EU-Zölle auf Alkohol könnten 2 Milliarden US-Dollar und 25.000 Arbeitsplätze kosten

EU-Zölle auf Alkohol könnten 2 Milliarden US-Dollar und 25.000 Arbeitsplätze kosten
Sayantan Sarkar
06. Aug. 2025, 17:58 PM
  • Eine Koalition von Alkoholkonzernen teilte Trump mit, dass 15 Prozent EU-Zölle 2 Milliarden Dollar Umsatz und 25.000 Arbeitsplätze kosten könnten.
  • Wichtige europäische und US-amerikanische Industrieakteure haben einen Brief unterzeichnet, in dem sie sich für ein besseres Handelsabkommen aussprechen.
  • Die Zölle sind ein Problem für die US-amerikanische Restaurant- und Nachtclubbranche, insbesondere vor der Weihnachtszeit.

Eine Koalition von 57 Gruppen der Alkoholindustrie hat Präsident Donald Trump in einem Brief gewarnt, dass ein Zoll von 15 Prozent auf EU-Waren den Alkoholverkauf in den USA um fast 2 Milliarden Dollar senken und 25.000 amerikanische Arbeitsplätze gefährden könnte.

Der Brief wurde von wichtigen Akteuren der europäischen Getränkeindustrie unterzeichnet, darunter große Hersteller wie Diageo und Pernod Ricard, wie Reuters berichtet.

Unterstützung erhielt das Unternehmen auch von US-amerikanischen Whiskey- und Weinproduzenten sowie von Glaslieferanten, Einzelhändlern und Restaurants.

Im vergangenen Monat haben Washington und Brüssel die Verhandlungen über die Einführung eines Einfuhrzolls von 15 % auf die meisten Waren aus der Europäischen Union erfolgreich abgeschlossen.

Dieses Abkommen stellt einen wichtigen diplomatischen Erfolg dar, da es den ursprünglich angedrohten Zollsatz effektiv halbierte und damit einen möglicherweise weitaus umfangreicheren und schädlicheren Handelskrieg zwischen den beiden Wirtschaftsmächten verhinderte.

Trotz des Eintretens der Wein- und Spirituosenindustrie für eine Ausnahmeregelung führten die Verhandlungen nicht zum gewünschten Ergebnis.

Erhebliche Bedrohung für die US-Industrie

Die Toasts Not Tariffs Coalition, die sich aus Wirtschaftsverbänden hauptsächlich aus dem Wein- und Spirituosensektor zusammensetzt, schickte den Brief an Trump. Die Koalition drängte auf ein günstigeres Handelsabkommen, das einen "fairen und gegenseitigen Handel" für ihre Industrien gewährleisten würde.

Dem Schreiben zufolge stellt der Zoll von 15 % eine erhebliche Bedrohung für die US-amerikanische Restaurant- und Nachtclubbranche dar und gefährdet 25.000 Arbeitsplätze und einen Umsatz von fast 2 Milliarden US-Dollar.

Diese Auswirkungen sind besonders besorgniserregend, da sie kurz vor der Hochsaison der Branche von Oktober bis Dezember stattfinden. Der Brief enthielt jedoch keine Details darüber, wie diese Zahlen berechnet wurden.

In dem Brief hieß es:

Es wäre auch ein Gewinn für amerikanische Arbeitnehmer, Unternehmen und Verbraucher, heißt es in dem Brief weiter.

Branchenvertreter erklärten, dass die Zölle die Menüpreise erhöhen, amerikanischen Unternehmen schaden und bestehende Probleme und Herausforderungen verschlimmern würden.

Verschiebung auf dem Markt für alkoholische Getränke

Der Markt für alkoholische Getränke befindet sich derzeit in einem deutlichen Wandel, wobei sowohl Wein als auch Spirituosen unter erheblichem Druck stehen.

Vor allem Wein hat stetig Marktanteile an andere Kategorien verloren.

Dieser Trend ist nicht neu, denn Spirituosen haben in den letzten Jahren das Bier deutlich überholt und sind zu einer dominierenden Kraft in der Branche geworden.

Die Gründe für diese Veränderungen sind vielfältig und reichen von sich entwickelnden Verbraucherpräferenzen und demografischen Veränderungen bis hin zu innovativen Marketingstrategien verschiedener Segmente der Alkoholindustrie.

Da die Verbraucher zunehmend nach Vielfalt und neuen Erlebnissen suchen, ist es für traditionelle Kategorien wie Wein schwierig, ihre historische Dominanz gegenüber dem dynamischen Wachstum von Spirituosen und anderen aufstrebenden Getränkeoptionen aufrechtzuerhalten.

Teures Wohnen und eine wachsende Vorliebe für einen gesünderen Lebensstil entmutigen die Kunden auch in diesen Bereichen.

Die USA sind der Hauptmarkt für zahlreiche europäische Wein- und Spirituosenproduzenten, und Europa ist ein wichtiger Exportmarkt für amerikanische Spirituosen wie Bourbon.

Die EU hat die Vergeltungsmaßnahmen gegen bestimmte US-Alkoholerzeugnisse um sechs Monate verschoben, obwohl sie diese zuvor als potenzielle Ziele aufgeführt hatte.