Europa strebt trotz Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen ein Ende der Importe an.

Europa strebt trotz Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen ein Ende der Importe an.
Sayantan Sarkar
06. Mai 2025, 10:10 AM
  • Die EU strebt ein Verbot neuer russischer Gasgeschäfte bis Jahresende und aller bestehenden Verträge bis 2027 an.
  • Trotz der verringerten Abhängigkeit bezieht die EU immer noch 19 % ihres Gases aus Russland, teilweise aufgrund von „Take-or-Pay“-Verträgen.
  • Die EU erwägt erhöhte US-amerikanische LNG-Importe als Ersatz für russisches Gas – ein Schritt, der auch von den USA vorangetrieben wird.

Laut einem Reuters-Bericht gaben Beamte der Europäischen Union bekannt, dass am Dienstag Pläne veröffentlicht werden sollen, die neue russische Gasabkommen bis zum Ende des laufenden Jahres verbieten.

Darüber hinaus sollen die bestehenden Verträge mit Moskau bis Ende 2027 auslaufen.

Nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Jahr 2022 setzte sich der Block das unverbindliche Ziel, die Importe russischer fossiler Brennstoffe bis 2027 einzustellen.

EU-Kommissionsbeamte informierten Reuters über eine geplante Verpflichtung, im Juni ein Verbot neuer russischer Gasimportgeschäfte und Spotkontrakte vorzuschlagen, mit dem Ziel der Umsetzung bis Ende 2025.

Vorschlag zum Verbot von russischem Gas

EU-Beamte, die aufgrund der Vertraulichkeit der Pläne, die sich vor der Veröffentlichung noch ändern können, anonym bleiben wollten, erklärten, dass bis Ende 2027 ein formeller Vorschlag zum Verbot von russischen Gas- und Flüssigerdgasimporten vorgelegt werden soll. Dieses Verbot würde auch für bestehende Verträge gelten.

Die vorgeschlagenen Rechtsmaßnahmen müssen vom Europäischen Parlament und einer qualifizierten Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten verabschiedet werden, um in Kraft zu treten.

Trotz der EU-Sanktionen gegen russische Kohle und Seeöl bleibt Gas aufgrund des Widerstands der Slowakei und Ungarns ausgenommen.

Diese Nationen, die auf russisches Pipelinegas angewiesen sind, argumentieren, dass alternative Lieferanten zu höheren Energiekosten führen würden. Bemerkenswert ist, dass EU-Sanktionen die einstimmige Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten erfordern.

Russisches Gas fließt weiterhin nach Europa.

Europa bezieht weiterhin etwa 19 % seines Gasbedarfs aus Russland über die TurkStream-Pipeline und Lieferungen von Flüssigerdgas.

Obwohl die Liefermengen im Vergleich zu den Werten vor 2022 deutlich reduziert wurden (ca. 40 %), liefert Russland weiterhin Gas nach Europa.

Ein Schlüsselfaktor sind die bestehenden „Take-or-Pay“-Verträge mit Gazprom, die europäische Abnehmer, die Gaslieferungen ablehnen, zur Kompensation eines erheblichen Teils der vereinbarten Mengen verpflichten.

Die Europäische Kommission prüft rechtliche Möglichkeiten für europäische Unternehmen, ihre bestehenden russischen Gaslieferverträge ohne finanzielle Konsequenzen zu kündigen.

EU-Beamte haben ihren geplanten Ansatz nicht im Detail erläutert. Rechtsexperten gehen davon aus, dass die Berufung auf „höhere Gewalt“, um sich aus diesen Vereinbarungen zurückzuziehen, schwierig wäre und möglicherweise zu Strafen oder Schiedsverfahren für die Käufer führen könnte.

US-amerikanisches LNG für Europa

Angesichts der Notwendigkeit, die langjährigen Energieabhängigkeiten von Russland zu beenden, hat die Europäische Kommission eine wachsende Bereitschaft signalisiert, die Importe von verflüssigtem Erdgas (LNG) aus den Vereinigten Staaten deutlich zu erhöhen.

Diese strategische Neuausrichtung spiegelt ein vielschichtiges Bemühen wider, die Energiesicherheit zu stärken, die Versorgungsquellen zu diversifizieren und die wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken zu mindern, die mit der Abhängigkeit von russischer Energie verbunden sind.

Das Potenzial für einen verstärkten LNG-Handel zwischen den USA und der EU bietet sowohl Chancen als auch Herausforderungen und erfordert eine sorgfältige Abwägung der Infrastrukturkapazitäten, der Preisdynamik, der Umweltauswirkungen und der langfristigen energiepolitischen Ziele auf beiden Seiten des Atlantiks.

Dieser Schritt hat auch weitreichendere Auswirkungen auf die globale Energielandschaft und könnte Handelsströme und geopolitische Allianzen neu gestalten, da Europa nach alternativen Energiepartnern sucht.

Dies ist auch eine von US-Präsident Donald Trump von Europa geforderte Maßnahme, um den Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten zu verringern.

Die Kommission äußert Besorgnis über die Energiepreise und betont, dass jegliche Beschränkungen der russischen Energieimporte Moskau stärker schaden sollten als der EU. Solche Maßnahmen müssen auch ihre Auswirkungen auf die Kraftstoffkosten sorgfältig berücksichtigen.

Die USA drängen Russland zu Verhandlungen über ein Friedensabkommen mit der Ukraine. Eine erfolgreiche Lösung könnte zur Wiederaufnahme der russischen Energielieferungen und zur Lockerung der bestehenden Sanktionen führen.

Die Europäische Kommission beabsichtigte ursprünglich, ihren Fahrplan im März zu veröffentlichen, verschob die Veröffentlichung jedoch unter anderem aufgrund der Unklarheiten im Zusammenhang mit diesen sich entwickelnden Ereignissen.