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Öl steigt über $91 – die größte Hormuz-Angst des Marktes hat sich verändert

Öl steigt über $91 – die größte Hormuz-Angst des Marktes hat sich verändert
Devesh Kumar
01. Sept. 2026, 08:05 AM

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Brent-Rohöl (ICE Brent-Futures)

Kaufen Sie ICE Brent‑Futures (oder einen Brent‑ETF wie BNO). Der Artikel weist auf ein erneutes Problem der „Zuverlässigkeit der Schifffahrt“ in Hormuz hin: deutlich weniger durchfahrende Schiffe und keine Flüssigkeitstanker, was eine geopolitische Prämie für Brent aufrechterhält. Brent läuft ausdrücklich besser als WTI, weil es der global per Schiff gehandelte Referenzpreis ist und am empfindlichsten gegenüber Engpass‑Risiken reagiert.

Kernrisiko: Eine schnelle diplomatische Entspannung, die den Tankerverkehr durch Hormuz normalisiert und die Schiffsrisiko‑Prämie zum Einsturz bringt.

US‑10-jährige Staatsanleihe (UST 10Y)

Verkaufen Sie UST‑10Y‑Futures (oder kaufen Sie einen inversen Duration‑ETF wie TLT‑Puts / SH). Der Ölanstieg treibt bereits die 10‑jährigen Renditen, da Investoren ein höheres energiegetriebenes Inflationsrisiko einpreisen; das kann die Erwartungen an straffere Geldpolitik erzwingen und längerfristige Anleihen belasten, selbst wenn das Wachstum später nachgibt.

Kernrisiko: Das Öl kehrt schnell zum Mittelwert zurück und die Inflationserwartungen sinken, wodurch die Renditen trotz der geopolitischen Schlagzeilen wieder fallen.

  • Brent steigt über $91, da erneute US‑Iran‑Gefechte den Druck auf die Ölversorgung verstärken.
  • WTI klettert über $87, während der Verkehr durch Hormuz deutlich unter dem Normalniveau bleibt.
  • Die Ölrally treibt Anleiherenditen nach oben und rückt Inflationsrisiken stärker ins Blickfeld.

Die Ölpreise setzten ihren Anstieg am Dienstag fort, nachdem erneute Gefechte zwischen den USA und Iran die Befürchtung eines längerfristigen Eingriffs in die Energieflüsse aus dem Golfraum wieder aufleben ließen und Brent über $91 je Barrel sowie WTI in Richtung $87 trieben.

Brent-Öl stieg in der asiatischen Handelseröffnung um etwa $1,05 auf $91,54, während West Texas Intermediate um $1,27 auf $87,03 zulegte.

Die Bewegung folgte auf den mehr als 2%igen Anstieg vom Montag, nachdem US-Streitkräfte Abschussvorrichtungen auf der Insel Larak in der Straße von Hormuz attackiert hatten und der Iran Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Stützpunkte in Jordanien ergriff.

Die jüngste Eskalation hat die Aufmerksamkeit wieder von der Diplomatie auf das physische Risiko rund um den weltweit wichtigsten Ölengpass gelenkt.

Hormuz bestimmt erneut den globalen Ölpreis

Die unmittelbare Sorge gilt nicht nur der iranischen Produktion, sondern der Frage, ob die Handelsschifffahrt den Durchgang durch Hormuz zuverlässig passieren kann.

Am Montag wurden laut Kpler-Daten nur fünf Handelsschiffe durch die Meerenge verzeichnet, deutlich unter dem 10-Tage-Durchschnitt von 14. In den erfassten Verkehrsbewegungen wurden keine Flüssigkeitstanker beobachtet. Vor dem Konflikt lief über die Route etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels.

ANZ-Research-Analysten sagten dem Wall Street Journal, die erneuten US‑Iran-Angriffe erhöhten die Aussicht auf eine anhaltende Lieferunterbrechung, zumal beide Seiten eher auf eine langwierige Konfrontation als auf eine schnelle diplomatische Einigung vorbereitet zu sein scheinen.

Vor diesem Hintergrund erhält Brent, der global per Schiff gehandelte Referenzpreis, eine größere geopolitische Prämie als WTI.

Das macht den Markt auch besonders empfindlich gegenüber neuen Tankerzwischenfällen, Minenbedrohungen oder Angriffen auf Infrastruktur im Golf.

Umgehungsmaßnahmen bei der Versorgung begrenzen die Panik

Der Markt preist keine vollständige Schließung ein.

Saudi Aramco bietet mehr Rohöl zur Verladung außerhalb Hormuz an, auch Ladungen, die nach China gehen sollen, während regionale Anbieter zunehmend auf Pipelines, Umladungen zwischen Schiffen und Schiffe mit ausgeschalteten Ortungssystemen setzen.

ING-Rohstoffstrategen Warren Patterson und Ewa Manthey argumentieren, dass tatsächliche Öllieferungen durch verdeckte Schiffsbewegungen und Shuttle-Verkehre schwerer zu messen werden.

Ihr Befund lautet, die entscheidende Frage sei, ob erneute Angriffe Schiffsbesitzer weniger geneigt machen, Hormuz anzufahren, und nicht nur, ob offizielle Erklärungen die Route als offen darstellen.

Es gibt außerdem breitere Grenzen für das Aufwärtspotenzial. Die jüngste Analystenumfrage setzt die durchschnittliche Brent‑Prognose für 2026 bei $85,08 und WTI bei $80,20, wobei eine schwache chinesische Nachfrage einen Teil des Nahost‑Versorgungsrisikos ausgleichen dürfte.

Höhere Ölpreise werden ebenfalls zum Zinsproblem

Die erneute Rohölrally weitet sich über die Energiemärkte hinaus aus.

Die Rendite der US‑10‑jährigen Staatsanleihe stieg am Dienstag in Richtung 4,78%, während die japanische 10‑jährige Rendite 3% erreichte, da Investoren ein erneutes Inflationsrisiko durch höhere Energiekosten einpreisten.

Das schafft eine Rückkopplung für Öl: Höhere Rohölpreise können die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik verstärken, das Wachstum schwächen und schließlich die Nachfrage dämpfen.

Doch anhaltende Störungen rund um Hormuz halten die Angebotsseite ausreichend verknappt, sodass Händler geopolitische Risiken nicht ignorieren können.