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Goldman Sachs’ neue europäische Aktienfavoriten: Fokus auf rund 40% Aufwärtspotenzial

Goldman Sachs’ neue europäische Aktienfavoriten: Fokus auf rund 40% Aufwärtspotenzial
Devesh Kumar
01. Juli 2026, 08:45 AM

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TGS ASA

Kaufen: TGS ASA (TGS.OL). Goldmans Kursziel von 180 NOK impliziert rund 40% Aufwärtspotenzial, begründet durch Unterinvestitionen der Ölkonzerne: Lebensdauer der Reserven um etwa 60% gesunken und Kapazität seismischer Schiffe seit 2013 um rund 70% reduziert. Diese Kombination dürfte das Angebot an seismischen Daten verknappen und das Multi‑Client‑Wachstum anheben (Goldman: +19% im Jahresvergleich vs. 8% Konsens).

Kernrisiko: Die Ölkonzerne kürzen erneut ihre Explorationsbudgets, was die Nachfrage nach seismischen Daten und das Multi‑Client‑Wachstum stark einbrechen lassen würde.

Halma Plc

Kaufen: Halma (HLMA.L). Goldmans Kursziel von 5.010p impliziert rund 27% Aufwärtspotenzial und positioniert Halma als einen Qualitäts‑Compounder im Bereich Sicherheits‑, Gesundheits‑ und Umwelttechnologien — weniger abhängig von Rohstoffzyklen als typische Industriewerte. Die These lautet auf stetiges Gewinnwachstum durch Reinvestition sowie anhaltende Marktanteilsgewinne, da Regulierung und Ausgaben für Sicherheit weiter Bestand haben.

Kernrisiko: Die regulatorische Nachfrage schwächt sich ab oder die Margen geraten so unter Druck, dass Halmas „Compounder“-Wachstumsrate enttäuscht.

  • Goldman nimmt TGS ASA und Halma in seine European Conviction List auf.
  • TGS bietet auf Basis von Goldmans Kursziel von 180 NOK nahezu 40% Aufwärtspotenzial.
  • Das Update deutet auf eine Erholung der Ölservices und Wachstum bei hochwertigen Industrieunternehmen hin.

Goldman Sachs hat seine European Conviction List in der Juli‑2026‑Ausgabe des „Directors’ Cut“ aktualisiert, zwei neue Namen aufgenommen und drei gestrichen, während die Bank einige ihrer am stärksten bevorzugten Kaufempfehlungen in der Region umschichtet.

Herausragend ist TGS ASA, das norwegische Seismikdatenunternehmen.

Goldmans Kursziel von 180 NOK impliziert rund 40% Aufwärtspotenzial gegenüber dem Schlusskurs vom 30. Juni von 128,90 NOK und macht das Papier somit zur auffälligsten Aufnahme im aktuellen Update.

Der zweite Neuzugang ist Halma Plc, die britische Sicherheitstechnologiegruppe, bei der Goldman etwa 27% Aufwärtspotenzial sieht.

Was sich auf der Liste geändert hat

Goldman nahm TGS ASA und Halma in seine European Conviction List auf und strich gleichzeitig Bayer, Anheuser‑Busch InBev und Deutsche Telekom.

Die Liste ist nicht als breites Modellportfolio gedacht. Es handelt sich um eine kleinere Gruppe von rund 27 europäischen Aktien, bei denen Goldman‑Sachs‑Analysten über einen 12‑Monats‑Zeithorizont ein besonders attraktives Risiko‑Ertrags‑Verhältnis sehen.

Das macht jede monatliche Änderung beobachtenswert, auch wenn die Liste selbst normalerweise kein marktbewegendes Ereignis ist.

TGS verleiht dem Update einen klaren Fokus auf Energiedienstleistungen. Das Unternehmen stellt seismische Daten zur Verfügung, die Öl‑ und Gasproduzenten zur Beurteilung von Explorationsmöglichkeiten nutzen.

Goldmans positive Einschätzung beruht auf der Annahme, dass die Unterinvestition in Exploration zu weit gegangen ist, wodurch Energieunternehmen einen wachsenden Bedarf haben, die Lebensdauer der Reserven wiederaufzubauen.

Halma ist dagegen eine andere Geschichte: Es handelt sich nicht um einen zyklischen Value‑Titel, sondern um einen Qualitäts‑Compounder mit Engagement in Sicherheits-, Gesundheits‑ und Umwelttechnologien.

Zusammen zeigen die beiden Aufnahmen, dass Goldman zwei unterschiedliche Themen favorisiert: eine Erholung der Ausgaben im Ölservices‑Segment und eine Korrektur bei einem hochwertigen Industriewert.

Warum TGS und Halma ausgewählt wurden

TGS weist die höhere Aufwärtsperspektive auf. Goldman‑Sachs‑Analysten setzten ein Kursziel von 180 NOK für die Aktie, verglichen mit dem Schlusskurs von 128,90 NOK am 30. Juni. Das entspricht fast 40% Aufwärtspotenzial.

Die Argumentation der Bank basiert auf Unterinvestitionen der Ölkonzerne. Goldman‑Analysten stellten fest, dass die Lebensdauer der Reserven um etwa 60% gesunken ist, während die Kapazität seismischer Schiffe seit 2013 um rund 70% zurückgegangen sei.

Einfach ausgedrückt: Energieproduzenten könnten mehr Explorationsdaten benötigen, während die Branche gleichzeitig weniger Kapazität hat, diese bereitzustellen.

Goldman erwartet, dass die Multi‑Client‑Sparte des Unternehmens um 19% im Jahresvergleich wächst, deutlich über den Konsenserwartungen von 8%.

Wenn sich diese Differenz bestätigt, könnte die Aktie sowohl von stärkeren Gewinnen als auch von einer Neubewertung des Ölservices‑Zyklus profitieren.

Halma bietet ein beständigeres Aufwärtspotenzial.

Goldman setzte ein Kursziel von 5.010p für die britische Gruppe, verglichen mit dem Schlusskurs von 3.934p, was etwa 27% Aufwärtspotenzial impliziert.

Die Bank beschrieb Halma als „einen der hochwertigsten, renditestärksten Wachstums‑Compounder mit nachgewiesener Erfolgsbilanz.“

Was die Abgänge über Goldmans Sicht sagen

Die Streichungen sind ebenso aufschlussreich wie die Aufnahmen.

Bayer wurde entfernt, nachdem die Aktie seit der Aufnahme im Januar 2026 um 27,8% gestiegen war.

Die Streichung wirkt eher wie Gewinnmitnahme nach einem starken Lauf, begünstigt durch eine verbesserte Stimmung in Bezug auf das Prozessrisiko nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs.

Anheuser‑Busch InBev fällt ebenfalls weg nach einer ordentlichen Performance. Der Brauer hatte seit der Aufnahme im Juni 2025 um 19,2% zugelegt, was darauf hindeutet, dass Goldman nach der Neubewertung nun weniger Aufwärtspotenzial sieht.

Deutsche Telekom ist ein differenzierterer Abgang. Die Aktie liegt seit der Aufnahme im Oktober 2025 um 15,1% im Minus, daher liest sich dies nicht als einfacher Fall des Einbuchens von Gewinnen.

Es wirkt eher wie eine Entscheidung, dass das ursprüngliche Aufwärtsszenario geschwächt ist oder zumindest, dass bessere Chancen inzwischen anderswo zu finden sind.

Goldman sagte, die überarbeitete Liste habe ein medianes 12‑Monats‑Renditepotenzial von 32% und ein medianes Aufwärtspotenzial bis zum Kursziel von 29%.