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Indiens Ölraffinerien leben von überschüssigem russischem Rohöl inmitten geopolitischer Verschiebungen

  • Indische Raffinerien profitieren von der russischen Ölversorgung aufgrund der Angriffe der Ukraine auf die Energieinfrastruktur Moskaus.
  • Trumps Forderung an Indien, die russischen Ölkäufe einzustellen, führte zu erhöhten US-Zöllen auf indische Importe.
  • Die Rabatte auf russisches Ural-Rohöl für indische Lieferungen sind von 20 bis 25 US-Dollar auf 2 bis 2,50 US-Dollar pro Barrel gefallen.

Indiens Ölraffinerien erleben derzeit ein robustes Angebot an russischem Rohöl auf dem Weltmarkt, eine Situation, die weitgehend auf die jüngsten geopolitischen Ereignisse zurückzuführen ist.

Die anhaltenden Angriffe der Ukraine auf die russische Energieinfrastruktur haben laut einem Bericht von Reuters die inländischen Raffineriekapazitäten Moskaus erheblich eingeschränkt.

Diese Verringerung der Raffineriekapazitäten hat wiederum dazu geführt, dass eine größere Menge Rohöl, das ursprünglich für die interne Verarbeitung bestimmt war, auf den internationalen Markt umgeleitet wurde.

Erhöhte Verfügbarkeit

Diese erhöhte Verfügbarkeit von russischem Rohöl erweist sich als vorteilhaft für indische Raffinerien, die seit der Verhängung der westlichen Sanktionen nach dem Einmarsch in der Ukraine zu bedeutenden Abnehmern von russischem Öl geworden sind.

Die oft mit russischem Öl verbundenen Rabattpreise in Verbindung mit dem reichlichen Angebot bieten einen überzeugenden wirtschaftlichen Anreiz für indische Unternehmen.

Dieser Trend unterstreicht die sich entwickelnde Dynamik der globalen Energiemärkte und die strategische Positionierung Indiens auf diesen Märkten, da das Land versucht, seinen Energiebedarf inmitten sich verändernder internationaler Handelsmuster zu sichern.

Die Beziehungen zwischen den USA und Indien sind erheblich belastet, da die USA darauf bestehen, dass Indien seine Käufe von russischem Öl einstellt.

Diese Forderung von US-Präsident Donald Trump stieß auf Widerstand aus Indien, das sich weigerte, dem nachzukommen.

Als Reaktion auf die Nichteinhaltung Indiens verschärfte Washington die Handelsspannungen, indem es die Zölle auf US-Importe aus Indien auf bis zu 50 Prozent erhöhte.

Die Käufe gehen weiter

Auf der anderen Seite hat Indien in der Vergangenheit eine komplexe und strategische Beziehung zu Russland unterhalten, insbesondere in den Bereichen Verteidigung und Energie, was einen vollständigen Stopp der Ölimporte schwierig macht.

Die Verhängung erhöhter Zölle durch die USA war ein klares Signal ihrer Missbilligung und ein Versuch, wirtschaftlichen Druck zu nutzen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Ungenannte Beamte erklärten gegenüber Reuters in dem Bericht, dass indische Raffinerien weiterhin russisches Öl kaufen.

Indien hat sich zum Hauptabnehmer von russischem Öl auf dem Seeweg entwickelt, eine Entwicklung, die auf die Verhängung von Sanktionen gegen Moskau durch mehrere westliche Nationen folgt.

Diese Sanktionen und die generelle Ablehnung russischer Energieprodukte durch viele Länder sind eine direkte Folge des russischen Einmarsches in der Ukraine.

Infolgedessen hat Russland sein Öl mit einem erheblichen Rabatt angeboten, was es zu einer attraktiven Option für Länder wie Indien und China macht, die die Energieversorgung sichern wollen.

Verringerung der Rabatte

Dem Bericht zufolge sind die Rabatte auf russisches Ural-Rohöl für indische Lieferungen jedoch deutlich gesunken.

Für die Verladung im November liegt der Abschlag nun bei etwa 2 bis 2,50 US-Dollar pro Barrel unter dem Niveau der datierten Sorte Brent.

Dies ist dem Bericht zufolge ein erheblicher Rückgang gegenüber dem Abschlag von 20 bis 25 US-Dollar pro Barrel, der zu Beginn des Krieges im Februar 2022 beobachtet wurde.

Die russischen Ölraffinerien sind aufgrund der ukrainischen Angriffe auf Raffinerien und Exportpipelines an manchen Tagen um fast ein Fünftel zurückgegangen.

Dies hat auch zu einem Rückgang der Exporte aus den großen Häfen geführt, was Moskau fast dazu veranlasst hätte, seine Ölproduktion zu drosseln.

Im September kam es in Russland im Vergleich zum August zu einem Anstieg der Raffinerieausfälle, der auf Drohnenangriffe aus der Ukraine zurückzuführen ist.

Darüber hinaus erwägen indische Raffinerien, ihre Käufe von Öl und Flüssiggas aus den Vereinigten Staaten zu erhöhen.

Diese Entscheidung hängt vom Ergebnis der Handelsgespräche zwischen Neu-Delhi und Washington ab.