Chinas Exportstopp treibt Japan‑Indien‑Partnerschaft bei kritischen Mineralien

Chinas Exportstopp treibt Japan‑Indien‑Partnerschaft bei kritischen Mineralien
Sayantan Sarkar
03. März 2026, 12:05 PM

Japan verhandelt derzeit mit Indien, um seine Abhängigkeit von China bei Seltenen Erden — die für die Magnetproduktion unerlässlich sind — zu verringern. 

Die Gespräche konzentrieren sich laut einem Reuters-Bericht auf eine gemeinsame Erkundung von Vorkommen seltener Erden im Wüstenstaat Rajasthan. 

Gemeinsame Erkundung und Vorkommen

Laut Indiens Bergbauminister G. Kishan Reddy wurden in den westindischen Staaten Rajasthan und Gujarat drei Hartgesteinsvorkommen seltener Erden identifiziert.

Diese Vorkommen enthalten schätzungsweise 1,29 Millionen metrische Tonnen Oxide seltener Erden. Diese Ankündigung erfolgte im vergangenen Monat.

Aufbauend auf einer im vergangenen Jahr unterzeichneten vorläufigen Vereinbarung über kritische Mineralien hat Japan Interesse an den Vorkommen in Rajasthan bekundet. 

Laut im Bericht zitierten, direkt in den Entscheidungsprozess eingebundenen Quellen will Tokio Experten vor Ort schicken. 

Strategische Partnerschaft: Technologie, Investitionen und Abnahme

Die japanische Regierung plant Berichten zufolge eine strategische Zusammenarbeit mit dem Staat Rajasthan in Indien hinsichtlich Seltenen Erden.

Dabei würde Japan wichtige Abbautechnologie liefern und finanzielle Mittel bereitstellen.

Im Gegenzug strebt Japan eine garantierte, konstante Versorgung (Abnahme) mit Seltenen Erden an, die nach Japan transportiert werden sollen. 

Diese Vereinbarung ist besonders wichtig, weil es sich bei den Vorkommen in Rajasthan um Hartgestein handelt, dessen Abbau spezialisierte Techniken erfordert, über die Indien derzeit nicht verfügt.

Dieser Schritt spiegelt Japans strategisches Interesse wider, eine stabile Quelle dieser wichtigen Materialien zu sichern.

Japan bemüht sich aktiv, seine Mineralimporte weltweit zu diversifizieren, einschließlich kritischer seltener Erden, wie Naoki Kobayashi, stellvertretender Direktor im japanischen Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI), erklärte. 

Die Initiative umfasst die Prüfung verschiedener Bergbauprojekte weltweit, um Ressourcen zu sichern und die Abhängigkeit von einzelnen Quellen zu verringern. 

Auf Reuters-Anfragen hin bestritt Kobayashi jedoch ausdrücklich, dass es laufende Gespräche über Unternehmenspartnerschaften oder Technologietransfers für Mineralprojekte in der Region Rajasthan gebe. 

Der Fokus Japans bleibt auf der breiten Diversifizierung der Lieferquellen, konkrete regionale Engagements sind jedoch derzeit nicht bestätigt.

Auswirkungen auf die Lieferkette und den geopolitischen Kontext

Indiens strategischer Vorstoß zum Aufbau industrieller Anlagen zur Verarbeitung Seltener Erden spiegelt Japans Bemühungen wider und zielt darauf ab, die Abhängigkeit von chinesischen Importen deutlich zu reduzieren. 

Die Initiative ist entscheidend, um eine inländische Versorgung mit hochreinen Seltenen Erden zu sichern, die in modernen Technologien zentrale Bestandteile sind. 

Ein Schlüsselelement dieses Plans ist die mögliche technologische Zusammenarbeit mit Japan, das über fortgeschrittenes Verarbeitungsknow-how verfügt. 

Diese Partnerschaft könnte Indien die erforderliche Expertise liefern, um effiziente Verarbeitungsanlagen für hochreine Seltene Erden aufzubauen und so seine technologische Unabhängigkeit sowie die Resilienz der Lieferkette in einem kritischen Ressourcenbereich zu stärken.

Dauermagnete, die zentrale Komponenten in Elektromotoren von Elektrofahrzeugen, Windturbinen, Kampfjets und Drohnen bilden, sind auf Seltene Erden angewiesen.

Da Indien die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt ist, sind diese Anwendungen für das Land besonders wichtig.

Im Zuge einer sich zuspitzenden Auseinandersetzung mit Tokio hat China kürzlich den Export von Dual-Use-Gütern — Materialien mit zivilen und militärischen Anwendungen — an 20 japanische Unternehmen verboten.

Peking behauptet, diese Unternehmen seien Zulieferer für Japans Militär.

Diese Maßnahme kappt de facto den Zugang japanischer Unternehmen zu den sieben Elementen der Seltenen Erden und zugehörigen Materialien, die derzeit auf Chinas Dual-Use-Kontrollliste stehen, sowie zu einer Reihe anderer kontrollierter kritischer Mineralien.

Zudem sucht Japan Berichten zufolge Partnerschaften mit indischen Firmen, um neben Seltenen Erden auch in Afrika nach Lithium, Kupfer und Kobalt zu suchen.