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Stellt Brent unter $90 eine Falle, während Russland heimlich Kraftstoff verknappt?

Stellt Brent unter $90 eine Falle, während Russland heimlich Kraftstoff verknappt?
Devesh Kumar
28. Aug. 2026, 06:59 AM

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US-Benzin/Diesel (buy)

US-Exposure in raffinierten Kraftstoffen aufbauen (z. B. Long-Positionen in NYMEX RBOB gasoline und/oder Distillaten). Die Störungen in russischen Raffinerien und bei Exporten verknappen die Verfügbarkeit von Benzin, Diesel und Flugbenzin, selbst wenn Rohöl stabil bleibt. Der Artikel weist darauf hin, dass Russland >1 Million Barrel Benzin importiert hat und Diesel-Exportbeschränkungen geplant sind – Anzeichen dafür, dass die Produktverknappung anhalten und sich auf globale Benchmarks ausweiten kann. Bleibt Rohöl schwach, die Produkte aber gefragt, sollten sich die Crack-Spreads ausweiten.

Kernrisiko: Eine deutliche Entspannung der globalen Produktversorgung (z. B. Reparatur von Raffinerien oder Aufhebung von Exportbeschränkungen), die die Crack-Spreads einbrechen lässt.

Brent-Rohöl (sell)

Brent-Rohöl-Engagement verkaufen (z. B. Short-Positionen in Brent-Futures oder Kauf eines Brent-Put-Spreads). Der Artikel verweist auf einen „Rahmen“ für Hormuz, der den Verkehr möglicherweise nicht vollständig wiedereröffnet, während Russlands Störungen bei raffinierten Kraftstoffen bereits durch Importe und Exportbeschränkungen ausgeglichen werden, die kurzfristig handhabbar sind. Da Brent um ~5 % gefallen ist, weil die Wiedereröffnungs-Hoffnungen schwinden, dürfte der Markt jede positive Stimmung weiter verkaufen, bis tatsächliche Tankervolumina anziehen. Ziel ist ein erneuter Test unter $90 und anhaltende Schwäche in Richtung der unteren $80er, falls sich die Schiffsverkehrsdaten nicht verbessern.

Kernrisiko: Ein realer, messbarer Anstieg des Tankerverkehrs durch Hormuz, der den Nahost-Risikoaufschlag schnell aufhebt.

  • Brent nahe $89, Hormuz-Hoffnungen dämpfen Rohöl, Russlands Versorgungsrisiko bleibt bestehen.
  • WTI hält sich über $83, da ukrainische Angriffe Russlands Kraftstoffmarkt erneut verknappen.
  • Öl steuert auf Wochenverlust zu, da das Iran-Oman-Abkommen Wiedereröffnungs-Hoffnungen am Leben hält.

Die Ölpreise gaben am Freitag leicht nach und steuerten auf den ersten Wochenverlust seit drei Wochen zu, da Hoffnungen auf eine verbesserte Schifffahrt durch die Straße von Hormuz neue Versorgungsrisiken aus Russland überwogen.

Brent fiel um etwa 0,3 % auf $89,45 pro Barrel im frühen Handel, während US West Texas Intermediate um 0,3 % auf $83,31 nachgab.

Brent liegt diese Woche rund 5,3 % im Minus und WTI etwa 4,3 %, womit ein Teil ihres jüngsten Anstiegs wieder abgegeben wird.

Der Markt steckt nun zwischen zwei geopolitischen Kräften: Diplomatie im Nahen Osten reduziert teilweise die Risikoaufschläge, während ukrainische Angriffe auf russische Energieinfrastruktur die Aussichten für raffinierte Kraftstoffe verschärfen.

Hormuz-Hoffnungen dämpfen den Brent-Preis

Iran und Oman haben sich einem Rahmen zur Steuerung der Schifffahrt durch die Straße von Hormuz angenähert, der einen temporären Korridor und Verhandlungen über die künftige Verwaltung der Wasserstraße umfasst.

Iranische Beamte haben auch über die Aufteilung der Einnahmen aus Dienstleistungen in der Straße gesprochen. Wichtige Details bleiben jedoch ungeklärt, etwa wann Handelsschiffe die neue Route sicher nutzen können.

Teheran betonte, dass die Vereinbarung keine vollständige Wiederöffnung bedeutet.

Diese Unterscheidung ist für Brent wichtig, das besonders empfindlich auf seebasierte Lieferungen aus dem Nahen Osten reagiert.

Die Aussicht auf verstärkten Verkehr drückte die Rohölpreise Anfang der Woche deutlich. Die Preise erholten sich jedoch von diesen Tiefständen, als Washington wenig Bereitschaft zeigte, direkte Verhandlungen mit Teheran wieder aufzunehmen, was das Vertrauen in eine nahe umfassende Lösung für Hormuz verringerte.

Analysten von ANZ Research sehen schwindende Hoffnungen auf eine sofortige Wiederöffnung als stützend für Rohöl nach dem früheren Ausverkauf. Ihrer Ansicht nach ist echter Fortschritt bei der Wiederaufnahme des Verkehrs wichtiger als Ankündigungen zu einem möglichen Rahmen.

Russland bringt ein anderes Versorgungsproblem

Das Interesse richtet sich inzwischen auf Russland, wo wiederholte ukrainische Angriffe auf Raffinerien und Exportinfrastruktur die Verfügbarkeit von Kraftstoffen stören.

Russland hat seit Ende Juli mehr als 1 Million Barrel Benzin per Schiff importiert, um inländische Engpässe zu beheben, so Schiffsverfolgungsdaten von S&P Global Commodities at Sea und Kpler. Zusätzliche Lieferungen kamen aus Belarus und Kasachstan.

Moskau bereitet zudem vor, die Beschränkungen für Dieselexporte bis September zu verlängern, nachdem ukrainische Angriffe mehrere Raffinerien stillgelegt und zu wiederkehrenden regionalen Kraftstoffengpässen beigetragen hatten.

Das ist wichtig, weil Raffinerieschäden die Verfügbarkeit von Benzin, Diesel und Flugbenzin beeinträchtigen, selbst wenn Russland weiterhin Rohöl fördern kann. Die Produktmärkte waren nach monatelangen Störungen im Nahen Osten bereits angespannt.

Strategen von MUFG haben angedeutet, dass die jüngste Stärke beim Rohöl den Beginn einer erneuten Erholung der Energiepreise markieren könnte.

Ihre Einschätzung hängt jedoch stark davon ab, wie viel Verkehr tatsächlich durch Hormuz fließt, statt davon, was diplomatische Erklärungen suggerieren.

Wöchentliche Verluste verbergen ein fragiles Gleichgewicht

Der wöchentliche Rückgang des Öls signalisiert daher nicht, dass das geopolitische Risiko verschwunden ist.

Brent ist Anfang der Woche von über $94 zurückgegangen, doch ein konkreter Anstieg des Tankerverkehrs durch Hormuz ist weiterhin erforderlich, um eine stärkere Reduzierung des Nahost-Risikoaufschlags zu rechtfertigen.

Gleichzeitig könnten weitere Schäden am russischen Raffineriesystem die weltweiten Kraftstoffvorräte verknappen.

Die nächste Entwicklung könnte davon abhängen, welcher Fortschritt sich zuerst als greifbar erweist. Ein funktionierender Hormuz-Korridor würde die bärische Einschätzung stärken.

Ein Scheitern der Diplomatie, ein weiterer Zwischenfall in der Schifffahrt oder gravierendere Ausfälle russischer Raffinerien könnten Brent schnell wieder in den Bereich von $90 bringen.