AMD-Aktienkursanalyse: AI-Winter und Todeskreuz im Fokus

AMD-Aktienkursanalyse: AI-Winter und Todeskreuz im Fokus
Crispus Nyaga
26. Dez. 2024, 06:58 AM
  • Der Aktienkurs von AMD ist seit Jahresbeginn um 45 % eingebrochen.
  • Das KI-Geschäft des Unternehmens gewinnt Marktanteile gegenüber NVIDIA.
  • AMD steht 2025 vor großen Herausforderungen, da das Geschäft mit KI-Technologien langsamer wächst.

Die Aktie von AMD hatte 2024 ein schwieriges Jahr, obwohl sie in der künstlichen Intelligenz (KI)-Branche Marktanteile gewinnen konnte. Sie stürzte von ihren Jahreshochs um 45 % ab und bildete im November ein Todeskreuz, was auf weitere Verluste hindeutet. AMD wurde zu einem Preis von 126 $ gehandelt, was einer Bewertung von etwa 204 Milliarden $ entspricht.

AMD steht vor großen Herausforderungen

Für AMD war 2024 ein Jahr mit Licht und Schatten. Positiv ist, dass das Unternehmen neue GPUs auf den Markt gebracht hat, die in der Rechenzentrumsbranche Marktanteile gewinnen konnten.

Andere wichtige Geschäftsbereiche wie Gaming und Embedded erlebten jedoch weiterhin eine starke Verlangsamung, was sich auf die gesamte Wachstumskurve des Unternehmens auswirkte.

Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, dass die Umsätze von AMD im Bereich Rechenzentren dank der neuen Chips stark gestiegen sind. Die AMD Instinct GPU steigerte die Umsätze im Quartal um 122 % auf 3,5 Milliarden US-Dollar.

Es gibt Anzeichen dafür, dass diese GPUs Marktanteile gegenüber NVIDIA's H100, dem derzeitigen Marktführer, gewinnen. Das liegt zum Teil daran, dass NVIDIA-Chips schwerer zu finden sind, da große Unternehmen wie Microsoft und Amazon die meisten davon kaufen.

Die Instinct-Chips von AMD sind auch günstiger und kosten etwa 20.000 US-Dollar im Vergleich zu H100, die zwischen 30.000 und 40.000 US-Dollar kosten.

Die größte Herausforderung für AMD besteht darin, dass die Künstliche-Intelligenz-Branche nicht so schnell wächst wie ursprünglich angenommen. Bloomberg hat vorausgesagt, dass die Branche einen längeren Winter erleben wird, da ihr Wachstum nachlässt.

Ein zentrales Problem ist, dass die rasant steigenden Investitionen in KI nicht mit der Nachfrage oder Nutzung korrelieren. Abgesehen von Chat-Produkten wie ChatGPT, xAI und Claude ist eine fortschrittlichere Nutzung von KI nicht eingetreten, wie ursprünglich erwartet.

Ein gutes Beispiel dafür ist NVIDIA, das starke Umsatzzahlen meldete, aber ein langsames Wachstum verzeichnete. Die neuesten Daten zeigen, dass der Umsatz von NVIDIA im dritten Quartal um 94 % gestiegen ist. Analysten gehen davon aus, dass das Umsatzwachstum in den nächsten beiden Quartalen 72 % bzw. 61 % betragen wird.

Die Herausforderung für AMD besteht darin, dass es möglicherweise schwierig sein wird, weitere Katalysatoren zu finden, um den Abschwung in der KI-Branche auszugleichen. Außerdem erwarten Analysten, dass die PC-Branche im Laufe des Jahres weiterhin ein langsames Wachstum verzeichnen wird. IDC prognostiziert, dass die PC-Verkäufe in diesem Jahr um 4,3 % steigen werden, unterstützt durch die Schwellenländer.

Weiterlesen: Wolfe-Analysten bevorzugen AMD-Aktien gegenüber Nvidia-Aktien: Hier ist der Grund

Bewertungsanalyse von AMD

Analysten gehen davon aus, dass das Geschäft von AMD gut laufen wird, da das Geschäft mit Rechenzentren weiterhin gut läuft.

Die durchschnittliche Schätzung geht davon aus, dass der Umsatz um 22 % auf 7,5 Milliarden Dollar steigen und im nächsten Quartal um 30 % wachsen wird.

Der Jahresumsatz von AMD wird voraussichtlich in diesem Jahr um 13 % auf 25,6 Milliarden US-Dollar und im nächsten Jahr auf 32,5 Milliarden US-Dollar steigen.

Das Unternehmen weist ein Forward-KGV von 38 auf, das höher ist als der Sektormittelwert von 25,50. Sein Forward-EV zu EBITDA von 33 ist höher als der Sektormittelwert von 15. Diese Zahlen bedeuten, dass das Unternehmen immer noch stark überbewertet ist, da sein Wachstum zu verlangsamen beginnt.

Analysten glauben, dass der Aktienkurs von AMD noch weiter steigen wird. Die durchschnittliche Prognose liegt bei 183 US-Dollar, deutlich höher als der aktuelle Kurs von 126 US-Dollar.

Aktienkursanalyse von AMD

Der Aktienkurs von AMD befindet sich in diesem Jahr in einem starken Abwärtstrend. Er pendelt nahe der wichtigen Unterstützung bei 122 USD, seinem Tiefststand vom 5. August und dem 61,8%-Fibonacci-Retracement-Level.

Die Aktie ist unter die absteigende Trendlinie gefallen, die den höchsten Schwung im Juli dieses Jahres verbindet.

Es hat ein Todeskreuzmuster gebildet, da die exponentiellen gleitenden Durchschnitte (EMA) der 50- und 200-Tage-Perioden übereinander liegen. Dieses Crossover ist eines der bärischsten Chartmuster.

Ein Rückgang unter die Unterstützung bei 118 USD, dem Jahrestief von 118 USD, würde auf weitere Abwärtsbewegungen hindeuten. Der nächste zu beobachtende Punkt liegt bei 91 USD, dem 78,6%-Retracement-Level.