Gold-Rücksetzer bietet Gewinnchance, da Schuldenrisiken wachsen, sagt Analyst

Gold-Rücksetzer bietet Gewinnchance, da Schuldenrisiken wachsen, sagt Analyst
Sayantan Sarkar
20. März 2026, 08:18 AM
  • Die langfristigen Aussichten für Gold bleiben stark trotz kurzfristigem 'Rauschen'.
  • Beispiellose globale Verschuldung wird Zentralbanken zwingen, die Zinsen zu senken.
  • Bergbauaktien sind unterbewertet und notieren niedrig trotz hoher Metallpreise.

Anleger sind zunehmend frustriert vom Goldmarkt, der jüngst am Donnerstag seinen zweiten einzelnen Tagesrückgang von 4% verzeichnete, seit der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran begann.

Dieser Konflikt erzeugt erhebliche wirtschaftliche Instabilität und treibt sowohl die Energiepreise als auch die Inflation nach oben.

Obwohl die Goldpreise kurzfristig weiter fallen könnten, bieten diese volatilen Phasen und Korrekturen echte Gewinnchancen für Investoren, sagte Tavi Costa, Gründer und CEO von Azuria Capital, in einem Interview mit Kitco.com.

Marktvolatilität und Haltung der Zentralbanken

Die langfristigen Aussichten für Gold unterstützen weiterhin höhere Preise, angetrieben von Faktoren wie steigender Staatsverschuldung und begrenzter Intervention durch Zentralbanken.

Costa betrachtet den aktuellen Rückgang der Goldpreise als bloßes „Rauschen“ innerhalb eines größeren, anhaltenden Bullenmarktes für Edelmetalle, der sich seiner Ansicht nach noch in einer frühen Phase befindet.

Dieser Bullenmarkt werde laut Costa zunehmend durch tiefgreifende strukturelle Verschiebungen sowohl im Bergbausektor als auch in der globalen Wirtschaft vorangetrieben.

Trotz des Abwärtsdrucks auf Gold durch straffere Geldbedingungen und sich ändernde Zinsprognosen hält Costa das übergeordnete makroökonomische Umfeld weiterhin fest für günstig für das Metall.

Goldpreise auf der COMEX fielen am Donnerstag stark auf ein mehr als einmonatiges Tief und rutschten kurzzeitig auf $4,505 pro Unze.

Dieser Rückgang wurde durch wachsende Inflationssorgen befeuert, die durch die Auswirkungen des Nahostkonflikts auf die Energiepreise verschärft wurden.

Folglich steigen die Erwartungen, dass die großen Zentralbanken die hohen Kreditkosten beibehalten werden.

Trotz deutlich höherer Energiepreise, angeheizt durch den Iran-Konflikt, blieben die großen Zentralbanken in ihrer geldpolitischen Haltung restriktiv.

Sie räumten jedoch die erhebliche Unsicherheit über die globalwirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs ein und betonten daher Vorsicht bei bevorstehenden politischen Entscheidungen.

Die Europäische Zentralbank entschied sich auf der Sitzung am Donnerstag, die aktuellen Zinssätze beizubehalten. Am Mittwoch hielt auch die US-Notenbank die Zinsen stabil.

Am Freitag haben sich die Goldpreise an der COMEX jedoch erholt und lagen 2.3% höher bei $4,712.69 pro Unze.

„Es besteht keinerlei Chance, dass dies das Ende des Zyklus (für die Goldpreise) ist“, sagte Costa im Kitco-Interview.

Der Kernantrieb für den langfristigen Trend von Gold, so argumentierte er, sei das nicht tragfähige Niveau der globalen Verschuldung und nicht kurzfristige Marktstimmungen.

Konkret verwies er auf Regierungen, insbesondere in den USA, wo steigende Zinskosten zunehmend die Ausgaben dominieren.

Gold und Bergbauaktien

Costa erwartet, dass die Politikverantwortlichen gezwungen sein werden, die Zinsen zu senken – selbst wenn Inflation oder traditionelle Wirtschaftsindikatoren etwas anderes nahelegen –, um die starke Belastung durch den Schuldendienst zu mildern.

Dieser Politikwechsel werde seiner Ansicht nach ein deutlich positives Umfeld für Gold schaffen.

Trotz der exzellenten Performance von Gold im vergangenen Jahr argumentiert Costa, dass der Sektor hinsichtlich Besitzanteilen und Bewertung weiterhin unterrepräsentiert und unterbewertet sei, gemessen an dem Ausmaß der Chance.

Er hebt einen historischen Vergleich hervor: Heute entsprechen die US-Goldreserven nur etwa 3% der Bundesverschuldung, im krassen Gegensatz zu den rund 51%, die sie in den 1940er-Jahren ausmachten.

Er deutete an, dass dieses Ungleichgewicht das erhebliche Potenzial für Kursanstiege bei Gold hervorhebe, insbesondere falls Regierungen beginnen sollten, ihre Reserven wieder aufzufüllen oder das Vertrauen in ihre finanzielle Stabilität zu stärken.

Costas Zuversicht beschränkt sich nicht nur auf Gold; sie umfasst auch Bergbauaktien.

Er ist der Ansicht, die Bergbauindustrie befinde sich erst in den „Anfangsphasen eines großen Zyklus“ und erwarte eine deutliche Beschleunigung der Kapitalflüsse.

Ein auffälliges Merkmal des aktuellen Marktes sei laut Costa die Lücke zwischen Metallpreisen und den Bewertungen von Bergbaugesellschaften.

Trotz des deutlichen Anstiegs von Gold- und Silberpreisen werden viele Produzenten weiterhin zu vergleichsweise niedrigen Multiples gehandelt.

Tatsächlich erzielen einige Unternehmen Margen, die mit denen von Technologieunternehmen vergleichbar sind, da ihre Produktionskosten deutlich unter den aktuellen Metallpreisen liegen.

Costa ist der Ansicht, dass die Bewertungsdifferenz aus einer fehlplatzierten Skepsis der Investoren gegenüber nachhaltig hohen Edelmetallpreisen resultiert, und verweist auf immer akuter werdende und anhaltende Angebotsengpässe im Bergbausektor.