.

SK Hynix vertieft Rolle in Nvidias KI‑Lieferkette

SK Hynix ist der unmittelbarste Gewinner von Nvidias Korea-Offensive.

Der Speicherchip-Hersteller unterzeichnete eine mehrjährige Technologiepartnerschaft mit Nvidia zur Entwicklung fortschrittlicher Speicherlösungen für globale KI‑Rechenzentren.

Huang sagte, SK Hynix sei Nvidias größter Speicherpartner gewesen und werde diese Rolle weiterhin innehaben.

Er sagte außerdem, Nvidia kaufe bereits „Milliarden Dollar“ jährlich bei SK Hynix, und diese Ausgaben würden erheblich zunehmen.

Das ist wichtig, weil der KI‑Trade stark von High‑Bandwidth‑Memory (HBM) abhängt, nicht nur von Grafikprozessoren.

Nvidia entwirft die Chips, die KI‑Modelle antreiben, doch diese Chips benötigen schnellen, spezialisierten Speicher, um in Rechenzentren effizient zu arbeiten.

SK Hynix ist bereits ein wichtiger Lieferant in diesem Markt geworden, gestützt durch die starke Nachfrage nach HBM, das in Nvidias KI‑Systemen eingesetzt wird.

Ryu Young‑ho, Senior‑Analyst bei NH Investment & Securities, sagte, die Partnerschaft zwischen SK Hynix und Nvidia untermauere die Auffassung, dass sich Speicherchips von einem Commodity‑Produkt zu einem kundenspezifischeren, höherwertigen Geschäft entwickeln.

Nvidias Korea‑Strategie dreht sich auch um Infrastruktur: Das Unternehmen will lokale Partner, die Systeme bauen, die KI‑Modelle trainieren, betreiben und kommerzialisieren.

Naver plant den Einsatz von Nvidia‑Technologie zum Ausbau des Gak Sejong‑Rechenzentrums und startet mit 55 Megawatt bis Anfang 2027.

Anschließend strebt das Unternehmen an, die Kapazität international in Richtung Gigawatt‑Maßstab auszubauen.

Für Naver könnte der Deal sein Cloud‑Geschäft, seine generativen KI‑Dienste, Suchprodukte und souveräne KI‑Ambitionen stärken.

Das Unternehmen tritt außerdem Nvidias Nemotron Alliance bei, um sein Large‑Language‑Model HyperCLOVA X voranzubringen.

SK Telecom erhält einen ähnlichen Infrastrukturpfad. Der Telekom‑Konzern will in Südkorea eine KI‑Cloud im Gigawatt‑Maßstab mit Nvidia‑Technologie aufbauen; das erste KI‑Rechenzentrum soll 2027 in Betrieb gehen.

LG und Doosan zeigen: Nvidias Korea‑Wette geht über Chips hinaus

Die Partnerschaften mit LG und Doosan zeigen, dass Nvidias Korea‑Strategie nicht auf Speicher und Cloud beschränkt ist.

Huang sagte, Nvidia arbeite mit der LG Group an humanoiden Robotern und künftiger Rechenzentrumsarchitektur.

Die Partnerschaft umfasst Motor‑ und Mechaniktechnologien, die direkt zu Huangs weiter gefasster Sicht passen, wonach Robotik eines der nächsten großen Wachstumsfelder Südkoreas werden könnte.

Südkorea verfügt über die Fertigungsbasis, die Elektronikexpertise und die industrielle Tiefe, um physische KI in marktfähige Produkte umzusetzen.

LG bietet Nvidia außerdem Zugang zu den komplexeren Bereichen der KI‑Infrastruktur: Zukünftige Rechenzentren benötigen bessere Kühlung, Energieversorgung und mechanisches Design, wenn die Rechenlasten steigen.

Doosans Rolle ist anders, aber ebenfalls strategisch.

Das Unternehmen wird Nvidia‑Technologie einsetzen und Materialien liefern, die in Nvidias leistungsfähigen Blackwell‑Chips verwendet werden.

Das rückt den Industriekonzern näher an die physische Lieferkette hinter KI‑Hardware heran.

Die Marktreaktion zeigt, warum Anleger die langfristige Story von kurzfristigen Trades trennen sollten. Südkoreanische Chipaktien gerieten im Zuge des breiteren weltweiten Tech‑Abverkaufs unter starken Druck, obwohl Nvidia in Seoul positive Vereinbarungen bekanntgab.

Das deutet darauf hin, dass Anleger weiterhin besorgt sind über überzogene KI‑Bewertungen und zins‑sensible Wachstumswerte.