FTSE‑100‑Futures steigen um 230 Punkte – Europa vor höherem Start

FTSE‑100‑Futures steigen um 230 Punkte – Europa vor höherem Start
Devesh Kumar
08. Apr. 2026, 08:00 AM
  • Europäische Aktien dürften stark zulegen, da die Waffenruhe mit Iran die Stimmung hebt.
  • Öl fällt unter 100 $ – Hoffnungen auf Waffenruhe beleben die Risikobereitschaft.
  • Märkte richten Blick auf Hormus, Shell‑Ergebnisse und Daten aus dem Euroraum.

Europäische Märkte standen am Mittwoch vor einem höheren Eröffnungswert, nachdem die USA und der Iran einer bedingten Waffenruhe zugestimmt hatten, was die Befürchtungen vor einer sofortigen Eskalation im Nahen Osten dämpfte und die Ölpreise deutlich fallen ließ.

Futures‑Indikatoren deuteten auf breite Gewinne in der Region hin und spiegelten eine globale Erholungsrally wider, da Anleger auf Anzeichen einer Deeskalation zwischen Washington und Teheran reagierten.

Die positive Stimmung folgte auf eine breitere Erholung risikobehafteter Anlagen, nachdem US‑Präsident Donald Trump am späten Dienstag erklärt hatte, geplante Militärschläge gegen den Iran für zwei Wochen auszusetzen.

Waffenruhe stärkt Risikobereitschaft

Die Erholung der europäischen Futures beschleunigte sich, da Anleger auf die Aussicht einer vorübergehenden Kampfpause reagierten.

Die mit internationaler Vermittlung getroffene Waffenruhe ist daran gebunden, dass der Iran die Straße von Hormus wieder für den Handelsschiffsverkehr öffnet – ein zentraler Faktor für die Stimmungswende.

Das trug zu einer breiteren Zunahme der Risikobereitschaft an den Märkten bei.

Asiatische Aktien legten über Nacht zu, während auch US‑Aktienfutures kräftig anstiegen, was darauf hindeutete, dass Anleger nach Tagen geopolitischer Unsicherheit wieder in risikoreichere Anlagen zurückkehrten.

Die Marktreaktion verdeutlichte, wie stark die Stimmung durch Befürchtungen belastet gewesen war, dass sich der Konflikt ausweiten und den globalen Handel sowie die Energieflüsse stören könnte.

Selbst eine bedingte Waffenruhe reichte aus, um eine starke Umkehr in den Positionierungen auszulösen.

Ölpreise fallen, da Spannungen nachlassen

Die Ölpreise fielen unter 100 $ pro Barrel, da Händler ihre Befürchtungen vor einem unmittelbaren Angebotschock zurücknahmen.

Der Rückgang bei Rohöl brachte den Aktienmärkten, insbesondere in Europa, etwas Erleichterung, da niedrigere Energiekosten den Inflationsdruck mindern und Risiken für die Verbrauchernachfrage sowie für Industriemargen reduzieren könnten.

Dennoch hing der Ausblick stark von den Entwicklungen rund um die Straße von Hormus ab, eine der weltweit wichtigsten Öl-Transportrouten.

Trumps Äußerungen deuteten darauf hin, dass eine mögliche Unterbrechung militärischer Maßnahmen an die Bedingung geknüpft sei, die Wasserstraße offen zu halten. Damit könnte die Erleichterung an den Märkten brüchig werden, falls neue Gefahren für den Seeverkehr auftauchten.

Risiken bleiben trotz Waffenruhe bestehen

Anleger betrachteten die Waffenruhe nicht als endgültiges Ende der Feindseligkeiten.

Berichte über Raketen‑ und Drohnenbedrohungen an anderen Orten der Region machten deutlich, wie schnell die Spannungen wieder aufflammen könnten, selbst wenn ein direkter Konflikt zwischen den USA und dem Iran vorerst zu schwinden schien.

Das macht die Märkte anfällig für Schlagzeilenrisiken.

Europäische Aktien könnten mit deutlichen Gewinnen eröffnen; ob diese Zugewinne jedoch im Verlauf des Handelstages Bestand haben, hängt vom Ausbleiben neuer militärischer Eskalationen und davon ab, ob der Ölpreis weiter zurückgeht.

Abseits der Geopolitik werden Anleger Unternehmensmeldungen und Konjunkturdaten im Blick behalten, um weitere Orientierung zu erhalten.

Diese Faktoren könnten dazu beitragen zu entscheiden, ob sich die Eröffnungsrally zu einer nachhaltigeren Bewegung ausweitet.

Vorerst hat die Waffenruhe den Märkten Anlass zu einer Neubewertung gegeben, doch die nächste Bewährungsprobe wird sein, ob ruhigere Schlagzeilen aus dem Golf ausreichen, um den Ölpreis zu dämpfen und die Risikobereitschaft zu erhalten.