Der Kupferpreis steigt über 12.000 Dollar, da Zölle und Minenstörungen eine Steigerung antreiben

Der Kupferpreis steigt über 12.000 Dollar, da Zölle und Minenstörungen eine Steigerung antreiben
Ananthu C U
23. Dez. 2025, 12:35 PM
  • Kupfer überschreitet 12.000 Dollar, da US-Zollängste und Lieferstörungen die stärkste Rallye seit 2009 anheizen.
  • Minenausfälle und ein Ansturm von Lieferungen in die USA schränken die globalen Kupfervorräte trotz schwacher Nachfrage nach China an.
  • Die Banken warnen vor Marktdefiziten, wobei bullische Prognosen anhalten, selbst wenn Skeptiker auf Nachfragerisiken hinweisen.

Die Kupferpreise sind auf ein neues Allzeithoch von über 12.000 US-Dollar pro Tonne gestiegen und bringen das Industriemetall auf Kurs für seine stärkste Jahresleistung seit 2009.

Die Rallye wurde durch eine Kombination aus schweren Lieferstörungen und Handelsstörungen im Zusammenhang mit der Zollagenda von US-Präsident Donald Trump angetrieben, was die globalen Kupferströme und die Verschärfung der Verfügbarkeit außerhalb der Vereinigten Staaten beeinflusst.

An der London Metal Exchange stieg das Kupfer um bis zu 0,9 % auf 12.031,50 US-Dollar pro Tonne, was einen Anstieg verlängert, der die Preise in diesem Jahr bisher um etwa 37 % gestiegen ist.

Der Aufstieg des Metalls setzte sich trotz nachlassender Nachfrage in China fort und unterstreicht, wie Angebots- und Handelsdynamiken die traditionellen Indikatoren für den industriellen Konsum überwiegen.

Zollängste beeinflussen den globalen Kupferhandel

Die Möglichkeit, dass die USA Zölle auf Kupfer erheben könnten, ist zu einem zentralen Treiber der Rallye geworden.

Händler und Hersteller haben sich beeilt, Kupfer in die USA zu liefern, in Erwartung möglicher Abgaben, was die amerikanischen Importe stark ansteigen lässt.

Diese Vorbeladung von Lieferungen hat die Verfügbarkeit anderswo verringert, sodass Käufer in anderen Regionen aggressiv bieten müssen, um Lieferungen zu sichern.

Die Auswirkungen auf die globalen Handelsströme waren erheblich. Die Preise sind weiter gestiegen, obwohl der Kupferverbrauch in China, das etwa die Hälfte des weltweiten Verbrauchs ausmacht, rapide zurückgegangen ist.

Kupfer gilt oft als Warnsignal für industrielle Aktivitäten, doch die Verlangsamung in China hat den Markt kaum gebremst.

Stattdessen haben die Erwartungen, dass Zölle eingeführt werden könnten, Händler dazu ermutigt, noch mehr Material in die USA umzuleiten, was den Aufwärtsdruck auf die Preise verstärkt.

Minenausfälle verschärfen die Versorgungsbedenken

Neben Handelsstörungen wurde der Kupfermarkt von einer Welle von Minenausfällen in Amerika, Afrika und Asien getroffen.

Diese operativen Herausforderungen haben die Befürchtung verstärkt, dass der Markt auf ein erhebliches Defizit zusteuert.

Die Deutsche Bank hat gewarnt, dass die Produktion der weltweit größten Kupferbergleute in diesem Jahr voraussichtlich um etwa 3 % sinken und 2026 erneut zurückgehen könnte.

Analysten der Bank beschrieben 2025 als ein "stark gestörtes Jahr" und wiesen darauf hin, dass mehrere große Minen erhebliche Betriebsprobleme hatten.

Daher sehen sie den Kupfermarkt als klar in einem Defizit, eine Sichtweise, die der Rallye zusätzlichen Schwung gegeben hat.

Angebotsrisiken sind seit langem ein Merkmal bullischer Kupferprognosen, wobei Jahre der Unterinvestition und sinkenden Erzgehalt den Markt anfällig für Schocks machen.

Die jüngsten Unterbrechungen haben diese Bedenken in einer Zeit, in der die Bestände bereits unter Druck stehen, noch deutlicher gemacht.

Optimistische Prognosen, gedämpft durch Nachfragerisiken

Mit Blick auf die Zukunft sehen einige Banken weitere Aufwärtseffekte bei den Kupferpreisen.

Citigroup hat seinen Kunden mitgeteilt, dass die Preise in einem bullischen Szenario 15.000 Dollar pro Tonne erreichen könnten, unterstützt durch einen schwächeren Dollar und US-Zinssenkungen, die mehr Anlegerzuflüsse anziehen könnten.

Langfristig weisen Analysten auch auf erwartetes Nachfragewachstum aus Sektoren wie Elektrofahrzeugen, erneuerbaren Energien und künstlicher Intelligenz hin.

Allerdings hat die Kundgebung ihre Skeptiker. Analysten von Goldman Sachs haben gewarnt, dass die jüngsten Kurssteigerungen vor allem durch Investorenwetten auf zukünftige Enge und nicht auf die aktuellen Angebots- und Nachfragebedingungen zurückzuführen sind.

Die Bank stellte fest, dass ein ähnlicher Optimismus in den frühen Phasen der Pandemie schließlich nachließ, da enttäuschender Einkauf aus China die höheren Preise beeinträchtigte.

Dennoch bevorzugt Goldman Sachs weiterhin Kupfer unter den Industriemetallen und erhöhte Mitte Dezember seine Prognose für das nächste Jahr auf 11.400 US-Dollar pro Tonne, was die Überzeugung des Marktes unterstreicht, dass strukturelle Angebotsbeschränkungen und Handelsunsicherheit die Kupferpreise hochhalten werden.