Intel, AMD und Chip-Aktien im Ausverkauf: Was, wenn der US-Iran-Konflikt andauert?
KI-Sentiment: 8/100 Bärisch
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Verkaufsempfehlung für INTC. Der Artikel weist auf Engpässe bei Helium und kritischen Mineralien durch die Schließung der Straße von Hormus sowie auf steigende Frachtkosten hin – beides trifft die Wafer-Fertigung und die Margen. Intel ist bereits empfindlicher in Bezug auf Umsetzung und Kosten als seine Wettbewerber, sodass Produktionsdrosselungen oder Gewinnkürzungen härter treffen.
Kernrisiko: Ein schneller Waffenstillstand, der die Straße wieder öffnet und die Helium- und Materialflüsse normalisiert, bevor Prognosen überarbeitet werden.
Verkaufsempfehlung für AMD. Selbst wenn die Nachfrage nach AMD stark bleibt, wirken sich anhaltende logistische Engpässe und Produktionsdrosselungen auf die gesamte Halbleiter-Lieferkette aus und belasten die Gewinnerwartungen für 2026. Die Aktie ist auf KI-Momentum eingepreist, sodass Margen- und Lieferstörungen zu einer Kompression der Bewertungsmultiplikatoren führen.
Kernrisiko: Lieferketten-Workarounds (Routenänderungen, Lagerbestände, Ersatzstoffe) halten die Gewinnerwartungen für 2026 aufrecht.
- USA und Iran sind in eine gefährliche neue Phase offener Feindseligkeiten eingetreten.
- Warum der Konflikt besonders bärisch für Halbleiteraktien ist.
- Chip-Aktien weiten heute ihre Verluste aus – und es geht nicht nur um den Ölschock.
US-amerikanische Chip-Aktien weiten am July 13 ihre Verluste aus, während Washington und Teheran in eine gefährliche neue Phase offener Feindseligkeiten geraten.
Am Wochenende und bis Montagmorgen führte das US Central Command (CENTCOM) schwere Luftangriffe gegen rund 140 iranische Militäreinrichtungen durch, und Iran schlug auf regionale US-Stützpunkte zurück und erklärte die strategisch wichtige Straße von Hormus für geschlossen.
Und während eine geopolitische Krise dieses Ausmaßes naturgemäß einen breiten Ausverkauf an der Wall Street auslöst, erweist sie sich für Halbleiteraktien als besonders katastrophal.
Weit mehr als ein „Ölschock“ oder allgemeine Marktpanik ist der US-Iran-Krieg extrem bärisch für den Chipsektor und droht, der globalen Technologiebranche die Lebensader abzudrehen.
Intel INTC, AMD und andere Chip-Aktien verloren in der Sitzung am Montag. Intel fiel um 4 %, während AMD und Broadcom um 2 % nachgaben.
Warum der US-Iran-Krieg eine große Bedrohung für Chip-Aktien darstellt
Wenn Anleger an den Nahen Osten denken, denken sie meist an Rohöl – für Chiphersteller hält die Region jedoch einen völlig anderen, unersetzlichen Wert: Edelgase und kritische Mineralien.
Allein Katar deckt mehr als ein Drittel der weltweiten Versorgung mit Helium, einem für die High-End-Halbleiterfertigung unverzichtbaren Element.
Reines Helium ist absolut entscheidend für das Wärmemanagement, die extrem präzise Temperaturregelung während der Waferverarbeitung und die empfindlichen Photolithographie-Schritte, die zur Herstellung moderner KI-Schaltungen erforderlich sind.
Da die Industrieanlagen in Ras Laffan bereits Störungen erlitten haben und die Straße von Hormus nun vollständig von iranischen Streitkräften blockiert ist, ist die globale Lieferkette für diese spezialisierten Materialien zum Erliegen gekommen.
Ohne tragfähige strukturelle Alternativen für Helium und Brom drohen erstklassige Auftragsfertiger sofortige Produktionsdrosselungen, die die Umsatzerzeugung direkt beeinträchtigen.
Warum das Abwärtsrisiko 2026 besonders ausgeprägt ist
Das Wiederaufleben dieses Kriegs könnte für einen Halbleitersektor, der einen Boom der künstlichen Intelligenz (KI) aggressiv einpreist, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kommen.
Tech-Unternehmen investieren Hunderte von Milliarden in KI-Rechenzentren, wodurch Chiplayout-Designer und Hersteller mit extrem engen Zeitplänen und verwundbaren Lieferketten arbeiten.
Da die Schließung der Straße massive maritime Umwege erzwingt und die Kerosinpreise in die Höhe treibt, explodieren Luft- und Seefrachtnachaufschläge.
Die Halbleiterfertigung ist ein mehrstufiger globaler Staffellauf; Rohmaterialien, Siliziumbarren und verpackte Chips überqueren mehrfach Ozeane, bevor die Endmontage erfolgt.
Ein eskalierender regionaler Krieg häuft enorme logistische Kosten auf eine kapitalintensive Branche, drückt die Unternehmensmargen und zwingt Analysten dazu, die Gewinnerwartungen für die weltweit wertvollsten Chip-Aktien drastisch zu kürzen.
Was ist künftig von Chip-Aktien zu erwarten?
Das schnelle Hin und Her zwischen Washington und Teheran hat jede Illusion einer kurzen, begrenzten Scharmützel zerschlagen.
Stattdessen erkennt die Wall Street, dass sich dieser Konflikt zunehmend an die zermürbende, mehrjährige Realität des Russland-Ukraine-Kriegs annähert – eine Situation, die sich einer schnellen diplomatischen oder militärischen Lösung entzieht.
Zieht sich dieser Krieg zu einem langwierigen Abnutzungskrieg hin, könnten die damit verbundenen Lieferkettenengpässe, die den Halbleitersektor bedrohen, zu einem dauerhaften wirtschaftlichen Bremsklotz werden.
Für eine Chipindustrie, die stark zyklischen Abschwüngen ausgesetzt ist und auf dem Rücken des KI-Booms auf Perfektion eingepreist wird, könnte ein anhaltender Konflikt im Nahen Osten die Gewinne entgleisen lassen.
Da keine Ausstiegsoption in Sicht ist, bereiten sich Chip-Aktien auf eine äußerst turbulente und tief bärische zweite Jahreshälfte 2026 vor.
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