Chinesische Sojanachfrage verschiebt sich, während US-Exporteure Zollerleichterungen ins Auge fassen

Chinesische Sojanachfrage verschiebt sich, während US-Exporteure Zollerleichterungen ins Auge fassen
Sayantan Sarkar
08. Aug. 2025, 12:31 PM
  • Chinas Sojabohnenimporte im Juli zeigten im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Wachstum.
  • Die Beteiligung der USA an der chinesischen Sojabohnen-Lieferkette ist aufgrund von Erntezyklen und Zöllen minimal.
  • Die Aussichten für die weltweiten Sojabohnenpreise sind düster, da große Ernten erwartet werden und die chinesische Nachfrage sinkt.

Chinas Sojaimporte stiegen im Juli sprunghaft an und stiegen im Jahresvergleich um 18 % auf 11,7 Millionen Tonnen, obwohl die derzeitige Beteiligung der USA an der Lieferkette aufgrund saisonaler Faktoren und anhaltender Zölle begrenzt bleibt.

Als weltweit größter Importeur von Sojabohnen wird die Nachfragedynamik Chinas genau beobachtet, wobei Analysten darauf hindeuten, dass US-Exporteure vor Hürden stehen, wenn die Handelsabkommen die bestehenden Zölle nicht aufheben.

Chinas Sojaimporte stellen einen Anstieg von 18 % im Vergleich zum Juli letzten Jahres dar, obwohl dies laut Zolldaten einen leichten Rückgang gegenüber dem Importvolumen des Vormonats darstellte.

Dynamik des Angebots

In den ersten sieben Monaten des Jahres erreichten Chinas Importe 61 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von 4,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Daten zur Herkunft der Sojabohnen liegen für Juli noch nicht vor.

Brasilien war im Juni mit 10,6 Millionen Tonnen oder 87 % der Gesamtimporte wahrscheinlich die Hauptquelle der Importe.

Im Mai war der Anteil exakt gleich.

Die Vereinigten Staaten haben sich in letzter Zeit nicht zu einem wichtigen Lieferanten von Sojabohnen entwickelt.

Dies ist vor allem auf saisonale Faktoren zurückzuführen, die die landwirtschaftlichen Zyklen bestimmen.

Die bevorstehende Ernte für die nächste US-Ernte wird erst im Herbst erwartet, was bedeutet, dass die aktuellen Lagerbestände entweder erschöpft oder für einen nennenswerten Export nicht mehr zur Verfügung stehen.

Diese saisonale Einschränkung schafft eine vorübergehende Lücke in der globalen Lieferkette, die es anderen Ländern ermöglicht, die Nachfrage zu befriedigen.

Daher ist die begrenzte Beteiligung der USA an der aktuellen Angebotslandschaft eine vorhersehbare Folge ihres landwirtschaftlichen Kalenders und nicht ein Spiegelbild langfristiger Produktionskapazitäten oder Marktstrategien.

"Wenn die chinesischen Importzölle auf US-Sojabohnen auf dem aktuellen Niveau von 15 % bleiben, dürfte es für US-Exporteure schwierig sein, ihre Sojabohnen nach China zu verkaufen", sagte Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank AG, in einem Bericht.

Nachfrage dürfte sinken

Mit Blick auf die Zukunft deuten die Aussichten für die chinesische Sojabohnennachfrage auf einen möglichen Rückgang hin, der vor allem auf den erwarteten geringeren Futtermittelbedarf im Land zurückzuführen ist.

Diese Verschiebung könnte auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, die den Agrar- und Viehzuchtsektor des Landes beeinflussen.

So könnte beispielsweise ein Rückgang der Schweinepopulation, die ein bedeutender Verbraucher von Futtermitteln auf Sojabohnenbasis ist, direkt zu einer geringeren Nachfrage führen.

Berichten zufolge beabsichtigt China, seinen Bestand an Zuchtsauen um 1 Million zu reduzieren, um die fallenden Schweinepreise zu stabilisieren.

Die Branche leidet unter Überkapazitäten und schwacher Nachfrage. Für die kommende Woche ist daher ein Treffen der Industrievertreter geplant.

"Die Aussichten für die Sojapreise, die in dieser Woche auf ein Viermonatstief von 980 US-Cent pro Scheffel abgerutscht sind, sind daher düster, zumal in den USA und Brasilien große Ernten erwartet werden", so Fritsch weiter.