CAC 40-Index erreicht wichtigen Kurs, Aktien von LVMH, Hermes und Kering führend
- Der CAC 40-Index ist auf den höchsten Stand seit drei Monaten gestiegen.
- Die Kurse von Luxusgüterunternehmen stiegen sprunghaft, nachdem China eine Reihe von Konjunkturmaßnahmen umgesetzt hatte.
- Die Zentralbanken weltweit, darunter auch die EZB, haben mit Zinssenkungen begonnen.
Der CAC 40-Index ist diese Woche dank der anhaltenden Konjunkturmaßnahmen der chinesischen Regierung und der Maßnahmen der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank (EZB) steil gestiegen. Er stieg auf einen Höchststand von 7.740 Euro, den höchsten Stand seit dem 13. Juni. Seit seinem Tiefpunkt im August ist er um über 10 % gestiegen.
Hoffnungen auf chinesisches Konjunkturprogramm
Der CAC 40-Index ist ein Leitindex, der die größten Unternehmen Frankreichs abbildet. Wie bei anderen globalen Indizes war der Hauptkatalysator die Entscheidung der chinesischen Zentralbank und der Regierung, eine Reihe von Konjunkturmaßnahmen umzusetzen.
Die Zentralbank senkte die Zinsen erneut und führte Maßnahmen zur Reduzierung der Bankreserven durch. Die Bank hofft, dass diese Maßnahmen dazu beitragen werden, die Kreditvergabe an Privatpersonen und Unternehmen anzukurbeln.
Gleichzeitig kündigten chinesische Politiker umfassende Maßnahmen an, die voraussichtlich über 140 Milliarden US-Dollar freisetzen werden.
Diese Maßnahmen erfolgten zu einem Zeitpunkt, als die chinesische Wirtschaft abflaute. Die jüngsten Wirtschaftszahlen zeigten, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal um 4,7 Prozent wuchs und damit unter den Schätzungen der Analysten lag.
Andere Zahlen zeigen, dass die Einzelhandelsumsätze, die Industrieproduktion und das verarbeitende Gewerbe des Landes im August weiterhin schrumpften.
Aufgrund der Größe Chinas als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sind die Maßnahmen Chinas sowohl für lokale als auch für internationale Unternehmen von Bedeutung.
Dies ist auch für den CAC 40-Index von entscheidender Bedeutung, da viele der darin enthaltenen Unternehmen viele Geschäfte im Land tätigen. Luxusmarken wie Louis Vuitton, Hermes und Kering sind die bekanntesten.
Die Aktien von LVMH stiegen diese Woche um über 14 %, während Kering, die Muttergesellschaft von Gucci, um 11 % zulegte. Hermes, das gemeinhin als das beste Luxusunternehmen der Welt gilt, legte um 15 % zu.
Diese Aktien, insbesondere Kering, gerieten in den vergangenen Monaten aufgrund anhaltender Sorgen über die Konjunkturabschwächung in China unter Druck.
Bei anderen Unternehmen mit starkem Engagement in China, etwa L’Oreal, Pernod Ricard, ArcelorMittal und Stellantis, stiegen die Kurse um über 5 %.
Lockerung der Zentralbanken
Der CAC 40-Index stieg aufgrund der jüngsten Maßnahmen der Zentralbanken weltweit, die begonnen haben, ihre Zinserhöhungen nach der Pandemie zurückzufahren, weiter an.
In Europa hat die Europäische Zentralbank (EZB) in diesem Jahr zwei Zinssenkungen vorgenommen, und es gibt Anzeichen dafür, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Daten, die diese Woche von S&P Global veröffentlicht wurden, zeigten, dass der Fertigungs- und Dienstleistungssektor im September geschrumpft ist.
Auch die Federal Reserve hat letzte Woche eine massive Zinssenkung vorgenommen. Sie senkte die Zinsen um 0,50 Prozent, ein größerer Betrag als von den meisten Analysten erwartet. Gleichzeitig deuteten Vertreter, die diese Woche sprachen, auf weitere Zinssenkungen in den letzten beiden Sitzungen des Jahres hin.
Auch andere Zentralbanken von Ländern wie der Schweiz und Schweden haben diese Woche ihre Zinsen gesenkt.
Aktien entwickeln sich bei fallenden Zinsen häufig gut, und zwar aus zwei Hauptgründen. Erstens wird in den meisten Zeiträumen Geld aus festverzinslichen Anlagen wie Anleihen oft wieder in Aktien umgeschichtet. Jüngste Daten zeigten, dass über 6,1 Billionen Dollar in Geldmarktfonds gebunden waren.
Zweitens steigt die Unternehmensaktivität tendenziell, wenn die Zinsen fallen. Daten zeigen, dass in diesem Jahr Transaktionen im Wert von über 1,6 Billionen Dollar angekündigt wurden. Dieser Trend wird sich fortsetzen, wenn die Zinsen weiter fallen. Analysten glauben, dass einige französische Unternehmen aufgrund ihrer niedrigen Bewertungen zu Übernahmezielen werden könnten.
Ein potenzieller Deal, der aufmerksam beobachtet wird, ist der zwischen Unicredit und der Commerzbank, der zweitgrößten Bank Deutschlands. Unicredit hat Aktien gekauft und ihr CEO hat angedeutet, dass eine Übernahme möglich sei. Analysten erwarten, dass einige französische Banken ins Visier geraten, da die Zinsen weiter fallen.
Ein Hauptrisiko für den CAC 40-Index ist, dass der Euro ziemlich stark geworden ist und auf 1,1160 gestiegen ist, den höchsten Stand seit Monaten. Ein stärkerer Euro wirkt sich auf einige der größten französischen Exporte aus.
CAC 40 Indexanalyse
Das Tagesdiagramm zeigt, dass der CAC 40-Index in den letzten Wochen ein starkes Comeback hingelegt hat.
Er ist zurück zur Nackenlinie des umgekehrten Kopf-Schulter-Chartmusters gewandert. Außerdem ist der Index über den 38,2% Fibonacci-Retracement-Punkt gestiegen.
Zudem ist er über die 50- und 200-Tage-Exponential-Moving-Averages (EMA) gesprungen, was auf weiteres Aufwärtspotenzial hindeutet.
Oszillatoren wie der Relative Strength Index (RSI) und der MACD zeigten ebenfalls nach oben. Daher wird der CAC 40-Index wahrscheinlich weiter steigen, da die Bullen den nächsten wichtigen Widerstandspunkt bei 7.910 € anpeilen, den 23,6%-Retracement-Punkt.
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