Dow-Futures stürzen über 400 Punkte: 5 Dinge vor Handelsstart an der Wall Street

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Die Befürchtungen eines Angebotschocks im Nahen Osten verstärken sich (Brent >99 $, WTI >94 $). Sekundäreffekte: Höhere Rohölpreise heben zuerst Upstream-Cashflows, dann wirken sie sich auf Dienstleistungen und integrierte Energiegewinne aus und stützen das gesamte Energiesegment, selbst wenn Aktien aufgrund der Inflation schwanken.
Kernrisiko: Nachfragesorgen bei Öl oder eine schnelle Deeskalation im Nahen Osten drücken den Rohölpreis wieder deutlich unter 90 $, wodurch der Gewinnimpuls entfällt.
Öl nahe 100 $ und steigende Renditen belasten zinssensible Aktien direkt, und der Dow hat zusätzlich idiosynkratischen Druck durch Amgen nach dem Scheitern der pelacarsen-Studie. Mit VPI/PPI diese Woche dürfte jede Inflationsüberraschung nach oben die Renditen hoch halten und den Dow stärker treffen als den breiten Markt.
Kernrisiko: VPI/PPI fallen deutlich kühler aus als erwartet, wodurch die Renditen sinken und der Öl‑zu‑Inflations‑Druck sich umkehrt.
- Dow-Futures verlieren 0,7 %, Brent nähert sich 100 $ und Inflationssorgen nehmen zu.
- US-VPI und PPI könnten die Fed-Zinsentscheidung auf der Sitzung nächste Woche beeinflussen.
- Energieaktien gewinnen, Halbleiter legen zu, kryptobezogene Werte geben nach.
Die US-Aktien-Futures fielen am Dienstag, da die Ölpreise wieder auf rund 100 $ pro Barrel zusteuerten und damit Inflationssorgen vor einer entscheidenden Reihe US-Preisdaten später in dieser Woche neu entfachten.
Die Dow-Futures gaben mehr als 400 Punkte bzw. 0,7 % nach, S&P-500-Kontrakte verloren 0,2 % und Nasdaq-100-Futures rutschten in der Frühbörse um etwa 0,1 % ab.
Brent kletterte nach Angriffen auf saudische Energieanlagen über 99 $, wodurch die Befürchtung eines umfassenderen Angebotschocks im Nahen Osten zunahm.
Auch die Renditen von US-Staatsanleihen zogen an, was zusätzlichen Druck auf Aktien ausübte.
Investoren blicken nun auf den Erzeugerpreisbericht am Donnerstag und den Verbraucherpreisindex am Freitag, bevor die Federal Reserve auf ihrer Sitzung im September nächste Woche über die Zinspolitik entscheidet.
5 Dinge vor Handelsstart an der Wall Street
1. Öl wieder nahe 100 $ pro Barrel
Brent stieg über 99 $ pro Barrel und WTI kletterte über 94 $, nachdem Huthi-Angriffe saudische Energieinfrastruktur beschädigt hatten.
Die Bewegung schürt erneut die Furcht, dass der Konflikt mehr Versorgung aus dem Golfraum stören könnte, gerade weil die Inflation noch über dem Ziel der Fed liegt.
Der Deutsche-Bank-Stratege Jim Reid sagte laut einem Bericht von MarketWatch, die jüngste Eskalation im Nahen Osten habe sowohl die Rally bei Öl als auch die allgemeine Marktunsicherheit verstärkt.
Die 10-jährige Treasury-Rendite bewegte sich in Richtung 4,81 %, was zeigt, wie schnell höhere Rohölpreise auf zinssensible Anlagen zurückwirken.
2. Inflationsdaten sind jetzt wichtiger als die Beschäftigtenzahlen
Die nächste große Bewährungsprobe sind der Erzeugerpreisindex für August am Donnerstag und der Verbraucherpreisindex am Freitag, beide um 8:30 Uhr ET.
Ökonomen erwarten, dass die Kerninflation im VPI auf rund 2,4 % sinken könnte, während die Gesamtinflation bei etwa 3,4 % im Jahresvergleich verharren dürfte.
Ein schwächeres Ergebnis würde die Argumente für unveränderte Zinsen stützen. Eine Überraschung nach oben könnte die Renditen steigen lassen und den Druck auf Aktien verstärken.
3. Ein Zinsschritt der Fed im September bleibt ein reales Risiko
Die Märkte schreiben einer Zinserhöhung auf der Sitzung am 15.–16. September derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 60 % zu.
Diese Wahrscheinlichkeit stieg, nachdem die Beschäftigtenzahlen für August um 162.000 zunahmen, deutlich über den Prognosen, und die Beschäftigungszahlen für Juli nach oben revidiert wurden.
Der starke Arbeitsmarktbericht minderte Sorgen über eine bevorstehende Abschwächung und gab den Politikern mehr Spielraum, sich auf die Inflation zu konzentrieren.
Für Anleger stellt sich die Frage, ob die Preisdaten dieser Woche bestätigen, dass die Wirtschaft einen weiteren Anstieg der Kreditkosten verkraften kann.
4. Amgen belastet den Dow zusätzlich
Der stärkere Rückgang des Dow ist nicht allein durch Öl erklärt. Amgen fiel vor Handelsbeginn um mehr als 5 %, nachdem Novartis mitteilte, dass die spätphasige pelacarsen-Studie ihren primären kardiovaskulären Endpunkt verfehlt habe.
Analysten wiesen darauf hin, dass Amgens hoher Aktienkurs ihm einen überproportionalen Einfluss auf den preisgewichteten Dow verleiht.
Die Energiewerte bewegten sich dagegen nach oben: Marathon Petroleum und Occidental Petroleum gewannen, als die Rohölpreise stiegen.
5. Halbleiter legen zu, kryptobezogene Aktien geben nach
Die Technologiebranche bleibt vergleichsweise robust. Intel gewann rund 2,5 %, AMD stieg um mehr als 1 % und Nvidia zog im vorbörslichen Handel leicht an, da die Zuversicht in Bezug auf KI-Ausgaben die Chipanbieter weiter stützt.
Kryptoverknüpfte Aktien reagierten hingegen negativ, nachdem Bitcoin unter 78.500 $ rutschte. Coinbase und Strategy fielen vor Handelsbeginn.
Die Aufspaltung deutet darauf hin, dass Anleger weiterhin bereit sind, ausgewählte Wachstumsthemen zu unterstützen, aber die übergeordnete Richtung am Dienstag bleibt an Öl, Renditen und den Inflationsausblick gebunden.

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