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Oracles Rekord-Auftragsbestand boomt – warum ist die Aktie 50 % gefallen?

Oracles Rekord-Auftragsbestand boomt – warum ist die Aktie 50 % gefallen?
Devesh Kumar
08. Juli 2026, 10:48 AM

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Oracle (ORCL) Kaufen

ORCL kaufen. Rekord‑RPO und starkes Cloud‑Wachstum (OCI +93 %, Cloud +47 %) zeigen, dass die KI‑Nachfrage real ist. Der Ausverkauf betrifft die Konversion und die Finanzierung, nicht das Verschwinden der Kunden. Wenn Oracles Auftragsbestand wie erwartet umgewandelt wird, wird der Markt die Aktie vom „Stresstest“ zur „Cash‑flow‑Maschine“ neu bewerten.

Kernrisiko: Der an OpenAI gebundene Auftragsbestand wird nicht schnell genug in erfasste Umsätze umgewandelt, was zu weiterer Verwässerung/Schulden führen und den freien Cashflow länger negativ halten würde, als der Markt tolerieren kann.

Oracle (ORCL) Verkaufen

Verkaufen Sie ORCL, wenn Sie glauben, dass die Finanzierungsrechnung nicht aufgehen wird. Der Artikel weist auf Investitionsausgaben von bis zu $95B (über den Erwartungen) und eine geplante Finanzierung von rund $40B hin, während der freie Cashflow negativ bleibt. Wenn Kunden den GPU/AI‑Aufbau nicht wie geplant zurückzahlen, wird der Auftragsbestand zu einem bilanziellen Versprechen und nicht zu Liquidität.

Kernrisiko: Vorauszahlungen/Rückzahlungen von Kunden verzögern sich und die Investitionsausgaben bleiben hoch, sodass Investoren zu dem Schluss kommen, Oracle könne RPO ohne umfangreiche externe Finanzierung nicht in Liquidität verwandeln.

  • Oracles Rekord‑$638B‑Auftragsbestand steht nun einem Cashflow‑Test gegenüber.
  • Die Erlöse von OCI stiegen um 93 %, doch Investoren konzentrieren sich auf Capex.
  • Die Wall Street unterstützt Oracle weiterhin, doch Sorgen um Verschuldung und Ausgaben bleiben.

Oracle verfügt über einen KI-Auftragsbestand, um den ihn viele Softwarefirmen beneiden würden, doch an der Wall Street reicht ein Auftragsbestand allein nicht mehr aus.

ORCL steht unter Druck, da Investoren zudem auf Kundenkonzentration, erforderliche Investitionsausgaben und den Zeitplan für die Umwandlung von Oracles Auftragsbestand in Cashflow achten.

Deshalb ist Oracles Rekordbestand an 638 Milliarden USD (ca. 556,5 Milliarden €) in remaining performance obligations weniger ein Siegeszug als vielmehr ein Stresstest für seine KI‑Cloud‑Story.

Oracle hat den KI‑Auftragsbestand, den sich die Bullen wünschten

Der Bullcase ist weiterhin leicht erkennbar: Oracles Umsatz im vierten Geschäftsquartal stieg um 21 % auf 19,2 Milliarden USD (ca. 16,7 Milliarden €), während der Gesamt‑Cloud‑Umsatz um 47 % auf 9,9 Milliarden USD (ca. 8,6 Milliarden €) zulegte.

Die Erlöse von Oracle Cloud Infrastructure stiegen um 93 % auf $5.8 billion 5,8 Milliarden USD (ca. 5,1 Milliarden €), was zeigt, dass die Nachfrage nach seiner KI‑Cloud‑Kapazität nicht nur theoretisch ist.

Die Zahl des Auftragsbestands war noch dramatischer.

Oracle erklärte, dass die remaining performance obligations, also vertraglich zugesicherte Umsätze, die noch nicht erfasst sind, im Quartalsvergleich um 85 Milliarden USD (ca. 74,1 Milliarden €) auf 638 Milliarden USD (ca. 556,5 Milliarden €) gestiegen sind, ein Anstieg von 363 % gegenüber dem Vorjahr.

Das Unternehmen sagte ferner, ein großer Teil des jüngsten RPO‑Anstiegs stamme aus großen KI‑Verträgen, bei denen Kunden entweder GPUs im Voraus bezahlten oder die Hardware selbst stellten, wodurch ein Teil der Kapitalbelastung von Oracle reduziert werde.

Der Markt konzentriert sich jedoch auf die andere Seite derselben Gleichung.

Jacob Bourne, Analyst bei eMarketer, sagte Reuters, dass „die Nachfrage real ist“, da die Cloud‑Infrastructure‑Erlöse und der Auftragsbestand schnell wachsen.

Seine Warnung lautete, dass die Finanzierungsfrage schwieriger wird, da die Investitionsausgaben über den Schätzungen liegen und der freie Cashflow negativ bleibt.

Abhängigkeit von OpenAI ist jetzt die unangenehme Frage

Die größte Sorge ist nicht, dass Oracle an Nachfrage fehlt, sondern dass die Nachfrage zu konzentriert sein könnte.

Analysten der Bank of America schätzen, dass mehr als die Hälfte von Oracles 638 Milliarden USD (ca. 556,5 Milliarden €) RPO an OpenAI gebunden ist.

Das lässt den Auftragsbestand weniger wie ein vollständig diversifiziertes Cloud‑Auftragsbuch erscheinen und mehr wie eine große Wette darauf, dass ein Kunde die aggressive KI‑Expansion weiter finanzieren kann.

Das macht die Exponierung nicht automatisch schlecht.

OpenAI gehört zu den wichtigsten KI‑Unternehmen der Welt, und eine enge Beziehung zu OpenAI verschafft Oracle einen Platz im Zentrum des Infrastrukturaufbaus.

Das Problem ist die Größenordnung: Wenn ein großer Teil des künftigen Wachstums von Oracle von einem Kunden abhängt, der weiterhin massiv ausgibt und auf externes Kapital angewiesen ist, werden Investoren zu Recht hinterfragen, wie verlässlich diese Zusagen sind.

Deshalb ist die RPO‑Zahl so umstritten geworden.

Das Wall Street Journal stellte fest, dass das Unterzeichnen eines Vertrags mit zwölfstelliger Summe das eine ist, das Einziehen der Zahlungen etwas anderes.

MarketWatch stellte die zentrale Debatte ebenfalls in den Kontext, ob Oracle seinen KI‑Auftragsbestand in erfasste Umsätze umwandeln kann, und verwies dabei auf Jefferies‑Analyst Brent Thills Fokus auf die Auftragsbestandskonversion nach dem jüngsten Ergebnisbericht.

Die Wall Street steht weiterhin zu Oracle, fürchtet aber die Kosten des Wachstums

Der Ausverkauf hat den Bullcase nicht zunichtegemacht. Die Aktie beendete kürzlich eine neuntägige Verlustserie, liegt aber immer noch 56,2 % unter ihrem Allzeithoch vom September 2025.

Marktdaten zufolge bewerten 84 % der Analysten Oracle mit Buy, die höchste Zustimmung seit 2011, mit einem durchschnittlichen Kursziel von $254.84.

Siti Panigrahi von Mizuho sieht Oracle weiterhin als langfristigen KI‑Gewinner, mit einem Kursziel von $320, obwohl Finanzierung und Verschuldung weiter Sorge bereiten.

Auch die Bären haben ein klares Argument: Oracle erwartet für das Geschäftsjahr 2027 Investitionsausgaben von bis zu 95 Milliarden USD (ca. 82,9 Milliarden €), über den von Analysten erwarteten 67,7 Milliarden USD (ca. 59 Milliarden €), und plant, nahezu 40 Milliarden USD (ca. 34,9 Milliarden €) durch Fremd‑ und Eigenkapitalfinanzierung aufzubringen.

CFO Hilary Maxson sagte, 70 Milliarden USD (ca. 61,1 Milliarden €) der Ausgaben würden von Oracle selbst getragen, während weitere 20 Milliarden USD (ca. 17,4 Milliarden €) bis 25 Milliarden USD (ca. 21,8 Milliarden €) voraussichtlich von Kunden zurückgezahlt werden.

Dan Ives von Wedbush brachte das Unbehagen des Marktes in einer von Sherwood zitierten Mitteilung auf den Punkt und sagte, mehr Schulden aufzunehmen sei „kein Schritt, den die Street sehen möchte.“