Sollten Sie Walmart-Aktien nach dem 9%-Rückgang nach Zahlen kaufen?

KI-Sentiment: 68/100 Bullisch
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Kaufen WMT. Das Quartal übertraf die Erwartungen bei Umsatz und bereinigtem EPS, hob die Jahresprognose an und zeigte, dass die vergleichbaren Umsätze im Kerngeschäft um 3.4% zulegten, begleitet von Marktanteilsgewinnen sowie verbesserter E‑Commerce‑/Werbeökonomie. Der 9%ige Rückgang ist hauptsächlich auf ein Minus bei den US‑Comps zurückzuführen, das durch Health‑&‑Wellness/Apotheken‑Fair‑Price‑Regelungen getrieben wurde, nicht auf einen breiten Nachfragerückgang. Bei rund 36x Gewinn verbessert der Ausverkauf den Einstiegszeitpunkt deutlich, während die Geschäftsstruktur (Marketplace, Werbung, Mitgliedschaften) ein stabileres Gewinnwachstum stützt.
Kernrisiko: Die vergleichbaren US‑Umsätze verschlechtern sich weiter über den Gesundheits‑ und Wellnessbereich hinaus, sodass Walmart die Prognose oder die Margen senken muss.
Verkaufen WMT relativ zu einem Einzelhandelskorb via Short WMT / Long XRT (SPDR S&P Retail ETF). Die Nachrichten sind fundamental positiv, aber die Aktie ist weiterhin überteuert; anhaltende Debatten über die Bewertung können WMT zurückhalten, während die breitere Retail‑Gruppe bei stabileren Comps neu bewertet wird. Das zielt auf das Risiko ab, dass der Markt „teure Qualität“ weiter bestraft, selbst wenn die Ergebnisse stabil bleiben.
Kernrisiko: WMTs nächste Quartale beweisen, dass die Prämie gerechtfertigt ist (US‑Comps stabilisieren sich und das Ergebnis beschleunigt), wodurch WMT gegenüber XRT outperformt.
- Walmart-Aktien fielen um mehr als 9% nach langsamerem Wachstum der vergleichbaren US‑Umsätze.
- BofA und Goldman Sachs hielten trotz gesenkter Kursziele ihre Buy‑Einstufungen.
- Der Rückgang verbessert den Einstiegspunkt, doch die Bewertung bleibt ein zentrales Risiko.
Walmart-Aktien fielen am Donnerstag um mehr als 9%, nachdem der Einzelhändler schwächer als erwartete vergleichbare Umsätze in den USA gemeldet hatte. Das wirft die Frage auf, ob der Ausverkauf Anlegern trotz anhaltiger Debatten über die Bewertung der Aktie einen attraktiven Einstiegszeitpunkt bietet.
Der Rückgang kam, obwohl Walmart die Schätzungen von Wall Street sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Ergebnis übertraf und seine Jahresprognosen anhob.
Walmart meldete einen Quartalsumsatz von $187.9 Milliarden, ein Plus von fast 6% gegenüber dem Vorjahr und über den von Analysten erwarteten rund $186 Milliarden, laut Bloomberg-Konsensusdaten.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei $0.81, verglichen mit den erwarteten $0.74.
Investoren richteten ihren Fokus jedoch auf die vergleichbaren Umsätze in den USA, die um 2.6% stiegen und damit deutlich unter dem von Analysten erwarteten Anstieg von 3.8% lagen, gemäß LSEG-Daten.
Das Gesundheits- und Wellnessgeschäft des Unternehmens war ein wesentlicher Belastungsfaktor.
Die vergleichbaren Umsätze in dieser Kategorie sanken um niedrige einstellige Prozentsätze; Walmart schätzte einen etwa 900 Basispunkte umfassenden Effekt durch Bestimmungen zu fairen Preisen im Rahmen des Inflation Reduction Act.
Ohne das Gesundheits- und Wellnesssegment hingegen stiegen die vergleichbaren Umsätze im Kerngeschäft mit Waren um 3.4%.
Diese Unterscheidung ist wichtig für Anleger, die beurteilen wollen, ob das Quartal eine grundlegende Verschlechterung von Walmarts Geschäft darstellt oder eher ein vorübergehender Einbruch durch apothekenbezogene Faktoren ist.
Die Aktie schloss bei $103.84 und liegt damit in diesem Jahr etwa 8% im Minus, was Anleger dazu veranlasste, zu prüfen, ob der starke Rückgang eine Kaufgelegenheit darstellt.
Für mehrere Analysten bleibt die Antwort jedoch Ja.
Die Jahresprognose bleibt positiv
Walmart reagierte auf die schwächere Quartalszahl nicht mit einer Senkung der Prognose. Stattdessen hob das Unternehmen seine Jahresprognose an.
Das Unternehmen erwartet nun für das Geschäftsjahr 2027 ein Nettoabsatzwachstum von 4% bis 5%, verglichen mit der früheren Prognose von 3,5% bis 4,5%.
Das bereinigte EPS wird auf $2.80 bis $2.87 erwartet, nach zuvor $2.75 bis $2.85.
Für das dritte Quartal zeigte sich Walmart allerdings vorsichtiger.
Das Unternehmen erwartet ein bereinigtes EPS von $0.62 bis $0.64, unterhalb der Analystenschätzung von $0.68.
Die Nettoverkäufe im dritten Quartal sollen zwischen 3% und 3.75% zulegen, ebenfalls unter der Wall-Street-Prognose von 4.9%.
Dennoch hat die Widerstandsfähigkeit einige Analysten ermutigt, den Rückgang vom Donnerstag eher als Chance denn als Beginn eines größeren Abwärtstrends zu sehen.
„Während wir anerkennen, dass die US-Comp-Zahl die Aktie heute zurückhalten könnte, sind wir weiterhin ermutigt durch WMTs Fähigkeit, Marktanteile zu gewinnen und Gewinne schneller als den Umsatz zu steigern“, schrieb TD Cowen-Analyst Oliver Chen in einer Research-Notiz.
Die von Corey Tarlowe geführten Jefferies-Analysten argumentierten ähnlich und stellten fest, dass Walmart weiterhin „aus einer Position der Stärke“ operiere.
„Die zugrunde liegenden Trends werden weiterhin von Transaktionswachstum, breit angelegten Marktanteilsgewinnen und anhaltender Stärke in E‑Commerce, Werbung, Marketplace und Mitgliedschaften gestützt“, schrieben die Jefferies-Analysten.
Wie bewerten Analysten den Rückgang?
BofA Securities senkte das Kursziel für Walmart von $144 auf $126, beließ die Einstufung jedoch bei Buy.
Die Bank räumte ein, dass die Verlangsamung der vergleichbaren US-Umsätze enttäuschend war, und sagte, die Reaktion der Aktie sei durch Walmarts Premiumbewertung verstärkt worden.
Gleichzeitig sagte BofA, die Ergebnisse enthielten unter der Schlagzeile positive Signale, und argumentierte, Walmart bleibe ein langfristiger Marktanteilsgewinner.
Da die Aktie nun bei einem Kurs‑Gewinn‑Verhältnis von etwa 36.3 gehandelt wird, bleibt die Bewertung das stärkste Argument gegen ein einfaches „Buy the dip“.
BofAs überarbeitetes Kursziel von $126 impliziert dennoch erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag.
Die Bank betrachtet den Rückgang der Aktie als überzeugende Gelegenheit, einen langfristigen Marktanteilsgewinner zu besitzen.
Auch Goldman Sachs senkte sein Kursziel, von $141 auf $130, beließ die Einstufung jedoch bei Buy.
Analystin Kate McShane sagte, die Firma sei ermutigt von Walmarts stärkerer Perspektive für die zweite Jahreshälfte, gestützt durch Preisinvestitionen und Marktplatzwachstum.
Walmarts US‑E‑Commerce‑Geschäft erzielte zudem im ersten Halbjahr zweistellige zusätzliche Margen.
Goldman ist der Ansicht, dass Walmarts Prognose aufgrund makroökonomischer Unsicherheit etwas konservativ ist, und erwartet, dass der Einzelhändler weiterhin von Marktanteilsgewinnen profitiert.
E‑Commerce und Werbung stärken die Bull-These
Das Investment-Argument für Walmart reicht zunehmend über das Filialnetz hinaus.
Der Einzelhändler hat sein E‑Commerce-, Werbe‑ und Marktplatzgeschäft ausgebaut und so zusätzliche Ertrags‑ und Profitabilitätsquellen geschaffen.
Jefferies bestätigte seine Buy‑Einstufung und verwies auf Transaktionswachstum sowie Gewinne in E‑Commerce, Werbung und Mitgliedschaften.
RBC Capital Markets‑Analyst Steven Shemesh blieb ebenfalls positiv und hob ein fast 10%iges Wachstum des Betriebsgewinns ohne Zollrückerstattungen hervor.
Evercore ISI behielt ein Outperform‑Rating bei und verwies auf ein Umsatzwachstum nahe dem oberen Ende von Walmarts Prognose sowie die Entscheidung, die Jahresumsatzprognose anzuheben.
UBS‑Analyst Michael Lasser sagte hingegen, die Ergebnisse könnten die Debatte über Walmarts Bewertung verschärfen, behielt aber eine positive Haltung bei.
Die widersprüchlichen Signale lassen Anleger mit zwei klar unterschiedlichen Sichtweisen auf den Ausverkauf vom Donnerstag zurück.
Also: Sollten Anleger Walmart-Aktien kaufen?
Das Argument für einen Kauf von Walmart nach dem Rückgang stützt sich auf die zugrunde liegenden Marktanteilsgewinne des Unternehmens, die stärkere E‑Commerce‑Ökonomie und die Fähigkeit, trotz einer enttäuschenden Zahl für vergleichbare US‑Umsätze die Jahresprognose anzuheben.
Das bearishe Argument ist die Bewertung.
Bei rund dem 36‑fachen Gewinn ist Walmart im Vergleich zu vielen traditionellen Einzelhändlern nach wie vor teuer.
Das bedeutet, dass das Unternehmen weiterhin starkes Wachstum und eine verbesserte Profitabilität liefern muss, um die Prämie zu rechtfertigen.
Der Ausverkauf am Donnerstag hat diese Bewertungsprämie reduziert, aber nicht beseitigt.
Für langfristige Anleger sieht der Rückgang daher eher nach einem potenziellen Einstiegszeitpunkt als nach einem offensichtlichen Schnäppchen aus.
Die angehobene Jahresprognose und die anhaltende Stärke in E‑Commerce, Werbung und Marktplatzaktivitäten stützen die bullishe These, während schwächere vergleichbare US‑Umsätze und Gegenwinde aus dem Apothekengeschäft Gründe zur Vorsicht liefern.
Die wichtigste Frage in den kommenden Quartalen wird sein, ob Walmart seine Marktanteilsgewinne in anhaltendes Gewinnwachstum ummünzen kann, ohne stark auf temporäre Effekte wie Zollrückerstattungen angewiesen zu sein.
Der Analystenkonsens bleibt vorerst auf der Kaufseite.
Nach dem starken Rückgang dürften Anleger jedoch Belege sehen wollen, dass sich die zugrunde liegende US‑Umsatzdynamik stabilisiert, bevor sie Walmarts Aktien als eindeutiges Schnäppchen betrachten.

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