Baumwollpreis: Nike und H&M im Zentrum des andauernden US-China-Streits

By: Faith Maina
Faith Maina
Faith strebt danach, komplexe Entwicklungen aufzuschlüsseln, damit Investoren besser informierte Entscheidungen treffen können. Wenn Faith nicht in die Finanzmärkte… mehr lesen.
on Mrz 30, 2021
  • Der Baumwollpreis befindet sich im März in einem Abwärtstrend und notiert nahe dem Stand vom Januar bei 80,32
  • USA, Großbritannien und EU haben Sanktionen gegen China wegen Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang verhängt
  • Der chinesische Boykott von H&M und Nike führte zu einem Rückgang der Aktien um 2,75% bzw. 0,83%

Der Baumwollpreis befindet sich nach einem 7-Jahreshoch Ende Februar weiterhin in einem Abwärtstrend. Die Anleger erwarteten, dass das Agrarprodukt zu den Rohstoffen gehören würde, die von dem für 2021 und darüber hinaus vorhergesagten „Superzyklus“ profitieren würden. Zwischen Januar und Ende Februar stieg der Preis um etwa 18%. Seit einem Monat befindet er sich jedoch in einem Abwärtstrend. Am Dienstag lag der Baumwollpreis mit 80,38 in der Nähe seines Niveaus zu Beginn des Jahres.

Baumwollpreis

Ost-West-Streit

Der anhaltende Streit zwischen China und den westlichen Ländern im Zusammenhang mit Baumwolle begann im Dezember 2020, als die Trump-Regierung chinesische Baumwollimporte verbot. Damit wollten die USA die angeblichen Menschenrechtsverletzungen in Chinas Region Xinjiang verurteilen.

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Xinjiang macht 85% der chinesischen Baumwollproduktion aus. Im Gegenzug exportiert das Reich der Mitte etwa 40% der weltweit verbrauchten Textilien.

Die Europäische Union und das Vereinigte Königreich haben gemeinsam mit den USA Sanktionen gegen China in Bezug auf die Menschenrechtsfrage verhängt, und zwar durch Einfrieren von Vermögenswerten und Reiseverbote für einige hochrangige chinesische Beamte. Außerdem haben große Textilunternehmen wie H&M und Nike ihre Bedenken diesbezüglich geäußert.

Der Streit hat sich seitdem verschärft, da Chinesen weiterhin Boykotte gegen Nike und H&M fordern. Hashtags wie „Sie verdienen unsere Xinjiang-Baumwolle nicht!“ und „H&M-Kleidungen sind Lumpen“ sind viral gegangen. Außerdem haben mehrere E-Commerce-Plattformen H&M gestrichen, da mehrere Prominente die Verbindung zu den Firmen abgebrochen haben. Infolgedessen fielen die Aktien von Nike um 0,83% auf 132,72 $, während H&M um 2,75% auf 199,8 $ fiel.

Für diejenigen, die in Rohstoffe investieren möchten, ist der Ost-West-Streit ein weiteres Hindernis für die Erholung des Baumwollpreises. Die Textilindustrie ist einer der am stärksten von der COVID-19-Pandemie betroffenen Sektoren.

Technischer Ausblick für den Baumwollpreis

Auf dem 1-Stunden-Chart notiert der Baumwollpreis unter den 20- und 50-Tage exponentiellen gleitenden Durchschnitten. Bei seinem aktuellen Preis von 80,32$ findet er Unterstützung bei der psychologischen Marke von 80$. Da er seit mehreren Sitzungen seitwärts gehandelt wird, ist der Ausblick eher neutral. Auf der Oberseite wird der Preis wahrscheinlich auf einen Widerstand bei 81$ stoßen, bevor er sich auf sein nächstes Ziel von 82,81$ zubewegt. Auf der anderen Seite sind die Niveaus bei 79$ und 77,16$ zu beachten.

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