ASML-Aktie fällt, US-Gesetzentwurf bedroht Verkäufe von Chip-Werkzeugen nach China

ASML-Aktie fällt, US-Gesetzentwurf bedroht Verkäufe von Chip-Werkzeugen nach China
Invezz Team
07. Apr. 2026, 12:39 PM
  • ASML fällt um 2,6 %, da der MATCH Act DUV‑Maschinenverkäufe nach China bedroht.
  • Gesetzentwurf zielt auf Lücken in den Exportkontrollen der Verbündeten ab, die Peking ausgenutzt hat.
  • Ein DUV-Verbot würde ASML den letzten offenen Vertriebskanal nach China nehmen.

ASML-Aktien fielen am Dienstag um 2,6 % nachdem eine parteiübergreifende Gruppe US-amerikanischer Abgeordneter letzte Woche einen Gesetzentwurf eingebracht hatte, der die ohnehin bereits eingeschränkten Verkäufe des niederländischen Herstellers von Halbleiterausrüstung nach China weiter beschränken könnte.

Würde das Gesetz verabschiedet, würden die Exportkontrollen auf weniger fortschrittliche Chipfertigungsgeräte ausgeweitet, die chinesische Hersteller bislang noch kaufen durften.

Der Schritt würde eine bedeutende Eskalation in Washingtons Kampagne darstellen, Pekings Halbleiterambitionen zu begrenzen.

Was der MATCH Act vorsieht

Der Multilateral Alignment of Technology Controls on Hardware Act — bekannt als MATCH Act — wurde am Donnerstag von einer parteiübergreifenden Gruppe von Abgeordneten unter Führung des Abgeordneten Michael Baumgartner aus dem US-Bundesstaat Washington eingebracht.

Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, China den Zugriff auf ein breiteres Spektrum an Chipfertigungsanlagen zu verwehren und die Exportbeschränkungen unter US-Verbündeten enger abzustimmen, um eine nach Angaben der Befürworter bestehende kritische Lücke im aktuellen Regime zu schließen.

"Obwohl die USA umfangreiche Exportkontrollen verhängt haben, um Chinas Bestrebungen zur Eigenständigkeit in der Halbleiterproduktion zu verlangsamen, haben US‑Verbündete diese Maßnahmen nicht vollständig übernommen", teilte Baumgartners Büro in einer am 2. April veröffentlichten Erklärung mit.

"Diese Nichtangleichung hat kritische Lücken hinterlassen, die China weiterhin ausnutzt."

Was für ASML auf dem Spiel steht

ASML nimmt eine einzigartige Stellung in der globalen Halbleiterlieferkette ein, da das Unternehmen der einzige Hersteller von Extreme-Ultraviolet-(EUV-)Lithographiesystemen ist — der Ausrüstung, die zur Produktion der weltweit fortschrittlichsten Chips benötigt wird.

Das Unternehmen hat niemals eines seiner EUV-Systeme nach China exportiert, in Übereinstimmung mit den bestehenden niederländischen und US‑Kontrollen für Spitzentechnologie in der Halbleiterbranche.

ASML stellt jedoch auch Deep-Ultraviolet-(DUV-)Lithographiesysteme her, eine weniger fortschrittliche Kategorie, die zur Herstellung von Speicherchips und anderen Komponenten verwendet wird, die in Alltagsgeräten von Laptops bis zu Smartphones zu finden sind.

Einige DUV‑Systeme unterliegen bereits niederländischen Exportgenehmigungspflichten, doch die größten chinesischen Chiphersteller haben sie im Rahmen des aktuellen Regelwerks weiterhin erworben.

Der MATCH Act würde diese Möglichkeit vollständig schließen, Exporte von DUV‑Systemen nach China verbieten und einen der wenigen verbleibenden kommerziellen Kanäle von ASML auf dem chinesischen Markt beseitigen.

Warum das über ASML hinaus relevant ist

China macht einen bedeutenden Anteil an ASMLs Umsatz aus, und jede gesetzgeberische Verschärfung, die DUV‑Verkäufe weiter einschränkt, würde den Druck auf ein Unternehmen erhöhen, das bereits in einem fragilen Nachfragumfeld agiert.

Generell signalisiert der MATCH Act den Vorstoß US‑Abgeordneter, über einseitige Exportkontrollen hinauszugehen und ein koordiniertes multilaterales Rahmenwerk aufzubauen — wodurch verbündete Regierungen in Europa und Asien unter Druck geraten, ihre eigenen Beschränkungen an die von Washington anzupassen.

Insbesondere für die Niederlande, wo ASML zu den strategisch bedeutendsten Unternehmen des Landes zählt, wirft der Gesetzentwurf schwierige Fragen hinsichtlich der Souveränität über die Exportpolitik und des Managements der Handelsbeziehungen sowohl mit den USA als auch mit China auf.