Invezz

Holzpreis: Darum prognostiziert die BofA eine Preiserholung im Sommer

Holzpreis: Darum prognostiziert die BofA eine Preiserholung im Sommer
Faith Maina
30. Juli 2021, 19:13 PM
  • Der Holzpreis notiert stetig über 600$, nachdem er vor zwei Wochen seine Jahresgewinne wieder verlor
  • Die BofA prognostiziert für die kommenden Wochen eine Erholung der Holzpreise im Sommer
  • Waldbrände, Wirbelstürme und die Cash-Kosten der Erzeuger sind die Hauptgründe für die optimistische Prognose

Der Holzpreis ist um 2,25% auf 621,9$ gestiegen. Er notiert stetig über 600$, nachdem er auf ein 9-Monatstief von 495,1$ fiel. Die Prognose der BofA zeigt, dass der Preis in den kommenden Wochen eine Erholung erleben könnte.

Wahrscheinliche Erholung?

Laut Bank of America (BofA) dürften die Holzpreise im Spätsommer steigen. In einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung erklärte das Research-Team der Bank unter der Leitung von Analyst George Staphos: „Eine besser als erwartete Nachfrageprognose würde zu einem Bestandsaufbau führen und könnte eine starke Preisbewegung auslösen.“

Zunächst nannte die Bank Naturkatastrophen – Waldbrände und Hurrikane – als einen der Gründe für ihre optimistischen Aussichten auf den Holzpreis. Die kanadische Provinz British Columbia hat vergangene Woche nach der Zunahme von Waldbränden den Notstand ausgerufen. In der Folge hat die Canfor Corporation, der führende Hersteller von Bauprodukten in der Region, die Produktion um etwa 115 Millionen Board Feet reduziert.

Gleichzeitig hat die National Oceanic & Atmospheric Administration für das laufende Jahr eine sehr aktive Hurrikansaison vorhergesagt. Ungünstige Wetterbedingungen können den Betrieb von Sägewerken und Logistik in der südlichen Region der Vereinigten Staaten beeinträchtigen. Außerdem dürfte die Nachfrage steigen, da die Hausbesitzer ihre Häuser in Vorbereitung auf die Wirbelstürme verschalen. Die Zerstörungen durch die Stürme könnten die Wiederaufbaubemühungen noch verstärken und damit den Holzpreis in die Höhe treiben.

Die BofA hat auch die Wahrscheinlichkeit hervorgehoben, dass der Holzpreis von den Cash-Kosten der Produzenten steigen wird. Derzeit liegt das obere Ende der Kostenkurve in Kanada bei etwa 500 bis 600$ pro 1.000 Board Feet. Dies entspricht dem Niveau, auf dem sich der Holzpreis derzeit befindet. Nach Ansicht der Analysten der BofA ist es unwahrscheinlich, dass die Preise deutlich unter dieses Niveau fallen, da dies zu einer Verringerung des Angebots durch die Produzenten führen würde. Ein Anstieg der Nachfrage dürfte daher den Preis über die Cash-Kosten der Produzenten treiben.

Technischer Ausblick für den Holzpreis

Der Holzpreis befindet sich weiterhin in einem Abwärtstrend, und zwar seit seinem Rekordhoch von 1.734,1 Mitte Mai. Seitdem ist er um rund 65,47% gesunken. Vor zwei Wochen machte er die Gewinne, die er zu Beginn des Jahres erzielt hatte, wieder zunichte, indem er über das Januartief von 631,0 fiel und mit 495,1 ein 9-Monatstief erreichte. Seitdem hat er sich wieder auf die wichtige Marke von 600 erholt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts lag er um 2,25% höher bei 621,9. Auf dem Zwei-Stunden-Chart handelt er entlang des 25-Tage-EMA und leicht unter dem 50-Tage-EMA bei einem RSI von 50.

Kurzfristig erwarte ich, dass sich der Holzpreis in einer engen Spanne zwischen dem Höchststand der letzten Woche von 702,1 und dem Tiefststand dieser Woche von 542,3 bewegen wird. Auf dem derzeitigen Niveau sind die Aussichten eher neutral. Wenn mehr Käufer auf den Markt kommen, dürfte der Preis über die obere Grenze der horizontalen Handelsspanne bis zum Widerstandswert von 852,2 steigen. Ein Anstieg über diesen Punkt würde den Weg zur psychologischen Marke von 1.000 ebnen. Auf der anderen Seite wird ein Kursrückgang wahrscheinlich das Unterstützungsniveau bei 500 festlegen.