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Wells Fargo sieht Gold Ende 2026 bei $6,300 trotz jüngstem Rückgang

Wells Fargo sieht Gold Ende 2026 bei $6,300 trotz jüngstem Rückgang
Sayantan Sarkar
27. März 2026, 07:28 AM
  • Wells Fargo führt den Goldrückgang auf einen starken Dollar und steigende reale Renditen zurück.
  • Geopolitische Risiken konnten Gold nicht stützen; sicherer Hafen-Kapital floss in den USD.
  • Nachfrage der Zentralbanken; sinkende Renditen werden den Preis bis 2026 auf $6,300 treiben.

Gold hat sich im vergangenen Monat nicht als sicherer Hafen erwiesen, da makroökonomische Gegenwinde das Sentiment belasten.

Wells Fargo ist jedoch der Ansicht, dass die langfristigen Aussichten für das Edelmetall gut gestützt bleiben. 

Die Goldpreise auf der COMEX stiegen am Freitag um 2 %, gestützt durch einen schwächeren Dollar, der das Metall für ausländische Käufer günstiger machte. 

Das gelbe Metall ist weiterhin vor seinem vierten Wochenrückgang in Folge, da höhere Energiepreise die Sorge um steigende Inflation nähren, die die Zinssätze lange hoch halten könnte.

Makroökonomische Gegenwinde treiben den Goldrückgang

Wells Fargo-Rohstoffanalysten führen in ihrem jüngsten Global Investment Strategy Report den unerwarteten Rückgang der Goldpreise auf ein komplexes makroökonomisches Umfeld zurück. 

Sie erklärten, dass die Auswirkungen höherer Zinsen, ein stärkerer US-Dollar und steigende reale Renditen derzeit den unterstützenden Faktor des geopolitischen Risikos überlagern. 

Spikes in the US dollar, Treasury yields, and expectations for rate cuts coming under pressure have all been potent headwinds for gold.

Wells Fargo analysts said

Die Goldpreise verzeichnen derzeit ihre stärkste Verlustserie seit 1983, ein Rückgang, der die jüngsten Kommentare begleitet. 

Seit dem Rekordhoch von $5,600 je Unze Ende Januar ist Spot-Gold nahezu 22 % gefallen. Zuletzt wurde es bei $4,391.50 je Unze gehandelt, was allein an diesem Tag einem Rückgang von fast 2,7 % entspricht.

Unterdessen lag der Junikontrakt für Gold an der COMEX zuletzt bei $4,499.40 je Unze, ein Plus von 2,1 % zum vorherigen Schluss. 

Inflation, Geopolitik und die Bremse hoher Zinsen

Die Rolle Golds als sicherer Hafen schwand schnell nach einem anfänglichen Anstieg zu Beginn des Nahostkonflikts.

Ursächlich dafür war, dass Investoren ihre Zinserwartungen anpassten, wodurch sicherer Hafen-Kapital in den US-Dollar floss.

Steigende reale Renditen seien laut Wells Fargo besonders nachteilig für Gold, da sie die Opportunitätskosten des Haltens des nicht verzinsten Assets erhöhen.

Anhaltende Inflationsängste, verschärft durch höhere Energiepreise, haben diese Dynamik verstärkt.

Der Konflikt hat Öl zeitweise über $100 pro Barrel getrieben und die Befürchtung geschürt, dass die Zentralbanken ihre restriktive Politik über einen längeren Zeitraum beibehalten müssen.

Der Preis für Brent-Öl ist über $105 je Barrel gestiegen, was Inflationssorgen schürt.

Dieser Anstieg ist weitgehend auf den Nahostkonflikt zurückzuführen, der die Lieferungen durch die Straße von Hormus, einen wichtigen Transitweg für etwa ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und LNG-Mengen, nahezu zum Erliegen gebracht hat.

Höhere Ölpreise dürften Produktions- und Transportkosten in die Höhe treiben und den Inflationsdruck verstärken. 

Während Inflation Gold generell als Absicherung attraktiver macht, wird die Nachfrage nach dem nicht verzinsten Asset durch die hohen Zinsen gedämpft.

Laut dem FedWatch-Tool der CME Group rechnen Händler derzeit nicht mit Zinssenkungen in den USA im Jahr 2026.

Darüber hinaus besteht eine 35%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung vor Jahresende. 

Diese Einschätzung steht im starken Kontrast zu den Erwartungen von zwei Zinssenkungen, die vor Beginn des jüngsten Konflikts vorherrschten.

Wells Fargo bleibt bullisch, sieht taktische Gelegenheit

Wells Fargo behält trotz der jüngsten Schwächephasen des Goldes einen festen, langfristigen bullischen Ausblick bei.

Getragen von anhaltender Nachfrage der Zentralbanken und der erwarteten Abschwächung des US-Dollar und der Renditen prognostiziert die Bank Preise im Bereich von $6,100 bis $6,300 je Unze bis Ende 2026.

Das konstante Kaufverhalten der Zentralbanken, das deutlich über den langfristigen Durchschnitten liegt, erwähnten die Analysten ebenfalls als fundamentalen, strukturellen Nachfragetreiber.

Wells Fargo geht davon aus, dass der Konflikt mit Iran die Wirtschaft nur geringfügig beeinträchtigen wird.

Sie prognostizieren, dass die wichtigsten Hindernisse für Gold—nämlich Inflationsdruck und hohe Treasury-Renditen—später in diesem Jahr abnehmen werden, was zu einem günstigeren Umfeld für das Edelmetall führt.

Die Bank betonte, dass die USA inzwischen besser gerüstet seien, eine Energiekrise im Vergleich zu früheren Perioden zu verkraften. 

Diese Widerstandsfähigkeit führt sie auf mehrere strukturelle Veränderungen zurück, darunter eine stärkere Ausrichtung der Wirtschaft auf Dienstleistungen, die Position des Landes als Netto-Energieexporteur und eine Verringerung des Haushaltsanteils, der für Energie ausgegeben wird.

Man erwarte, dass der Konflikt relativ kurz sein werde, wodurch die Gefahr eines anhaltenden Inflationsanstiegs minimiert werde, so Wells Fargo.

Wells Fargo sieht den jüngsten Goldrückgang nicht als Verlust seiner sicheren Hafenfunktion, sondern als „taktische Gelegenheit.“ 

Die Bank rät Anlegern, während dieses Rücksetzers schrittweise Positionen aufzubauen, und schlägt vor, dass mit einer Stabilisierung des aktuellen Konflikts Kapital aus Energiemärkten in Edelmetalle umschichten könnte.