Crispus Nyaga
17. Apr. 2025, 07:06 AM
  • Der DAX-Index ist seit seinem Tiefpunkt in diesem Jahr um über 15 % gestiegen.
  • Ökonomen erwarten, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen um 0,25 % senken wird.
  • Top-Unternehmen wie Porsche, Henkel und Infineon gehören zu den größten Nachzüglern.

Der DAX hat sich in den letzten Wochen erholt, da die Sorgen über den anhaltenden Handelskonflikt zwischen den USA und ihren wichtigsten Handelspartnern zunahmen. Nachdem der Index Anfang des Jahres bei 18.460 € seinen Tiefpunkt erreicht hatte, stieg er wieder auf 21.310 €. Er liegt jedoch immer noch deutlich unter dem Höchststand des Jahres von 23.445 €. Ist er vor der EZB-Entscheidung ein Kauf?

EZB-Zinsentscheidung

Der deutsche DAX und andere europäische Indizes werden im Fokus stehen, da die Marktteilnehmer auf weitere Unterstützung durch die Europäische Zentralbank (EZB) warten.

Ökonomen erwarten, dass die Zentralbank auf dieser Sitzung die Zinssätze um 0,25 % senken wird, da die Sorgen um das Wirtschaftswachstum anhalten. Sollte dies geschehen, würden die Zinssätze von 2,5 % auf 2,2 % gesenkt. Im Gegensatz zur Fed war die EZB zurückhaltender und hat die Zinssätze seit letztem Jahr mehrmals gesenkt.

Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung durch die EZB stieg nach den neuesten europäischen Inflationsdaten vom Mittwoch. Diese Zahlen zeigten, dass die Headline-Verbraucherinflation im März bei 2,2 % blieb, während die Kerninflation im gleichen Zeitraum bei 2,4 % lag.

Analysten gehen davon aus, dass der anhaltende Handelskrieg in diesem Jahr zu einem langsamen Wirtschaftswachstum in Europa führen wird. In einer Mitteilung sagte ein Bloomberg-Analyst:

„Die EZB sieht sich einer Welt gegenüber, die sich deutlich von der letzten Sitzung unterscheidet, da die US-Zölle Realität werden und die Geldpolitik für den Euroraum sich anpassen muss.“

Die dovish-Haltung hat die deutschen Anleiherenditen nach unten gedrückt. Daten zeigen, dass die Rendite der zehnjährigen deutschen Anleihen von 2,93 % im März auf derzeit 2,495 % gefallen ist. Die fünfjährige Rendite sank ebenfalls auf 2,04 %. Historisch gesehen entwickelt sich der Aktienmarkt gut, wenn die Anleiherenditen fallen.

Die EZB ist wahrscheinlich auch über die Stärke des Euro besorgt. Daten zeigen, dass das EUR/USD-Paar auf 1,1400 gestiegen ist, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Jahrestief von 1,1075.

Während der stärkere Euro dazu beitragen wird, die Inflation zu senken, wird er europäische Exporteure beeinträchtigen, indem er Waren im Ausland teurer macht. Dies ist ein zentrales Problem, da diese Waren aufgrund der Zölle von Donald Trump bereits teuer geworden sind .

Top DAX-Verlierer und -Gewinner

Die größten Nachzügler im deutschen DAX sind Unternehmen mit US-Geschäft, die nun höhere Zölle zahlen müssen.

Der Aktienkurs von Porsche ist in diesem Jahr um über 24 % eingebrochen und damit der größte Verlierer im DAX. Das Unternehmen ist stärker von US-Zöllen betroffen, da die USA in den letzten Jahren zu seinem wichtigsten Markt geworden sind. Porsche produziert alle Fahrzeuge, die es in die USA verkauft, in Deutschland, was bedeutet, dass ein 25%iger Zoll sein Geschäft schädigen wird.

Zu den weiteren größten Nachzüglern im DAX-Index gehören Unternehmen wie Adidas, Merck, MTU Aero, Siemens Healthineers, BMW und Daimler Truck.

Andererseits gehören Rheinmetall, Commerzbank, HeidelbergCement, Deutsche Bank und Deutsche Börse zu den Top-Performern des Index.

Technische Analyse des DAX-Index

Das Tageschart zeigt, dass der DAX-Index Anfang des Jahres bei 23.445 € seinen Höchststand erreichte und dann auf ein Tief von 18.497 € fiel. Anschließend erholte er sich wieder auf den aktuellen Stand von 21.310 €, ein Anstieg von 15 %.

Der Index liegt weiterhin leicht unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten (EMA) der letzten 50 und 100 Tage. Er hat auch den wichtigen starken Pivot-Umkehrpunkt bei 21.250 € erneut getestet.

Daher besteht weiterhin das Risiko eines Rückzugs des DAX-Index, solange die Handelsunsicherheiten anhalten. Sollte dies eintreten, wird der nächste wichtige Punkt der entscheidende Unterstützungs-/Widerstandspunkt bei 20.000 € sein. Ein Anstieg über den 50-Tage-Durchschnitt bei 21.737 € würde die bärische Aussicht widerlegen.