Wird die Zinssenkung der EZB den DAX-Index auf ein Allzeithoch treiben?

Wird die Zinssenkung der EZB den DAX-Index auf ein Allzeithoch treiben?
Crispus Nyaga
02. Juni 2025, 07:12 AM
  • Der DAX-Index bewegt sich in der Nähe seines Allzeithochs.
  • Es wird erwartet, dass die EZB diese Woche die Zinssätze drastisch senken wird.
  • Handelsbedenken, insbesondere zwischen den USA und China, werden bestehen bleiben.

Der DAX-Index ist in den letzten Wochen sprunghaft gestiegen und schwebt auf einem historischen Höchststand. Er erreichte ein Rekordhoch von 24.320 Euro, ein Anstieg um über 30 % gegenüber dem Tiefstand im April dieses Jahres. Dieser Artikel beleuchtet einige der führenden Unternehmen, die den deutschen DAX in diesem Jahr antreiben, und was vor der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu erwarten ist.

EZB-Zinsentscheidung

Die kommende Zinssatzentscheidung der EZB wird das wichtigste makroökonomische Ereignis dieser Woche sein. Ökonomen prognostizieren, dass die Bank ihre achte Zinssenkung des Zyklus vornehmen wird, wodurch der offizielle Leitzins auf 2 % sinken wird.

Die Bank befindet sich seit dem Rückgang der europäischen Inflation auf ein Niveau nahe dem 2%-Ziel in einem Zinssenkungszyklus, während Analysten erwarten, dass einige Volkswirtschaften aufgrund der Zölle von Donald Trump zu schwächeln beginnen werden. Einige Analysten glauben auch, dass die EZB im September oder Dezember eine weitere Zinssenkung vornehmen wird. In einem Bericht sagte ein Analyst gegenüber Bloomberg:

Die Zinssenkungen haben deutsche Aktien angesichts sinkender Anleiherenditen attraktiver gemacht. Daten zeigen, dass die zehnjährige deutsche Rendite von 2,93 % (Jahreshoch) auf 2,5 % gefallen ist. Ähnlich verhält es sich mit der Fünfjahresrendite, die von 2,6 % auf 2,060 % gesunken ist – ihr niedrigster Stand seit dem 8. Mai.

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Handelsbedenken bleiben bestehen.

Ein weiterer Katalysator für den DAX-Index ist die sich verändernde Dynamik im Handelsbereich. Trump hat angekündigt, dass die USA einen 50%igen Zollsatz auf importierten Stahl und Aluminium verhängen würden, ein Schritt, der einige deutsche Unternehmen betreffen wird.

Er hat außerdem gedroht, ab dem 8. Juli einen 50-prozentigen Zoll auf europäische Waren einlegen zu wollen, beginnend mit Deutschland. Diese Zölle werden verhängt, wenn die beiden Seiten bis zum 8. Juli kein Abkommen erzielen. Ein 50-prozentiger Zoll würde den Import der meisten europäischen Waren, wie beispielsweise Fahrzeuge, in die USA effektiv blockieren.

Unterdessen läuft es zwischen den USA und China nicht gut. Trump warnte letzte Woche, China verstoße gegen die im vergangenen Monat in der Schweiz erzielten Vereinbarungen, und verwies dabei auf die Blockade seltener Erden.

China reagierte am Montagmorgen und erklärte, die USA verletzten ebenfalls die Bestimmungen des Abkommens. China verwies dabei auf die jüngsten Ankündigungen zu Chipkontrollen und die geplante Aberkennung chinesischer Studentenvisa.

Die DAX-Aktien mit den stärksten Kursgewinnen in diesem Jahr bisher

Viele DAX-Index-Unternehmen sind in diesem Jahr bisher stark gestiegen. Der Aktienkurs von Rheinmetall hat in den ersten fünf Monaten um über 200 % zugeschlagen, während Commerzbank, Siemens Energy, Deutsche Bank und Heidelberg Materials alle um über 50 % gestiegen sind.

Zu den weiteren Top-Gewinnern in diesem Jahr gehören Unternehmen wie Bayer, die Deutsche Börse, Continental und Allianz.

Andererseits ist der Aktienkurs von Porsche in diesem Jahr um 27 % eingebrochen, da das Unternehmen am stärksten von den US-Zöllen betroffen ist. Zu den weiteren Top-Verlierern gehören Unternehmen wie Merck, Henkel, Siemens Healthineers und Adidas, die um über 8 % gefallen sind.

Technische Analyse des DAX-Index

DAX Chart von TradingView

Das Tageschart zeigt, dass der deutsche DAX-Index im Mai ein Rekordhoch von 24.320 € erreichte und sich anschließend leicht auf 24.000 € zurückbildete. Er liegt weiterhin über der wichtigen Widerstandsnase bei 23.425 €, seinem Höchststand im März dieses Jahres.

Der Index verbleibt über der wichtigen Unterstützung bei 23.425 € und allen gleitenden Durchschnitten. Daher ist das wahrscheinlichste Szenario ein Rückgang mit einem Test dieses Unterstützungsniveaus, gefolgt von einer Fortsetzung des Aufwärtstrends, potenziell bis zum Widerstand bei 25.000 €.