Rohölpreis‑Prognose: Warum Goldman Brent trotz Hormuz‑Risiko bei 85 $ sieht

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Kaufen von Brent‑Futures (oder ein Brent‑ETF wie BNO), weil die Argumentation physisch ist: Der Verkehr durch die Straße von Hormus liegt auf dem niedrigsten Stand seit Mai (etwa 7 Schiffe/Tag vs. ~10) und die US‑Kraftstoffbestände sind knapp (Benzin und Destillate unter dem saisonalen Durchschnitt). Diese Kombination verhindert, dass die geopolitische Prämie schnell verfällt, selbst wenn über alternative Routen noch Rohöl den Markt erreicht. Goldmans $85 für Dezember 2026 gegenüber ~97 $ jetzt impliziert Aufwärtspotenzial, falls die Störung länger andauert als erwartet.
Kernrisiko: Eine rasche Normalisierung des Verkehrs in der Straße von Hormus (Verkehr kehrt zur Normalität zurück), die die physische Knappheitsprämie beseitigt.
Kaufen von WTI‑Futures (oder ein WTI‑ETF wie USO), da die Knappheit bei Raffinerieprodukten auf das Rohöl durchschlägt und WTI noch dabei ist, dieselben durch Hormuz bedingten Flussbeschränkungen aufzuholen. Da die Destillatbestände rund 14 % unter dem fünfjährigen Durchschnitt liegen, sollte jede anhaltende Störung im Golf WTI gestützt halten im Vergleich zu einem Szenario, in dem nur das Schlagzeilenrisiko zählt.
Kernrisiko: US‑Rohölversorgung und Produktbestände erholen sich schnell genug, um die Verbindung zur Knappheit zu durchbrechen (Destillate/Benzin kehren zu saisonalen Normen zurück).
- Brent nähert sich 98 $, da iranische Drohungen die Versorgungsrisiken in der Straße von Hormus erneut erhöhen.
- WTI bleibt über 92 $, da knappe US‑Kraftstoffbestände die Rohölpreise stützen.
- Goldman erhöht Rohölprognosen, da Risiken im Schiffsverkehr im Nahen Osten anhalten.
Die Ölpreise blieben am Dienstag nahe einem Sechswochenhoch, da neue iranische Drohungen gegen Energieinfrastruktur eine erhebliche geopolitische Prämie in Brent und WTI eingepreist hielten.
In den asiatischen Handelsstunden notierte Brent bei rund 97,5 $ je Barrel, während West Texas Intermediate bei etwa 92,9 $ lag und nach dem US‑Feiertag Gewinne ausweitete.
Beide Benchmarks sind in der vergangenen Woche stark gestiegen, da die Kämpfe um den Persischen Golf intensiver wurden und die Schifffahrt durch die Straße von Hormus eingeschränkt blieb.
Störungen in der Straße von Hormus sind weiter die größte Unterstützung für Ölpreise
Der Markt konzentriert sich zunehmend darauf, welche Güter tatsächlich durch die Straße von Hormus transportiert werden, statt sich nur auf militärische Schlagzeilen zu stützen.
Daten von Kpler zeigten, dass am Montag nur sieben Handelsschiffe die Meerenge passierten, gegenüber acht am Sonntag.
Der Durchschnitt der vorangegangenen 10 Tage lag bei etwa 10 Schiffen pro Tag, der niedrigste Wert seit Mai.
Einige Schiffe könnten mit abgeschalteten Ortungssystemen unterwegs sein, doch die Zahlen deuten weiterhin auf stark eingeschränkten Verkehr hin.
Iran hat außerdem gedroht, Energieinfrastruktur im gesamten Golf zu treffen, falls die USA weitere Angriffe starten.
Teheran verhandelt zudem separat über eine Schiffspassage mit Oman, wobei die Details und die Bedeutung für den kommerziellen Zugang zur Straße von Hormus unklar bleiben.
Analysten von ANZ Research erklärten, die jüngsten Angriffe verstärkten das Risiko einer langwierigen US‑Iran‑Konfrontation und anhaltender Störungen regionaler Energieflüsse.
Knappe US‑Kraftstoffbestände sorgen für zusätzliche Stütze
Der Angebotsdruck beschränkt sich nicht auf den Nahen Osten.
Aktuelle Daten der US Energy Information Administration zeigten, dass die kommerziellen Rohölbestände in der Woche bis zum 28. August um 4,5 Millionen Barrel auf 424,5 Millionen gefallen sind.
Die Benzinbestände sanken auf 205,7 Millionen Barrel und liegen damit etwa 6 % unter dem fünfjährigen Saisondurchschnitt.
Die Bestände an Destillaten, zu denen Diesel und Heizöl gehören, beliefen sich auf 104,2 Millionen Barrel und lagen rund 14 % unter dem fünfjährigen Durchschnitt.
Das ist wichtig, weil die Knappheit bei raffinierten Produkten zu einem der stärksten Faktoren am Ölmarkt geworden ist und die Rohölpreise nach oben ziehen kann, selbst wenn das Rohölangebot insgesamt ausreichend erscheint.
Dennoch verlässt Öl weiterhin den Golf durch Hormuz und alternative Routen.
Westasiatische Rohölexporte liegen bei rund 11 Millionen Barrel pro Tag gegenüber etwa 18 Millionen vor dem Iran‑Konflikt, was erklärt, warum Brent trotz erheblicher Störungen unter 100 $ geblieben ist.
Analysten sehen begrenzten Spielraum für einen starken Rückgang
Die Kombination aus physischer Knappheit und geopolitischem Risiko hat Banken ebenfalls veranlasst, ihre Prognosen zu überdenken.
Goldman Sachs hat seine Dezember‑2026‑Prognosen um 5 $ je Barrel auf 85 $ für Brent und 80 $ für WTI angehoben, was die Erwartung widerspiegelt, dass die Störungen im Schiffsverkehr im Nahen Osten anhalten könnten.
Trotzdem liegt die Brent‑Prognose der Bank deutlich unter den aktuellen Preisen nahe 97 $. Goldmans vorsichtigere Jahresende‑Prognose spiegelt wider, dass noch erhebliche Mengen an Golf‑Rohöl den Markt erreichen, alternative Exportwege verfügbar bleiben und höhere Nicht‑OPEC‑Lieferungen einen Teil der Störung ausgleichen könnten.
Anhaltend hohe Preise könnten die Nachfrage belasten, sollte sich der Konflikt hinziehen.
Das schafft eine eindeutige Spannung im Ausblick. Störungen in der Straße von Hormus und geopolitisches Risiko stützen Brent kurzfristig, doch Goldman erwartet, dass ein Teil dieser Prämie bis Dezember wieder abklingen wird.

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