Kospi und Nikkei 225 legen leicht zu, Öl- und Fed-Sorgen dämpfen Asien-Rallye

Kospi und Nikkei 225 legen leicht zu, Öl- und Fed-Sorgen dämpfen Asien-Rallye
Devesh Kumar
10. Apr. 2026, 05:10 AM
  • Asiatische Aktien zogen leicht an, da Befürchtungen bezüglich des Waffenstillstands Händler davon abhielten, verstärkt Risiken einzugehen.
  • Der Ölpreis stieg, da Einschränkungen des Verkehrs durch die Straße von Hormus die Sorgen um die Lieferströme verstärkten.
  • Wetten auf eine Fed-Zinssenkung verschoben sich nach US-Daten, die die Zinserwartungen erneut dämpften, auf April 2027.

Die asiatischen Aktien legten am Freitag leicht zu und erhielten etwas Unterstützung von der nächtlichen Rallye an der Wall Street, doch die Gewinne waren begrenzt, da Anleger ein fragiles Waffenstillstandsabkommen im Nahen Osten, höhere Ölpreise und eine weitere Verschiebung der Erwartungen auf die erste Zinssenkung der Federal Reserve abwogen.

Die Stimmung in der Region war eher von Vorsicht als von Überzeugung geprägt, da Händler zögerten, Risiken aggressiv auszubauen, während die Spannungen im Libanon und in der Straße von Hormus ungelöst blieben.

Südkoreas Kospi stieg um 1,68 %, der Small-Cap-Kosdaq legte ebenfalls um 1,14 % zu, während Japans Nikkei 225 um 1,75 % zulegte und damit die optimistische Anlegerstimmung widerspiegelte.

Im Gegensatz dazu gab Australiens S&P/ASX 200 um 0,31 % nach und schwächte sich damit gegenüber dem regionalen Trend ab. Chinas Aktien lagen moderat höher: Der CSI 300 gewann 0,6 % und Hongkongs Hang Seng Index stieg um 0,88 %.

Die zugrunde liegende Botschaft der Märkte war klar: Aktien waren bereit, sich nach dem Anstieg in der vorangegangenen Sitzung moderat zu erholen, doch auf geopolitischer Ebene hatte sich nicht genug geändert, um eine breitere Erholungsrallye zu rechtfertigen.

Der Brent-Preis zog an, da der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus laut Marktteilnehmern weiterhin eingeschränkt blieb. Dies nährt die Befürchtung, dass Störungen der Schifffahrtsrouten die Energiepreise, die Inflationserwartungen und die Geldpolitik der Zentralbanken beeinflussen könnten.

Die US-Aktien-Futures zeigten sich im asiatischen Handel kaum verändert, nachdem der S&P 500 in der vorherigen Sitzung um 0,6 % gestiegen war.

Dieser stabilere Vorlauf half den asiatischen Aktien, einen stärkeren Rückschlag zu vermeiden, verbesserte die Stimmung jedoch nicht wesentlich.

Stattdessen balancierten Anleger zwei konkurrierende Kräfte: die Hoffnung, dass Diplomatie einen größeren regionalen Konflikt verhindern könnte, und die Sorge, dass verminderte Schifffahrtsaktivitäten durch einen der weltweit wichtigsten Engpässe für Öl die Rohstoffmärkte angespannt halten würden.

Ölpreisanstieg dämpft breitere Gewinne

Der Anstieg bei Brent war am Freitag eines der deutlichsten Marktsignale.

Höhere Ölpreise unterstützten zwar Energiewerte und trugen dazu bei, dass einige rohstoffnahe Aktien besser abschnitten, begrenzten jedoch auch breitere Aktiengewinne, indem sie die Sorgen um den Inflationsausblick wieder aufleben ließen.

Die Straße von Hormus transportiert rund 20 % der weltweiten Ölströme, weshalb schon teilweise Einschränkungen eine bedeutende Quelle der Marktunsicherheit darstellen.

Diese Dynamik hinterließ ein gemischtes regionales Bild.

Energie- und Rohstoffwerte erhielten Unterstützung durch das festere Rohöl, während wachstumssensitivere Sektoren Mühe hatten, Schwung aufzubauen.

Anleger schienen bereit zu sein, selektiv umzuschichten, jedoch nicht zu einem vollständigen Risk-on-Umfeld überzugehen.

Fragiler Waffenstillstand bleibt Hauptrisiko

Für die Märkte ist der Waffenstillstand eher als Atempause denn als Lösung zu bezeichnen.

Anleger begrüßten Anzeichen dafür, dass die Diplomatie zwischen den USA und Iran in den kommenden Wochen andauern könnte; wiederkehrende Sorgen um den Libanon und Schifffahrtsstörungen deuten jedoch darauf hin, dass der Waffenstillstand verwundbar bleibt.

Anzeichen, dass Angriffe sich wieder verstärken oder dass Tankerrouten schwerer wieder geöffnet werden können, könnten den Ölpreis schnell nach oben treiben und die moderate Aktienerholung umkehren.

Das erklärt, warum die jüngste Bewegung bei Aktien zurückhaltend ausgefallen ist.

Händler betrachten den Waffenstillstand als kurzfristigen Stabilitätsfaktor, nicht als Bestätigung dafür, dass das geopolitische Risiko verschwunden ist.

Wetten auf Fed-Zinssenkung verschieben sich weiter nach hinten

Die andere auffällige Verschiebung kam vom US-Zinsmarkt. Nach den jüngsten Wirtschaftsdaten deuteten Futures darauf hin, dass die erste Zinssenkung der Fed erst im April 2027 erfolgen wird.

Das bedeutete eine weitere Neubewertung des geldpolitischen Pfads und unterstrich, wie sehr das robuste US-Wachstum und die hartnäckige Inflation weiterhin die globalen Markterwartungen prägen.

Für asiatische Anlageklassen ist das relevant, da eine spätere Wende der Fed tendenziell den Dollar stützt, die Renditen von US-Treasuries steigen lässt und die finanziellen Bedingungen verschärft.

Selbst dort, wo regionale Aktien zulegten, spiegelten die Gewinne Erleichterung über das Ausbleiben einer unmittelbaren Eskalation wider, nicht das Vertrauen darauf, dass sich die monetären Bedingungen bald lockern werden.