Darum steigen Barclays-, NatWest- und Lloyds-Aktien diese Woche
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Kaufempfehlung für BARC. Die Aktie wird bereits im Zuge des US‑Iran-Waffenstillstands neu bewertet (niedrigere Ölpreise/geringerer Inflationsdruck) sowie einer wahrscheinlichen Zinspause der BoE bei 3,75 % kurzfristig. Sollte die BoE eine spätere Anhebung signalisieren, würde das Nettozinsergebnis der Banken steigen; Barclays verfügt zudem über ein größeres Investmentbanking-/Trading-Geschäft, das von mehr Transaktionsaktivität und höherer Marktvolatilität profitieren sollte. These: Ertragsdynamik + Zinssensitivität + diversifizierte Erträge schlagen die Wettbewerber.
Kernrisiko: Die BoE wird *jetzt* restriktiver (oder senkt später als erwartet), sodass die Kreditnachfrage einbricht oder ein Anstieg der Kreditverluste ausgelöst wird, wodurch die NII‑Zuwächse ausgelöscht würden.
Kaufempfehlung für LLOY. Die Aktie ist stark auf Mehrmonatshoch gestiegen, doch das Umfeld bleibt günstig: sinkende Rohstoff‑ und Schifffahrtskosten stützen das britische Wachstum und kühlen die Inflation, während eine BoE‑Anhebung später im Jahr das NII heben würde. Das Wachstum des zugrunde liegenden Nettozinsergebnisses und die Gewinnverbesserung geben dem Markt einen Grund, weiterhin eine Prämie zu zahlen, sofern die Zinsen unterstützend bleiben.
Kernrisiko: Ein Zusammenbruch des Waffenstillstands, ein deutlicher Anstieg von Öl‑ und Schifffahrtspreisen zwingt die BoE zu einer restriktiven Haltung und belastet die Konsumenten- und Kreditqualität in Großbritannien.
- Britische Bankaktien stiegen diese Woche auf Mehrmonatshochs.
- Lloyds-, NatWest- und Barclays-Aktien sind seit dem Jahrestief zweistellig gestiegen.
- Die Banken werden auf die bevorstehende Zinsentscheidung der Bank of England reagieren.
Britische Bankaktien kletterten diese Woche auf Mehrmonatshochs, da Anleger das US‑Iran-Waffenstillstandsabkommen begrüßten und auf die jüngste Zinsentscheidung der Bank of England warteten.
Der Kurs von NatWest stieg auf 638p, sein höchster Stand seit dem 9. Februar dieses Jahres und 26 % über seinem Tiefpunkt im März. Lloyds Bank schoss auf 105.80, den höchsten Stand seit Februar, während Barclays auf 503p ausschlug. BARC ist damit seit seinem Jahrestief um 40 % gestiegen.
US‑Iran-Waffenstillstandsabkommen
Britische Banken reagieren sehr sensibel auf den US‑Iran-Konflikt. Meist gehörten sie zu den größten Verlierern, wenn die Krise eskalierte, und zu den Hauptgewinnern, sobald die Hoffnung auf eine Einigung stieg.
Die Kurse sprangen diese Woche, nachdem die USA und der Iran ein Abkommen erzielt hatten, die Kämpfe für 60 Tage einzustellen. Im Rahmen dieses Abkommens wird die Straße von Hormuz wieder geöffnet, während Iran Sanktionen und finanzielle Erleichterungen erhält.
Das Abkommen führte zu einem deutlichen Rückgang der Rohölpreise: Die Benchmarks Brent und WTI fielen unter die wichtige Unterstützungsmarke bei 80 $. Auch andere Preise, insbesondere für Schifffahrt und Düngemittel, begannen zu sinken. Die Hoffnung ist daher, dass das Abkommen hält, da dies die britische Wirtschaft stützen würde.
Die Aktien der britischen Banken stiegen zudem, nachdem das Office for National Statistics (ONS) einen ermutigenden Verbraucherinflationsbericht veröffentlicht hatte. Die Daten zeigten, dass die Gesamtverbraucher-, Produzenten- und Einzelhandelsinflation hinter den Erwartungen blieb. Der CPI blieb unverändert bei 2,8 %, während der Kern-CPI um 2,6 % stieg.
Zinsentscheidung der Bank of England
Der nächste wichtige Katalysator für bedeutende britische Bankaktien wie Lloyds, NatWest und Barclays ist die bevorstehende Zinsentscheidung der Bank of England (BoE), die später heute veröffentlicht wird.
Ökonomen sind sich einig, dass die Bank die Zinsen in diesem Meeting unverändert bei 3,75 % lassen wird. Dennoch besteht bei einer Inflation, die über dem Ziel von 2 % liegt, die Möglichkeit, dass die Bank später in diesem Jahr eine Anhebung signalisiert. Polymarket-Händler sehen eine 58%-Wahrscheinlichkeit, dass die Bank dieses Jahr anhebt.
Eine BoE-Zinserhöhung würde den Banken zugutekommen, indem sie ihr Nettozinsergebnis (NII) erhöht. In ihrer Erklärung am Mittwoch deutete die Federal Reserve an, dass sie dieses Jahr anheben könnte und verwies auf die starke Wirtschaft und die anhaltend erhöhte Inflation.
Barclays hat sich besser entwickelt als andere Banken, weil sein Geschäftsmodell normales Retailbanking und Investmentbanking kombiniert. Von der Investmentbanking-Sparte wird in diesem Jahr erwartet, dass sie von stärkerer Unternehmensaktivität wie M&A, Kredit- und Kapitalaufnahmen profitiert. Sein Trading-Geschäft dürfte von der erhöhten Marktvolatilität profitieren.
Die jüngsten Zahlen zeigten, dass die Erträge im Q1 um 6 % auf £8.2 billion stiegen, wobei die Erträge im Vereinigten Königreich und das Investmentbanking um jeweils 9 % bzw. 6 % zugelegt haben. Die starken Zahlen ermöglichten es, das Aktienrückkaufprogramm aufzustocken.
Lloyds Bank teilte mit, dass der gesetzliche Gewinn vor Steuern von £1.5 billion im Vorjahr auf £2 billion gestiegen sei. Das zugrundeliegende Nettozinsergebnis stieg um 8 % auf £3.6 billion.
NatWest erzielte dagegen ein Nettozinsergebnis von £3.39 billion gegenüber £3.026 billion im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
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