Invezz

Warum die Nvidia‑Aktie nach sieben Verlusttagen heute 2 % zulegt

Warum die Nvidia‑Aktie nach sieben Verlusttagen heute 2 % zulegt
Utkarsh Roshan
25. Aug. 2026, 18:58 PM

Unterstützt von

Invezz
NVDA: Ertrags‑Rebound

NVDA kaufen. Die Aktie zeigt bereits eine technische Erholung nach dem sieben­tägigen Rückgang; das Setup ist ergebnisgetrieben: Die Street erwartet rund $92B Q2‑Umsatz, BMO sieht ein $2–$3B‑Beat und auch für Q3 Aufwärtsrisiken. Die wichtigste fundamentale Stütze ist die Stärke im Data‑Center‑Geschäft plus beschleunigtes Wachstum durch den Hochlauf der Vera‑Rubin‑Architektur, was den Markt auf die Nachfrage statt auf die Kundenkonzentration fokussieren sollte.

Kernrisiko: Das Hyperscaler‑Umsatzwachstum verlangsamt sich deutlich in der Hyperscaler‑ vs.‑ACIE‑Aufschlüsselung, was auf ein Abflauen der KI‑Ausgaben hindeutet und zu einer Herabstufung der Prognosen zwingt.

Relative Bewertung Semis

Kaufen: PHLX Semiconductor Index (SOXX) gegenüber NVDA. Die Underperformance von NVDA gegenüber dem breiteren Halbleitersektor bietet eine Mittelwertumkehr‑Gelegenheit: Wenn NVDA übertrifft, dürfte auch der Sektor Unterstützung erhalten; sollten jedoch die Kundenkonzentrations‑Ängste bei NVDA aufflammen, diversifiziert der Index das Einzelkundenrisiko. Dieser Trade fängt Sektor‑Momentum ein, ohne alles auf die Hyperscaler‑Offenlegung von NVDA zu setzen.

Kernrisiko: Eine breitflächige Risikoaversion (Zinssatz‑/Marktverlauf) trifft die Halbleiter und überdeckt jegliche NVDA‑spezifische Erholung.

  • Nvidia‑Aktien steigen nach sieben Verlusttagen um 2 %.
  • Kundenkonzentration wird vor den Quartalszahlen als zentrales Risiko sichtbar.
  • Analysten erwarten, dass Nvidia die Umsatzerwartungen übertrifft und das Wachstum beschleunigt.

Die Nvidia‑Aktie NVDA stieg am Dienstag um rund 2 % auf $212 und steht damit kurz davor, eine Sieben‑Tage‑Verlustserie zu beenden, während sich Anleger auf die Veröffentlichung der Ergebnisse des zweiten Geschäftsquartals nach Börsenschluss am Mittwoch vorbereiten.

Der sieben Tage andauernde Rückgang war die längste Verlustserie von Nvidia seit 2022; die Aktie verlor in diesem Zeitraum 7,5 %.

Die jüngste Schwäche hat außerdem die Underperformance der Aktie gegenüber dem breiteren Halbleitersektor hervorgehoben.

Die Nvidia‑Aktie liegt 2026 bei rund 15 % Zuwachs, verglichen mit einem Anstieg von 66 % für den PHLX Semiconductor Index.

Kundenkonzentration rückt in den Fokus

Nvidia bleibt ein zentraler Nutznießer des KI‑Booms und liefert die Grafikprozessoren (GPUs), die Rechenzentren und einige der weltweit größten KI‑Modelle antreiben.

Gleichzeitig bleibt die Konzentration auf wenige Großkunden ein Risikofaktor für Anleger.

Das Unternehmen ist stark abhängig von Hyperscalern wie Amazon, Google und Microsoft, die Nvidia‑GPUs in großen Mengen für ihre eigenen KI‑Workloads und Cloud‑Geschäfte kaufen.

Auch Meta und SpaceX sind als bedeutende Kunden hinzugekommen, da sie ihre KI‑Infrastruktur ausbauen.

In seinem Ergebnisbericht im Mai änderte Nvidia die Darstellung seiner Kundenbasis und trennt nun Hyperscaler von dem, was es als AI clouds, industrial and enterprise customers (ACIE) klassifiziert.

Nvidia nennt innerhalb der Kategorie Hyperscaler keine einzelnen Unternehmen.

Die Aufschlüsselung wird im Ergebnisbericht am Mittwoch genau beobachtet werden.

Im ersten Quartal erzielte Nvidia $37,9 Milliarden Umsatz von Hyperscalern und fast $37,5 Milliarden von ACIE‑Kunden.

Die ACIE‑Umsätze wuchsen gegenüber dem Vorquartal um 31 %, bei den Hyperscaler‑Umsätzen lag das Wachstum bei 12 %.

Die Zahlen haben die Diskussion darüber verschärft, ob Nvidia seine Kundenbasis verbreitern und das Wachstum halten kann, falls seine größten Kunden ihre KI‑Ausgaben drosseln sollten.

KI‑Ausgaben stehen vor finanziellem Härtetest

Sorgen über die Kundenkonzentration kommen zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere der größten Nvidia‑Kunden steigende Kapitalbedarfe melden, um ihre eigenen KI‑Expansionspläne zu finanzieren.

Sowohl Amazon als auch Alphabet meldeten im zweiten Quartal einen negativen Free Cash Flow, während die Cash‑Generierung von Meta gegenüber dem Vorjahr um mehr als 90 % zurückging.

Auch SpaceX und Tesla, beide unter der Leitung von Elon Musk, wiesen negativen Free Cash Flow aus, da sie ihre KI‑bezogenen Investitionen hochfahren.

Diese Entwicklungen verstärken die Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Ausgabenzyklus für KI‑Infrastruktur und der Abhängigkeit von Nvidia von einer relativ kleinen Gruppe großer Kunden.

Dennoch erwarten Analysten, dass Nvidia ein weiteres starkes Quartal abliefert, was die anhaltende Nachfrage nach seinen KI‑Chips unterstreicht, trotz wachsender Fragen, wie lange Hyperscaler ihr aktuelles Ausgabentempo aufrechterhalten können.

Analysten erwarten ein Übertreffen

BMO Capital bestätigte am Dienstag ein Outperform‑Rating und ein Kursziel von $340 für Nvidia.

Die Gesellschaft erwartet, dass der Umsatz im zweiten Quartal $2–$3 Milliarden über dem Konsens der Street von $92 Milliarden liegen wird.

BMO erwartet außerdem, dass der Umsatz im dritten Quartal den Konsens von $104 Milliarden um $2–$3 Milliarden übertreffen wird, angetrieben von Stärke im Data‑Center‑Geschäft von Nvidia.

Nvidia erzielte in den letzten 12 Monaten $253,49 Milliarden Umsatz, was einem Jahreswachstum von 71 % entspricht.

Die Gesellschaft erwartet, dass das Umsatzwachstum weiter beschleunigt, sobald Nvidias Vera‑Rubin‑Architektur in der zweiten Jahreshälfte hochläuft.

Nvidias CPU‑Chance wächst

Auch Raymond James hob sein Kursziel für Nvidia von $330 auf $352 an und bestätigte ein Strong Buy‑Rating.

Die Gesellschaft wies auf Nvidias wachsendes CPU‑Geschäft hin, das derzeit etwa 3 % des Gesamtumsatzes ausmacht.

Raymond James erwartet, dass dieser Anteil bis zum Kalenderjahr 2028 auf etwa 5 % steigen wird.

Die Gesellschaft erklärte, Nvidia habe in Bezug auf CPUs an Sichtbarkeit gewonnen, insbesondere da die Nachfrage nach Hardware für agentische KI‑Anwendungen zunimmt.

Raymond James verlängerte sein Finanzmodell bis zum Geschäftsjahr 2029 und Kalenderjahr 2028 und erklärte, seine Marktanalyse deute darauf hin, dass Nvidia innerhalb weniger Jahre zum weltweit größten CPU‑Umsatzunternehmen werden könnte.

CPU‑Umsatz soll die am schnellsten wachsende Komponente des Modells werden.